Stadionfrage

23. Februar 2011 18:36; Akt: 23.02.2011 18:43 Print

GC läuft die Zeit davon

Rund zwei Wochen bevor sich der Grasshopper Club Zürich für eine neue Lizenz bewerben muss, ist weiter unklar, wo die Zürcher künftig ihre Heimspiele austragen werden.

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Der Gemeinderat Emmen LU hat seinen Entscheid am Mittwoch vertagt. Dem Gemeinderat fehlten wichtige Entscheidungsgrundlagen für die Übernahme der Spiele von GC im Stadion Gersag in Emmenbrücke, teilte die Exekutive der Luzerner Vorortgemeinde am Mittwochabend nach seiner Sitzung mit. Der Gemeinderat habe deshalb noch keinen abschliessenden Entscheid fällen können.

Der offiziellen Anfrage von GC stünden die Grundbedingungen der Gemeinde Emmen gegenüber, hielt der Gemeinderat fest. Sobald die Stellungnahmen von GC und der Kantonspolizei Luzern zur Sicherheit vorlägen, werde der Gemeinderat Emmen einen Entscheid fällen.

Der Gemeinderat gab sich skeptisch, dass die notwendigen baurechtlichen Verfahren bis zum 10. März abgeschlossen werden können. Für die als Provisorium aufgestellte Tribüne im Stadion Gersag in Emmen braucht es eine Verlängerung der Baubewilligung. Gegen diese wären Einsprachen möglich.


Gespräche mit dem FC Aarau im Gang

Der zweite Notnagel für GC - das Stadion Brügglifeld, in dem der FC Aarau (FCA) spielt - ist ebenfalls noch im Gespräch. Zwar haben sich der Gemeinderat von Suhr, wo das Stadion steht, wie auch der Aarauer Stadtrat ablehnend geäussert.

Die Platzgenossenschaft, der das Stadion im Baurecht gehört, hat den Grasshoppers jedoch gemeinsam mit dem FCA ein Angebot gemacht, wie Robert Kamer von der Geschäftsleitung des FCA am Mittwoch auf Anfrage sagte.

Beide seien wirtschaftlich daran interessiert, dass GC seine Heimspiele im Brügglifeld austrage, sagte Kamer. Baurechtliche Fragen wie die Erhöhung der Ausnützungsziffer für das Brügglifeld sind ungeklärt und von den Verhandlungen ausgeklammert.


Grasshoppers geben sich wortkarg

«Mit beiden Standorten laufen Gespräche», sagte GC-Mediensprecher Eugen Desiderato auf Anfrage. Er machte keine Angaben, ob als letzte Möglichkeit doch wieder der Einzug in das Zürcher Stadion Letzigrund zu alten Konditionen in Frage käme.

Derzeit werden in Zürich Unterschriften für eine Petition an die Stadtbehörden gesammelt. Gefordert wird, dass ein Stadionneubau im Hardturm vorangetrieben wird. Bis zu dessen Fertigstellung sollen die Miet- und Sicherheitskosten für das Stadion Letzigrund um die Hälfte reduziert werden.

Dass die Stadt Zürich den Mietzins allerdings senkt, gilt als unwahrscheinlich. Am 11. Februar hatte der Stadtrat die von GC beantragte Kosteneinsparung von rund einer Million Franken abgelehnt.

(sda)