Nach der Cuppleite

17. Mai 2012 10:03; Akt: 17.05.2012 10:03 Print

Für Präsi Stierli ist Luzern Sieger der Herzen

von E. Tedesco/F. Burch - Der FCL forderte den FCB im Cupfinal mehr, als es diesem lieb war. Dennoch gehen die Leuchten als Verlierer vom Platz. Für Präsident Walter Stierli ist sein Team aber ein Sieger der Herzen.

Murat Yakin verpasst mit dem FCL seinen ersten Titelgewinn als Trainer und hadert mit den Unparteiischen. (Video: 20 Minuten Online)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Es war mucksmäuschenstill in der Gästekabine im Stade de Suisse. «Man kann keinen Pieps hören», sagt FCL-Goalie David Zibung. Die Enttäuschung nach dem verlorenen Penaltyschiessen sass tief. Sehr tief. Über 120 Minuten hat der Underdog dem haushohen Favoriten Paroli geboten. Was heisst Paroli geboten – er hat ihn regelrecht dominiert. Von wegen Betonfussball. Von wegen unattraktiv. Und individuell weniger gut besetzt als die Millionentruppe vom Rheinknie? Von wegen. Am Mittwochabend war davon im Stade de Suisse nichts zu sehen.

Wie immer in so Begegnungen, in denen FCL-Trainer Murat Yakin seine taktische Cleverness ausspielen kann, glänzten die Innerschweizer mit Strategie, Organisation und einer starken, kompakten Defensive. Hinzu kam aber, dass die Luzerner, die sich in dieser Saison nicht unbedingt durch ihre mutige Spielweise auszeichneten, für einmal couragiert und selbstbewusst präsentierten. Doch wie in der Meisterschaft blieben sie auch im Cup nur die zweitbeste Schweizer Mannschaft der Saison. Auch, weil sie beim Gegner auf den derzeit besten Torhüter der Schweiz trafen, in dem sie im Penaltyschiessen ihren Meister fanden.

Luzern geht nicht als Verlierer nach Hause

«Der grosse FCB hat das Quäntchen Glück gehabt. Wir gehen sicher nicht als Verlierer nach Hause», sagt Murat Yakin nach der Niederlage in Bern. «Aber natürlich ist nach dem Spiel, das keinen Verlierer verdient hätte, die Enttäuschung riesig. Wir haben alles richtig gemacht. Ausser, dass wir keine Tore schossen.» Ein Problem, das dem FCL in dieser Saison anhängt. Yakin: «Gerade gegen grosse Gegner sind wir zu wenig kaltschnäuzig.»

Und oft, wie am Mittwoch gegen den FCB, ist er nicht vom Glück verfolgt, wenn es um Entscheidungen der Schiedsrichter geht. So hat auch Ref Dani Wermelinger dem FCL einen klaren Penalty verwehrt, als Aleksandar Dragovic Stürmer Dario Lezcano (9.) zu Fall brachte. Nicht zu Unrecht reklamierten die Luzerner auch, nachdem der Unparteiische ein Foul von Radoslav Kovac an Winter nicht mit Rot geahndet hat.

Yakins Dauer-Ärger mit den Unparteiischen

«Diesen Fall musste der FC Luzern Ausgabe 2012 öfter erleben», sagt Yakin. «Die Schiedsrichter wissen das und haben oftmals eine Entschuldigung nach dem Spiel bereit. Das lasse ich aber so nicht gelten. Es tut mir für meine Mannschaft leid, denn sie hätte es verdient, zu gewinnen.» Und dann korrigiert Yakin eine feine Nuance an seiner Aussage, alles richtig gemacht zu haben. «Wir waren defensiv sehr gut. Wenn Alex Frei und Marco Streller praktisch zu keiner Torchance kommen, haben wir vieles richtig gemacht, aber nicht alles – sonst hätten wir gewonnen.»

