GC-Neustart in Thun

21. April 2012 10:58; Akt: 21.04.2012 11:41 Print

Für Forte schliesst sich der Kreis

von Eva Tedesco - Am Samstag kehrt Uli Forte als neuer GC-Trainer gegen Thun ins Trainergeschäft zurück – just gegen jenen Klub, der sein Schicksal als Coach des FC St. Gallen besiegelt hat.

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Fortes letzter Besuch in Thun endete mit einer 0:1-Niederlage und anschliessender Kündigung beim FC St. Gallen - heute kehrt Forte als GC-Trainer zurück ins Berner Oberland. (Bild: Keystone)

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«Darum habe ich persönlich auch noch eine Rechnung mit Thun offen», sagt Forte, ehe er mit GC am Samstag ins Berner Oberland reiste. Am 1. März 2011 musste Forte sein Büro bei den Espen räumen, nachdem er zwei Tage zuvor 0:1 gegen den FC Thun verloren hatte. «Es war meine erste Entlassung», erinnert sich der Zürcher, «und es war hart. Auch wenn ich schon kurz darauf die ersten Angebote erhalten hatte, ich war nicht bereit so schnell einen neuen Job anzunehmen.» 412 Tage später war er es: bei GC. Am Montag leitete der Nachfolger von Ciri Sforza das erste Training der Hoppers.

«Ich war erschrocken wie verschreckt und in sich gekehrt die jungen, talentierten Spieler waren. Ich habe sofort gespürt, dass ihr Selbstwertgefühl nicht gerade top ist. Es ist doch so, wenn man in einen Raum mit Menschen kommt, spürt man sofort die Schwingungen. Ich habe beim Betreten der Kabine gemerkt – da herrscht dicke Luft.» Nach einer Trainerentlassung sei es normal, dass auch die Spieler darunter litten. Forte: «Aber es ist kein gutes Zeichen, wenn die Spieler im Training kein einziges Mal lachen.»

GC von der Knospe zu einer Blume

Für die erste Woche hatte sich der bald 38-Jährige zwei Dinge zum Ziel gesetzt: Spass an der täglichen Arbeit reinbringen und mit einem klaren Plan nach Thun reisen. «Jeder, vom Materialwart bis zum Präsidenten, muss einen glasklaren Plan haben.» Die mentale Arbeit hat erste Früchte getragen, sagt Forte und bedient sich der Bildsprache. «Die Mannschaft ist wie eine Tulpe von der Knospe zur schönen Blume aufgeblüht.»

Natürlich sei Forte bewusst, dass in Thun keine leichte Aufgabe auf ihn und GC wartet. Und auch wenn er sich bezüglich der Taktik nicht in die Karten schauen lässt, verrät er seinen Plan zumindest soweit: «Thun wird mit sehr viel Selbstvertrauen auftreten. Wir müssen dennoch versuchen, Druck auf Thun auszuüben. Wir müssen dafür sorgen, dass sie Stress bekommen. Sie werden uns fordern, aber wir müssen versuchen, sie noch mehr zu fordern.» Dafür bemüht der junge Fussball-Lehrer die Basistugenden: Kampf, Leidenschaft und Einstellung.

GC hat viel an Kredit verloren

Auch wenn sich die Situation am Tabellenende nach dem Urteil des Berner Obergerichts, dass der 36-Punkte-Abzug für den FC Sion bestehen bleibt, zum Besseren für GC gewendet hat, wiegt sich Forte nicht in Sicherheit. «So lange ich vom Verband nichts offizielles habe, glaube ich nichts mehr.»

Abgesehen davon sagt Forte und wird dabei energisch: «Wir haben sehr, sehr, sehr viel gut zu machen. Keiner kann sich zurücklegen und vorgezogene Ferien machen. GC hat sehr viel an Kredit verloren. Jetzt geht es darum, dass wir jeden einzelnen Zuschauer ins Stadion zurück bringen – denn so viel haben wir nicht mehr. Deshalb rede ich nicht von der Tabelle und Punkten, sondern Erfolg für die Mission.» Und die heisst vorerst Goodwill erarbeiten, um eine Basis für die weitere Zukunft zu schaffen.

Axpo Super League

Datum Spiel Resultat
11.02.17  Thun - Basel 0:2 (0:0)
11.02.17  Lugano - Grasshoppers 3:0 (2:0)
12.02.17  Sion - Vaduz 4:2 (0:1)
12.02.17  St. Gallen - Lausanne-Sport 2:1 (0:0)
12.02.17  Luzern - Young Boys 4:1 (3:1)
R Mannschaft Sp S U N G : E P
1. Basel 20 17 2 1 55 : 15 53

2. Young Boys 20 11 5 4 46 : 29 38

3. Luzern 20 10 3 7 44 : 38 33
4. Sion 20 10 2 8 43 : 36 32

5. St. Gallen 20 7 4 9 23 : 29 25
6. Grasshoppers 20 6 4 10 26 : 36 22
7. Lugano 20 5 6 9 26 : 39 21
8. Lausanne-Sport 20 5 4 11 35 : 40 19
9. Thun 20 4 7 9 24 : 36 19

10. Vaduz 20 4 5 11 24 : 48 17

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