Fifa-Präsident

11. Juni 2014 13:24; Akt: 11.06.2014 13:24 Print

Fronten gegen Sepp Blatter verhärten sich

von Oliver Fischer - Die Korruptionsvorwürfe um die WM-Vergabe nach Katar sind nur ein Problem für Sepp Blatter. Auch seine erneute Kandidatur als Fifa-Präsident wird immer heftiger kritisiert.

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Die Fifa und ihr Präsident konnten sich in den vergangenen Wochen nur bedingt auf die am Donnerstag beginnende WM in Brasilien freuen. Die Vergabe der WM 2022 nach Katar hat Sepp Blatter und dem Weltfussballverband immer lautere Kritik aus verschiedenen Richtungen eingebracht. Angeblich erhärtete Korruptionsvorwürfe wegen Katar, immer noch Probleme auf Baustellen in Brasilien, Demonstrationen und Proteste in den brasilianischen Grossstädten. Sogar die Sponsoren Adidas, Sony und Visa haben zuletzt die rasche Aufklärung der Korruptionsvorwürfe gefordert.

Deutliche Worte aus Deutschland

Nun werden auch noch die Stimmen immer lauter, die Blatters erneute Kandidatur für das Fifa-Präsidium in Frage stellen. Insbesondere aus den europäischen Verbänden weht dem Walliser ein immer rauerer Wind entgegen. Deutliche Worte fand der deutsche Liga-Präsident Reinhard Rauball gegenüber der FAZ: «Joseph Blatter ist nun mal die Figur, welche die Fifa bisher optisch alleine vertreten hat. Da ist es nicht verwunderlich, dass ihn die geballte Kritik trifft.» Die Reformen, die bei der Fifa umgesetzt wurden, hätten nicht die für die Öffentlichkeit wichtigen Bereiche erreicht.

Blatter für schlechten Ruf der Fifa verantwortlich

Rauball ist mit seiner Meinung nicht allein. Anlässlich von Gesprächen mit Uefa-Vertretern vor dem Fifa-Kongress in Brasilien haben diese Blatter aufgefordert bei den nächsten Wahlen im Mai 2015 nicht mehr anzutreten. Der holländische Verbandschef Michael van Praag übt in scharfem Ton Kritik: «Wenn man den Ruf der Fifa in den letzten sieben Jahren sieht, verbinden die Menschen die Fifa mit Korruption und Bestechung. Die Fifa hat einen exekutiven Präsidenten, und das bedeutet, dass dieser verantwortlich ist.» Kurz gesagt, Sepp Blatter muss weg, damit die Fifa sich reformieren kann.

In Deutschland ist man auch über Blatters Sinneswandel enttäuscht. Gemäss DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat der Walliser schon 2011 versprochen, bei der nächsten Wahl nicht mehr anzutreten. «Wir waren klar von einem Stabwechsel 2015 ausgegangen», sagte er der FAZ. Ob die offene Konfrontation zwischen Blatter und den europäischen Verbänden allerdings etwas bewirken wird, stellt auch Rauball selbst in Frage. Die Europäer verfügen nur über 54 der 209 Stimmen im Fifa-Kongress und er bezweifle, dass die Stimmung der Europäer sich durch die anderen Verbände ziehe.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Yvo Faust am 11.06.2014 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Steuern

    Und die FIFA bezahlt mit ihrem Hauptsitz in Zürich immer noch keinen Rappen Steuern trotz Milliarden Umsätzen und enormen Gewinnen. Der normale Bürger mit Steuerausweis ist wieder einmal der Dumme.

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  • R.S. am 11.06.2014 15:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jaja Sepp

    In der Schweiz wird Korruption auch sehr gross geschrieben, nur niemand tut etwas dagegen. Es wird hier bis zum bitteren Ende immer nur "abgestimmt", aber keiner wird zur Rechenschaft gezogen.

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  • Maya Wirth am 11.06.2014 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    Gratis Kommentare

    Bin überrascht, dass die FIFA für unsere Kommentare keine Gebühren verlangt und eintreibt...

Die neusten Leser-Kommentare

  • J. Meyer am 16.06.2014 21:24 Report Diesen Beitrag melden

    Geschlossen austreten aus der FIFA

    Vielleicht sollten diese 54 Verbänder aus diesem Stall austreten. Wer glaubt, das es den anderen 209 nicht kratzen würde, der sieht sich vielleicht getäuscht. Ein geschlossener Austritt dieser 54 Stimmen können auch eine Signalwirkung erzeugen, was auch die anderen 209 zum Nachdenken zwingt u möglicherweise dahin, sich den Auszutretenden anschliesst. Eine Kettenreaktion mit Folgen für die FIFA, insbesonder aber für Blatter, der wirklich seinen selbsternannten Thron räumen sollte.

  • T.A. am 12.06.2014 23:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles gekauft

    Die ganze FIFA und die WM ist doch gekauft! Was Herrgott Blatter will muss geschehen! Wer schaut sich diese Farce überhaupt noch an???

  • Kopfschüttler am 12.06.2014 18:11 Report Diesen Beitrag melden

    der Blatter Sepp wirds richten

    die werden ihn für eine weitere Amtszeit wählen, wollen doch nicht Schmiergelder verpassen: kein Huhn pickt dasjenige, das Goldeier legt

  • Mark am 12.06.2014 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Raus aus der Schweiz!

    Je eher dieser 'Verband' die Schweiz verlässt desto besser. Diese Peinlichkeiten gehen auf keine Kuhhaut, und unsere Politiker tolerieren, dass dieser 'Konzern' keine Steuern bezahlen muss... Kein Wunder, wenden sich viele je länger je mehr vom FIFA-Zirkus (Weltmeisterschaften!) ab und verfolgen lieber die eine oder andere Top-Liga.

  • Fritz H. am 12.06.2014 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Korrupt

    Diese korrupte Bande vor allem Sepp Blatter muss weg. Ein Strafverfahren wäre fällig.