Champions League

10. März 2011 11:54; Akt: 10.03.2011 11:54 Print

Gavranovic schiesst Schalke ins Viertelfinale

Schalke (3:1) und Tottenham (0:0) sind eine Runde weiter. Beim Magath-Club markierte der Schweizer U-21-Stürmer Mario Gavranovic bei seinem CL-Debüt gleich seinen ersten Treffer.

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Grenzenlose Erleichterung bei den Real-Stars. Nach 6 Jahren Abwesehnheit ziehen die Spanier erstmals wieder ins Viertelfinale der Champions League ein. Der Brasilianer Cris hatte in der Verteidigung alle Hände voll zu tun. Zu stark war die geballte Offensivstärke von Real Madrid. Eine eindrückliche Bilanz eines grossen Trainers: Der Portugiese José Mourinho hat als Trainer seit 2002 kein Spiel mehr zu Hause verloren. Ob nun mit Chelsea, Inter oder Real. Chelsea qualifizierte sich dank einer Nullnummer gegen Kopenhagen für die nächste Runde. Auch Fernando Torres gelang kein Tor. Der FC Kopenhagen kam Chelsea nur selten gefährlich nahe. Die in Pink angetretenen Dänen konnten das grosse Chelsea nicht ärgern. Nicolas Anelka und sein Team behielten stets den Überblick über das Geschehen. Der Schuss von Goran Pandev passte in der 88. Minute haargenau. Sein 3:2 brachte Inter die Qualifikation für die Viertelfinals. Lange sah es gut aus für die Bayern. Thomas Müller traf in der 31. Minute zum 2:1 für die Deutschen. Der umstrittene Bayern-Trainer Louis Van Gaal erlebte auch heute keinen schönen Fussballabend. Sein Team patzte heute in der entscheidenden Phase. «ManU» setzt sich dank einer Doublette von Javier Hernandez gegen Olympique Marseille mit 2:1 durch. Olympique Marseille vermochte in der 82. Minute noch auf 1:2 zu verkürzen, der Gegentreffer schmerzte aber nicht gross. Das Team von Edwin van der Sar qualifiziert sich souverän für die nächste Runde. Für Olympique Marseille geht mit dem Auftritt im Old Trafford eine erfolgreiche Champions League Saison zu Ende. Für die grosse Überraschung reichte es aber nicht. Zum Triumph von Schalke 04 steuerte auch der Schweizer Gavranovic (r.) einen Treffer bei. Matchwinner war aber Jefferson Farfán, der gleich zwei Mal traf - unter anderem mit einem herrlichen Freistoss. Nach den Wirren um seine Zukunft an der Seitenlinie der Schalker, fand Felix Magath wenigstens kurzzeitig das Lachen wieder. Luka Modric' akrobatischer Einsatz hat sich für die «Spurs» gelohnt. Am Ende konnte nämlich auch Trainer Redknapp aufatmen. Sein Team ist eine Runde weiter. Bei den Italienern ist derweil Wunden lecken angesagt. Pure Erleichterung nach dem wichtigen 3:1 von Lionel Messi. Barcelona drückte in der ersten Halbzeit, ein Tor wollte aber lange nicht fallen. Auch Messi war der Verzweiflung nahe. Während Josep Guardiola seiner Freude freien Lauf lässt, schleicht ein trauriger Arsène Wenger davon. Der Schweizer Johan Djourou (l.) zeigte gegen die Offensivkünstler aus Barcelona eine gute Leistung. Auch wenn seine Mannschaft verlor. Gegen das Wunderkind Lionel Messi war an diesem Abend nichts zu machen. Er war der überragende Akteur auf dem Feld. Robin van Persie (l.) sieht nach einer dummen Aktion die zweite Gelbe Karte und muss vom Platz. Schiedsrichter Busacca zeigt ihm die Richtung. Der beste Spieler bei Arsenal war Torhüter Manuel Almunia (l.). Der Spanier bewahrte seine Mannschaft vor einer höheren Pleite. Die Ukrainer von Schachtjor Donezk machten heute Abend gegen die AS Roma den wacheren Eindruck. Mexès sah bereits in der 41. Minute seine zweite Gelbe Karte und musste unter die Dusche. Doni ist beim Gegentor von Schachtjor machtlos. Doppeltorschütze Willian kann sein Glück kaum fassen. Seine Mannschaft steht tatsächlich im Viertelfinale. Kein schöner Abend für Roma-Keeper Doni. Er kassiert gegen die Ukrainer drei Gegentreffer. Schachtjor Donezk überrollte die Roma gleich mit 3:0 und steht erstmals in den Viertelfinals der Champions League.

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Weil Klaas-Jan Huntelaar angeschlagen fehlte, kam Mario Gavranovic bei Schalke 04 zu seiner Premiere in der Champions League. Und der 21-jährige Schweizer, der im Januar 2010 vom derzeit arg kritisierten Trainer Felix Magath nach Gelsenkirchen geholt wurde, schlug ein wie eine Bombe. Der frühere Stürmer von Lugano, Yverdon und Neuchâtel Xamax traf in der 52. Minute zum 2:1. Gavranovic reagierte nach einem Abpraller am schnellsten und beförderte den Ball via rechten und linken Pfosten ins Tor. In der 81. Minute hätte der Schweizer mit dem 3:1 alles klar machen können, doch sein Schuss traf nur den rechten Aussenpfosten. Eine weitere Chance bot sich dem 21-Jährigen in der 93. Minute: Gavranovic sah, dass Guaita zu weit vor seinem Tor stand und setzte aus 25 Metern zu einem Heber an, der aber nur an die Latte klatschte. aber nur die Latte.

