GC-Abstieg

14. Mai 2019 15:33; Akt: 14.05.2019 15:33 Print

Traditionsclubs sind selten lange weg

von E. Tedesco - Nach dem FC Zürich 2016 hat es nun auch GC erwischt. Aber fast immer kehren die Traditionsclubs mehr oder weniger schnell aus der Zweitklassigkeit zurück.

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155 Wochen nach dem FC Zürich müssen auch die Zürcher Grasshoppers den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Ein schwacher Trost nur, aber der Rekordmeister befindet sich in guter Gesellschaft, denn seit 2005 gibt es keinen Schweizer Club mehr, der sich rühmen darf, niemals abgestiegen zu sein. Die gute Nachricht: Fast immer kehren die Traditionsclubs mehr oder weniger schnell in die höchste Spielklasse zurück. Der FC Zürich schaffte den Wiederaufstieg direkt in der darauffolgenden Saison. Ein Überblick.


FC Zürich – Canepa zögerte zu lange


Am längsten musste es der FCZ zwischen 1934 und 1941 in der zweithöchsten Liga aushalten. Nur zwei Saisons waren es zwischen 1988 und 1990. 2016 musste Präsident Ancillo Canepa seine Fehler in der Super League zwar mit dem Abstieg bezahlen, nachdem er zu lange an Trainer Sami Hyypiä festgehalten hatte. Immerhin: Das FCZ-Gastspiel in der Zweitklassigkeit dauerte nur ein Jahr. Auch, weil Canepa das Budget nicht reduzierte und auf einen personellen Aderlass verzichtete.


FC Basel – Abstieg mit gravierenden Folgen


Heute schwer vorstellbar, aber trotzdem wahr. Auch der FC Basel ist in seiner Clubgeschichte dreimal abgestiegen: 1939, 1945 und 1988. Gravierende Folgen für Rotblau hatte der Abstieg 1988 unter dem heutigen DFB-Chefscout Urs Siegenthaler und mit Spielern wie dem späteren Nati-Stürmer Adrian Knup, denn die Bebbi mühten sich ganze sechs Meisterschaften in der Zweitklassigkeit ab, ehe sie den Aufstieg realisieren konnten. Der finanzielle Kollaps konnte in dieser Zeit nur knapp abgewendet werden. Am 3. Mai 1994 stieg der FCB schliesslich unter Trainer Claude «Didi» Andrey wieder in die höchste Schweizer Spielklasse auf und seither nie mehr ab.


YB – in den 90er-Jahren ein Krisenclub


Einige Male zogen die Berner den Kopf in der Auf-/Abstiegsrunde aus der Schlinge. 1997 erwischte es YB. Nur ein Jahr später feierten die Berner mit dem Trainer-Duo Robert Schober und Admir Smajic den Wiederaufstieg. Aber YB blieb nur eine Saison im Oberhaus. 1999 stiegen die Young Boys unter Trainer Claude Ryf wieder ab. Die wirtschaftliche und sportliche Krise war verheerend. Es drohte sogar der Sturz in die 1. Liga. Sportchef Fredy Bickel und Trainer Marco Schällibaum stoppten den freien Fall. YB kämpfte sich 2001 in die höchste Liga zurück und ist seither Stammgast in der obersten Spielklasse.


FC St. Gallen – als Liftclub ins neue Stadion


Just zur Eröffnung des neuen Stadions startete der älteste Fussballclub der Schweiz zu einem Auf und Ab zwischen der höchsten und der zweithöchsten Liga. Das Runter begann im Mai 2008 mit der Niederlage in der Barrage gegen Bellinzona. Rauf ging es nach einer grandiosen Saison (25 Siege und nur 2 Niederlagen) mit Trainer Uli Forte schon ein Jahr später. Die Saison 2010/11 verlief wieder nicht nach Wunsch. Sportlich wurde der FCSG als Abstiegskandidat gehandelt. Im Herbst 2010 drohte den Espen zudem der Konkurs. Die finanzielle Pleite konnte angewendet werden, die sportliche – trotz der Entlassung von Forte – nicht. St. Gallen musste 2011 wieder runter und nur zwei Jahre nach dem erneuten Aufstieg den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Und wieder erfüllten die Espen als Liftclub ihren Job, denn zwölf Monate später ging es schon wieder eine Liga rauf.


