Starker Auftritt

10. März 2011 08:32; Akt: 10.03.2011 10:11 Print

Gavranovics Billard-Tor ins Schalker Glück

Das vorentscheidende Tor zum 2:1, ein Pfostenschuss und ein Lattenknaller: Mario Gavranovic zeigte bei seinem Champions-League-Debüt mit Schalke eine Traumleistung.

Gavranovics Tor-Premiere in der Champions League. (Quelle: Sat1)
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Weil der Holländer Klaas-Jan Huntelaar derzeit verletzt ist, setzte Felix Magath im Viertelfinal-Rückspiel gegen Valencia als zweiten Stürmer auf den 21-jährigen Schweizer Mario Gavranovic. Es war erst sein neunter Einsatz in Königsblau, der zweite von Beginn an. Und Magath sollte für sein gutes Händchen belohnt werden.

Gavranovic sorgte mit dem 2:1 in der 52. Minute für die Vorentscheidung. Nach einem Kopfball von Farfan und dem anschliessenden Durcheinander im Valencia-Strafraum traf der U21-Nationalspieler zunächst zwar nur den rechten Pfosten. Von da kullerte der Ball auf der Linie zum linken Pfosten und schliesslich ins Tor.

Nicht nur bei seinem Billard-Tor setzte sich der Schweizer kroatischer Abstammung gekonnt in Szene. Zusammen mit Raúl und dem überragenden Farfan, der per Traumfreistoss zum 1:1 (siehe Video unten) und mit einem sehenswerten Heber zum 3:1 traf, wirbelte er die Valencia-Abwehr immer wieder gehörig durcheinander. Nach seinem zweiten Pflichtspiel-Tor für Schalke scheiterte er zudem einmal am Pfosten und setzte den Ball mit einem herrlichen Lob nach einem Konter kurz vor Schluss auf die Lattenoberkante.

Viel Lob der deutschen Presse

Die deutsche Presse honorierte die Leistung des jungen Schweizers mit guter Kritik. In der «Bild»-Zeitung erhielt Gavranovic die Note 2. Nur Doppeltorschütze Farfan erhielt mit einer 1 eine bessere Bewertung. Ebenfalls eine 2 kriegte Gavranovic von «Reviersport». «Er war ein belebendes Element für den Schalker Angriff und belohnte sich nach dem Seitenwechsel mit dem Billardtor zum 2:1. Danach sehr selbstbewusst, probierte was aus», schrieb das Blatt.

Gavranovic wechselte in der Winterpause 2010 nach Schalke und wurde für diesen Schritt oft etwas belächelt. Im Starensemble der «Knappen» könne er sich nicht durchsetzen, glaubten viele. Der 1,75-m-grosse Stürmer, der seine Karriere bei Lugano begann und dann über Yverdon zu Xamax wechselte, kam unter «Quälix» Magath zunächst auch selten zum Einsatz. Erst mit der Verletzung von Huntelaar erhielt er seine Chance, die er mit einem Tor im Pokal-Viertelfinal gegen Nürnberg und nun im Champions-League-Achtelfinal gegen Valencia genutzt hat. Gavranovic muss seinen Platz nach Huntelaars Rückkehr wohl wieder räumen, der junge Schweizer hat sich nun aber einen Namen gemacht.

Farfans Traumfreistoss

(Quelle: Youtube)

(pre)