Lange stand Yakins Präsident Walter Stierli mit leerem Blick am Spielfeldrand. 120 Minuten haben die Spieler alles gegeben, dem scheidenden Präsidenten den ersten Cupsieg nach 1992 zum Abschied zu schenken. «Es ist nach so einem fantastischen Spiel bitter im Penaltyschiessen zu verlieren. In diesem Final hat nicht der Bessere, sondern das glücklichere Team gewonnen. Es ist tragisch. Die Mannschaft hat alles gegeben. Sie ist der Cupsieger der Herzen».

Zug um Zug bis ins Finale 2013

Das sah auch Murat Yakin so und für einmal waren sich der Präsident und der Trainer einig. Yakin: «Wir hätten den Pokal sehr gerne in die Innerschweiz mitgenommen. Das ist jetzt nicht der Fall, so probieren wir es halt im nächsten Jahr wieder.» Und bis dahin wird der junge Trainer, der erst am Anfang seiner Karriere steht, weiter an seiner Mannschaft und Taktik feilen. Zug um Zug wie im Schach, das er gerne als Vergleich heranzieht. Bis er einen Gegner im Final schachmatt setzt.
FCL-Goalie David Zibung spricht nach dem Spiel von der Leere und seiner grössten Enttäuschung. (Video: 20 Minuten Online)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sacha am 17.05.2012 14:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Knipser

    Luzern war ja wohl klar die überlegene Mannschaft auf dem Platz. Aber Luzern braucht dringend einen eiskalten Knipser. Dann hat der FCL nächste Saison auch berechtigte Chancen auf den Titel. Denn Basel wird nächste Saison mehr zu beissen haben.

    einklappen einklappen
  • Dani am 17.05.2012 10:13 Report Diesen Beitrag melden

    Titelverteilung

    Als neutraler Zuschauer kann ich sagen, dass Luzern in der Tat genug Zeit und Möglichkeiten hatte, das Spiel zu gewinnen... Aber die 2 krassen Schiri-Fehlentscheide brachten mich schon dazu, vor dem Fernseher verwundert die Augen zu reiben. Keine würdige Schiri-Finalleistung... GW nach Basel. Hoffentlich gewinnen andere Klubs in kommenden Jahren auch wieder Titel, sonst wird die Liga noch mehr zur langweiligen Lachnummer...

  • Peter Zürich am 17.05.2012 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Tagträumer

    Ach was für ein Gejammer. Was soll das? Auch die Aussage von Dani Wyler gab mir etwas zu denken. Luzern sei ebenbürtig gewesen. Um einen FCB zu schlagen muss man einfach besser sein. Und das war nicht der Fall. Ach ja, Luzern hatte ja auch 23 Punkte Rückstand auf den FCB. Warum war das so? Klar der FC Sion wäre besser gewesen, aber Luzern bleibt der ewige Zweite wie Bayer Leverkusen in der Bundesliga. Und wer nun glaubt, dass Luzern in der Euro League Stricke zereisst, der glaubt an den Weihnachtsmann.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sacha am 17.05.2012 14:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Knipser

    Luzern war ja wohl klar die überlegene Mannschaft auf dem Platz. Aber Luzern braucht dringend einen eiskalten Knipser. Dann hat der FCL nächste Saison auch berechtigte Chancen auf den Titel. Denn Basel wird nächste Saison mehr zu beissen haben.

    • Wahrsager am 17.05.2012 15:38 Report Diesen Beitrag melden

      Sieger der Herzen!

      Sind wir hier bei DSDS?

    einklappen einklappen
  • DeParty am 17.05.2012 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Pahh...!! Sieger der Herzen!

    Alter diesen Titel verleiht man sich nicht selber!!! den bekommt man verliehen!! "Sieger der Herzen! ", Das ich nicht lache!!

    • DePyros am 17.05.2012 15:33 Report Diesen Beitrag melden

      Paah - Sieger des Abgangs!

      Stierli sucht nur einen Titel für sich und seinen Abgang. "Präsi der verlorenen Cup-Penalities" als Realität - "Präsi der Pyros" wäre auch cool - oder "Präsi der Zero-Stimmung" bei Heimspielen. Paahh - Sieger des Abgangs!