GC – wieder kam Forte zu spät


Der Rekordmeister, 27-fache Champion, 19-malige Cupsieger, Champions-League-Teilnehmer, einstige Nobelclub und Traditionsverein steigt im Mai 2019 ab. Es ist das zweite Mal in den letzten drei Jahren, dass ein Zürcher Fussballclub den Gang in die Challenge League antreten muss. Zum zweiten Mal in der Geschichte des Rekordmeisters nach 1949. Und wie beim Stadtrivalen hiess der Abstiegstrainer Uli Forte. Und wieder ist er zu spät engagiert worden, um den Club noch retten zu können. Mit dem FCZ schaffte Forte den Aufstieg direkt ein Jahr nach dem Sturz in die Zweitklassigkeit. Kehrt er mit dem Rekordmeister auch so schnell zurück?

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • fargeon am 14.05.2019 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Allez Servette

    Servette habt ihr glatt vergessen....immerhin die Nummer 3 in der Schweiz.

    einklappen einklappen
  • Ein (genervter) Fussballfan am 14.05.2019 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    Ok, wir wissen es

    GC ist verdient abgestiegen, selber Schuld und lässt sich von 20 Chaoten vor der ganzen Schweiz blamieren. Ok, gut, Wir wissen es jetzt. Aber lasst sie nun endlich nur einen Moment in Ruhe. Gibt es keine spannenderen Themen rund um den Fussball?

  • Peter am 14.05.2019 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    Arosa

    Also Arosa vermisse ich immer noch

Die neusten Leser-Kommentare

  • Trine am 16.05.2019 07:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wechsel

    Pusic für 5 Jahre zu YB!!

  • Intressierter am 15.05.2019 06:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hopperbein wird gepflegt!

    wenn der einsatz anhand der kommentare für ihren club "fcz yb basel st gallen" wäre würden sie endlich mal seriösen fussball spielen aber nein" der gcz muss zuerst neuanfangen damit es die anderen realisieren!!!.

  • fred@züri am 14.05.2019 23:40 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich Durchgreifen!

    Endlich Durchgreifen! GC sollte man die Fussball- Lizenz in JEDER Spielklasse entziehen. Auf unbestimmte Zeit. NUR SO GIBT ES RUHE in den Stadien, sei es in der Super League oder in der Challenge League, oder noch VIEL weiter unten! Der einzige Weg diese GC Hooligans zu bändigen und auszuschalten---!

  • Umberto Roberto am 14.05.2019 21:29 Report Diesen Beitrag melden

    Neue Heimat

    Hier gehört dieser Club auch hin. Somit fallen die Zuschauerzahlen nicht negariv auf. Die Fans sind ja schon B-Klassig.....

    • fred@züri am 14.05.2019 23:46 Report Diesen Beitrag melden

      @Umberto Roberto

      B-Klassig? Diese Fans haben GAR KEINE KLASSE! Dass sind OUTLAWAS und sollten als soche behandelt werden!

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  • hubsy2005 am 14.05.2019 21:25 Report Diesen Beitrag melden

    Tatsachen

    Jahrelang wurde tatenlos weggeschaut von den Verantwortlichen insbesondere in der Stadt sowie Raum Zürich. Ständige Schlägereien, Pöbeleien, Einschüchterungen , Drohungen, massivste Sachbeschädigungen (öV) nachweislich in Millionenhöhe sowie vorsätzliche Unterbrüche des öffentlichen Verkehrs. Habe oft genug als Angestellter SBB an der Front miterlebt, wie Transportpolizei, Kantonspolizei und Stadtpolizei angewiesen wurden nichts zu unternehmen, was als deeskalierend bezeichnet wurde. Ergebnis: gleich Null mit keinerlei Folgen für die Chaoten trotz abgefackelter Züge und massivsten Schäden.