Skandalspiel in Luzern

14. Mai 2019 18:23; Akt: 14.05.2019 18:55 Print

GC-Spieler attackiert und als «Nigger» bezeichnet

Beim Skandalspiel in Luzern kommt es zu schweren Beleidigungen gegen GC-Spieler Aimery Pinga. Er wird auch tätlich angegriffen.

Aufnahmen von Leser-Reportern zeigen die Forderungen der GC-Fans aus Sicht der Haupttribüne. (Video: Leserreporter)
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Das Spiel Luzern – GC musste wegen mehrerer GC-Ultras abgebrochen werden. Die Chaoten forderten von den Spielern ihre Trikots, da sie als nicht würdig betrachtet wurden, das traditionsreiche Shirt der Hoppers zu tragen. Die Spieler hörten auf die Fans und legten die Leibchen vor der Kurve ab. Kein Kniefall, wie Präsident Rietiker am Montag sagte, sondern die einzige Lösung, um die Sicherheit im Stadion zu gewährleisten: «Die Hooligans waren gewaltbereit und aggressiv.»

Trotzdem kam es zu Handgreiflichkeiten und schweren Beleidigungen. Wie der «Blick» schreibt, wurde GC-Spieler Aimery Pinga von Rassisten in der Kurve mehrfach als «Nigger» bezeichnet und herumgeschubst. Das liess sich der von Sion ausgeliehene Spieler nicht gefallen und wehrte sich. Erst der Einsatz von Captain Lindner beschwichtigte die Situation.

Eine Szene, die den Schweizer Fussball in ein schlechtes Licht rückt. Zur Erinnerung: Pinga ist aktueller U21-Nati-Spieler der Schweiz. Der Stürmer mit kongolesischen Wurzeln ist in Freiburg geboren und trug schon mehrere Trikots der Schweizer Junioren-Auswahlen.

GC-Spieler attackiert und als «Nigger» bezeichnet

Ultra Stefan N. an der Spitze des Mobs

Rassismus ist ein immer grösser werdendes Problem im Fussball. Fifa-Präsident Gianni Infantino forderte die Schiedsrichter zuletzt dazu auf, solche Partien in Zukunft abzubrechen. «Rassismus hat keinen Platz im Fussball, genauso wie er keinen Platz in der Gesellschaft hat.»

Rechtsextreme Tendenzen in der GC-Kurve sind seit Monaten auszumachen. Nicht umsonst stand an der Spitze des Mobs beim Luzern-Spiel der Ultra mit Neonazi-Vergangenheit Stefan N.

Mit der sportlichen Talfahrt, der chaotischen Führung und den neuen, rechten Kräften wendeten sich Fans, vor allem linke, von der Kurve ab, sagt ein Kurvenbesucher. So entstand ein Machtvakuum. Die rechten Gruppierungen erkannten dies und rekrutierten Nachwuchs – auch aus Kampfsportkreisen. Mittlerweile seien sie bereits die grösste und stärkste Gruppe innerhalb der Kurve. Durch den Zuschauerschwund der vergangenen Monate werde ihre Anwesenheit auch toleriert, so ein Insider weiter.

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