Costas Führungstreffer für Valencia

Dabei hatte es für Magath nach 17 Minuten schlecht ausgesehen, als Ricardo Costa per Kopf nach einer Flanke von Mehmet Topal den wichtigen Auswärtstreffer für die Spanier erzielte. Schalke bemühte sich um den wichtigen Ausgleich und wurde in der 40. Minute belohnt: Jefferson Farfan zirkelte einen Freistoss über die Mauer, Guaita war nur noch mit den Fingerspitzen dran. Schalke konnte aber erst mit dem Schlusspfiff richtig aufatmen, denn Valencia kam ständig zu guten Chancen. Die beste hatte Aduriz in der 58. als er alleine auf Torhüter Manuel Neuer zulaufen konnte, dieser aber mit einer grossartigen Parade sein Team im Spiel hielt. Farfan beruhigte in der 94. Minute die Nerven aller Schalker Fans mit dem 3:1. Der Bundesliga-Klub erreichte damit zum zweiten Mal nach 2008 die Viertelfinals in der «Königsklasse».

Tottenham mit viel Glück

Tottenhams erstmaliges Champions-League-Abenteuer ist weiterhin nicht beendet und lässt sie weiter auf einen Final im Londoner Wembley-Stadion träumen. Nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel gegen Milan reichte den Engländern an der White Hart Lane ein torloses Remis. Allerdings kassierte Tottenham mit viel Glück keinen Gegentreffer. Über 90 Minuten lang war Milan das bessere Team, doch Massimiliano Allegris Spieler schafften es einfach nicht, aus ihrem Chancenplus etwas Zählbares herauszuholen. Damit verpasste der Leader der Serie A die erste Viertelfinal-Qualifikation seit 2007 und scheiterte zum wiederholten Mal an einem Premier-League-Klub. 2008 hiess die Endstation Arsenal, letztes Jahr war Manchester United eine Nummer zu gross für die Lombarden.

Tottenhams Trainer Harry Redknapp wartete zu Beginn mit einer kleinen Überraschung auf. Gareth Bale, der am Wochenende gegen Wolverhampton sein Comeback nach sechswöchiger Verletzungspause gegeben hatte, sass zuerst auf der Bank. Für ihn spielte Steven Pienaar auf der linken Seite. Ohne den pfeilschnellen Bale, der erst in der 66. Minute eingewechselt wurde, agierte Tottenham in der ersten Halbzeit harmlos. Milan dagegen sorgte für viel Druck, vor allem über die linke Seite mit Pato. Er hatte in der 26. Minute die grösste Möglichkeit, als er sich auf der linken Seite durchtankte und Tottenhams Keeper Gomes weit aus seinem Tor stürzte, um ihn zu stoppen. Patos Pass in die Mitte kam zu Robinho, der den Ball nicht richtig traf. Verteidiger William Gallas verhinderte auf der Linie die Führung der Italiener.

Brasilianer versiebten alle Chancen

Allein die beiden Brasilianer Pato und Robinho hatten genügend Chancen, um das Weiterkommen von Milan zu sichern. Robinho (66.) schaffte es nicht, den Ball am am Boden liegenden Gomes vorbei ins Tor zu stochern. Bereits in der ersten Halbzeit war Pato nach einer halben Stunde aus guter Abschlussposition an Gomes gescheitert.

Champions League, 1/8-Finale

Tottenham Hotspur - AC Milan 0:0
White Hart Lane. - 36'000 Zuschauer. - SR De Bleeckere (Be).
Tottenham Hotspur: Gomes; Corluka, Gallas, Dawson, Assou-Ekotto; Lennon, Sandro, Modric, Pienaar (71. Jenas); Van der Vaart (66. Bale); Crouch (83. Pawljutschenko).
Milan: Abbiati; Abate, Nesta, Silva, Jankulovski (70. Antonini); Flamini (87. Strasser), Seedorf, Boateng (76. Merkel); Robinho, Pato; Ibrahimovic.
Bemerkungen: Milan ohne Gattuso (gesperrt), Ambrosini, Pirlo, Inzaghi (verletzt), Van Bommel (nicht spielberechtigt).
Verwarnungen: 48. Jankulovski (Foul). 63. Flamini (Foul). 64. Pato (Abstand nicht eingehalten).

Schalke 04 - Valencia 3:1 (1:1)
Veltins-Arena. - 58'520 Zuschauer. - SR Eriksson (Sd).
Tore: 17. Ricardo Costa 0:1. 40. Farfan 1:1. 52. Gavranovic 2:1. 94. Farfan 3:1.
Schalke 04: Neuer; Uchida, Howedes, Metzelder, Escudero; Kluge (81. Sarpei), Matip (60. Papadopoulos); Farfan, Jurado (76. Draxler); Raúl; Gavranovic.
Valencia: Guaita; Bruno, Navarro, Ricardo Costa, Mathieu; Banega (70. Tino Costa), Topal; Joaquin, Mata, Hernandez (64. Soldado); Aduriz (75. Jonas).
Bemerkungen: Schalke ohne Huntelaar (verletzt).
Verwarnungen: 27. Kluge (Foul). 47. Escudero (Foul). 74. Farfan (Foul). 83. Mathieu (Foul). 81. Pfostenschuss Gavranovic. 93. Lattenschuss Gavranovic.

(sda)