    • luzerner am 17.05.2012 17:55 Report Diesen Beitrag melden

      Potzblitz!

      ganz Grobe seit ihr! Klar in einem gewissen alter ist es das grösste Pyros und Zückerstöcke zünden und fürio zu schreien! Aber auch diese Leute werden eines Tages merken das dieser Herr sehr viel geleistet hat für den FCL! Also ein bisschen mehr respekt for unserem Walti! ps dörfit ja witer hi fürle!

    einklappen einklappen
  • Peter Rösler am 17.05.2012 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Und wieder half der Schirri

    Es ist einfach schade um den Fussball, das wir keine Schirris mit Mut zu Fairen entscheidungen haben.

    • Dome am 17.05.2012 13:46 Report Diesen Beitrag melden

      jaja

      Jajaja der Schiri hilft ja iiiiimmmer denn Baslern & pfeifft iiimmer gegen Luzern.. deshalb haben wir vor einiger Zeit die Saison nicht gewonnen, weil zahlreiche(!!!) Tore aberkannt wurden, die eigentlich hätten zählen müssen.. vom Einwurf 2006 möchte ich au nicht unbedingt sprechen...

    • C.B. am 17.05.2012 14:11 Report Diesen Beitrag melden

      Immer diese Ausreden ...

      Und die vielen Fouls der Luzerner hat er meist übersehen..., da reklamiert natürlich kein Luzerner. Einige haben sich einfach hingeworfen, um Zeit zu schinden und und und. Jetzt die beleidigte Leberwurst spielen. Wenn Basel gefoult wird und der Schiri will nichts gesehen haben, wird nach dem Spiel kein solches Tamtam veranstaltet, bes. nicht vom Trainer. Das zeigt wahre Grösse!

    • mako am 17.05.2012 20:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @c.b

      Welches Spiel haben sie denn gesehen. Von wegen Fouls von Luzerner die nicht gepfiffen wurde. Oh, vielleicht sind sie ja der Meinung dass die mit den gelben Trikots die Basler waren. Und übrigens der Hinlegemeister heisst noch immer Alex Frei.

    einklappen einklappen
  • Martin Hofer am 17.05.2012 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld!

    "Sieger der Herzen", dieser Verlierer Ausdruck wird in letzter Zeit überstrapaziert. Und welche Herzen meint Herr Stierli ganz genau? Wohl nur jene, die blau/weiss schlagen. Aber dass gestern sein Team bereits vor dem Anpfiff verloren hat, sagt er wohlweislich nicht. Nimmt mich nur Wunder, wer auf die Glanzidee kam, gelb/schwarz in Bern anzutreten. Gelb/Schwarz ist nun mal die Looserfarbe in Bern. Und wenn man dann noch die YB Kabine zugelost erhält, dann ist das Verlieren schon vorprogrammiert. Und siehe da, der FCL hat es, wie YB schon einige Male, im entscheidenden Moment veryoungboyst.

  • Paul am 17.05.2012 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Sieger der Herzen!

    Einfach lachhaft, diese Aussage. Der Bessere hat gewonnen, Pasta. Alles andere interessiert niemanden. Der FCB kennt doch nach dieser grandiosen Saison die Ausreden der 'Verlierer' zur Genüge.

    • Enrico Palazzo am 17.05.2012 12:58 Report Diesen Beitrag melden

      So eine Ungerechtigkeit!

      Was, der Bessere hat gewonnen? Diese Aussage ist lachhaft, nix anderes! Dem FCB wurde mal wieder einen Titel in den Allerwertes geschoben, das ist Fact! Glück mit dem Schiri im Halbfinal gegen Winterthur, unendliches Glück gestern im Final, zudem klar das schwächere Team! Schade, ich und die ganze Fussball-Schweiz hat gehofft, dass die unendliche Basler Arroganz endlich mal bestraft wird...

    • P. Scherrer am 17.05.2012 13:04 Report Diesen Beitrag melden

      Der Bessere, weil Schiri Bonus

      Der Glücklichere hat gesiegt. Bei ausbleibenden Penalty Pfiffen, wäre der FCB schon im Halbfinal rausgefallen. Basel hat offensichtlich pro Spiel einen Bonus von bis 2 unterlassenen Penaltys und Rote Karten zugute

    einklappen einklappen