Fall Sion

16. September 2011 16:04; Akt: 17.09.2011 02:06 Print

Gericht erkennt Europa-League-Tabelle nicht an

Ohne den FC Sion gibt es keine Europa-League-Tabelle. Zu diesem Urteilsspruch kam das Kantonsgericht Waadt.

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Der Schweizer Fussball hat seinen grössten Skandal in der Geschichte. Nach seinem Ausraster wird Sion-Präsident Christian Constantin von Sicherheitskräften und Polizei aus dem Innenraum des Cornaredo geführt. «Es hat mir gutgetan», äussert sich CC zur Attacke vor laufender Kamera. Teleclub-Experte , sagte: «Ich stand mit dem Moderator nach der Partie Lugano – Sion am Spielfeldrand. Wir warteten auf unseren Einsatz. Da kam Barthélémy Constantin, der Sohn von Christian Constantin und Sportchef von Sion, und fluchte auf mich ein. Und er hielt mir den Finger unter die Nase und drohte. Dann kam Constantin auf mich losgerannt und schlug mir drei-, viermal ins Gesicht, trat mich ins Füdli und in den Rücken.» Fringer behält sich rechtliche Schritte vor. Der Sion-Präsident geht nach dem Spiel in Lugano wutentbrannt auf den ehemaligen Nationaltrainer und heutigen TV-Experten Rolf Fringer los, schlägt ihm ins Gesicht und verpasst ihm einen Fusstritt. Die TV-Kameras laufen mit. Die Bilder gehen um die Welt. Direkt nach dem Spiel bezichtigte Constantin den Ref der vorsätzlichen Benachteiligung und gab an, ihn zu verklagen. Auf sozialen Netzwerken liess er Videos verbreiten, in denen er Amhof an den Pranger stellte. Der Höhepunkt - Constantin stellte abenteuerliche Thesen auf, weshalb er eine bewusste Verfälschung des Spiels für plausibel hält. Er setzte eine Belohnung von 25 000 Franken für Beweise von kriminellen Machenschaften aus. Constantin aber wurde nicht gesperrt. Die Gründe waren ein ungerechtfertigter Penalty und die damit verbundenen Nachteile (rote Karte gegen den Goalie Vanins und YB-Ausgleich zum 2:2). Der Präsident des FC Sion hatte nach dem 2:3 am Sonntag bei den Young Boys auf beispiellose Art schwere Geschütze gegen den Schiedsrichter Sascha Amhof aufgefahren. Das Regionalgericht Bern-Mittelland lehnt die Klage des FC Sion zur Aufhebung des im Dezember 2011 verfügten Abzugs von 36 Punkten durch den Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbandes ab. Der Waadtländer Staatsanwalt Eric Cottier stellt das Strafverfahren gegen die Uefa-Spitze ein. Die beiden Funktionäre waren von Sions Präsident Christian Constantin verzeigt worden, weil sich der Verband nicht an die Entscheide des Waadtländer Kantonsgerichts gehalten hatte. Das Berner Obergericht bestätigt den Punktabzug von 36 Zählern für den FC Sion. Damit bleibt das Team in Abstiegsnot. Harter Schlag für Christian Constantin und den FC Sion. Der SFV beschliesst einen Punktabzug von 36 Zählern für die Sittener. Damit mussten sie die Rückrunde als Schlusslicht mit -5 Punkten in Angriff nehmen. Christian Constantin reicht bei der Saatsanwaltschaft Zürich-Limmat eine Strafanzeige gegen das Fifa-Exekutivkomitee ein. Die Begründung: Der FC Sion könne nicht hinnehmen, dass die Nationalmannschaften der Schweiz und Schweizer Klubs von der Fifa als Geiseln genommen werden, um Entscheide durchzusetzen. Dies verstosse gegen Schweizer Prinzipien und erfülle den Tatbestand der Nötigung. Die FIFA macht auch Druck. Wird der «Fall FC Sion» nicht bis am 13. Januar im Sinne des Weltverbandes gelöst, wird der SFV am 14. Januar bis auf Weiteres automatisch suspendiert. Der FC Sion wird nicht in die Europa League reintegriert. So lautet der Entscheid des Sportgerichts CAS in Lausanne. Christian Constantin hatte bereits im Vorfeld angekündigt, in diesem Fall sein Anliegen ans Bundesgericht weiterzuziehen. Klatsche für Christian Constantin und den FC Sion. Das Walliser Kantonsgericht bestätigt die provisorische Spielberechtigung für Sions sechs Neuzugänge nicht. Damit sind die Spieler wieder gesperrt. Constantin gibt sich siegessicher und zieht den Rekurs gegen die Nicht-Qualifikation der sechs Neueinkäufe beim CAS zurück. Das Bezirksgericht Martigny bestätigt mit einer provisorischen Verfügung die Lizenzierung der Sion-Neuzuzüge für die Liga. Die sechs dürfen bis Ende Saison spielen. Das lässt Constantin natürlich nicht auf sich sitzen und klagt erneut. Sion vs. Uefa, wer gewinnt? Doch die Uefa entscheidet noch am gleichen Tag anders: Celtic wird am Donnerstag in Madrid gegen Atletico antreten. Das Zivilgericht Waadt entspricht der Klage von Sion am 13. September. Damit müsste die Uefa den Verein doch wieder zurück in die Europa League lassen. Wenn auch nur superprovisorisch. Ein Zivilgericht weist die Klage von Sion gegen den Ausschluss aus der Europa-League am 8. September ab. Diese rückt damit in weite Ferne. Sion schaltet Celtic Glasgow in den Europa-League-Playoffs aus. Die Schotten protestieren wegen den sechs Spielern und erhalten nach der Auslosung der Gruppenphase recht. Am 1. September schliesst die Uefa Sion vom Wettbewerb aus. Constantin klagt nach der EL-Gruppenphasen-Qualifikation gegen die Uefa und Fifa. Vor allem auf Jérôme Valcke und Gianni Infantino hat er es abgesehen. Constantin setzt sich durch - zumindest vorläufig. Ab der nächsten Partie sind die sechs Spieler spielberechtigt. Doch ein definitiver Entscheid des CAS fällt wohl erst im September. Auch der Rekurs Sions für die Lizenzierung wird abgelehnt. Doch CC erzwingt mit dem Bezirksgericht Martigny eine superprovisorische Spielberechtigung für die sechs Spieler vor dem Match gegen Basel (6.8.11). 15 Minuten vor Spielbeginn sperrt die Disziplinarkommission der Liga die sechs Spieler wieder. Constantin tobt, beschimpft die Funktionäre als «Betrüger und Lügner» und spricht vom «Todesurteil» für Liga-Präsident Thomas Grimm. Die Qualifikations-Kommission (QK) der Liga verweigert die Lizenzen für die Sion-Neuverpflichtungen Mario Mutsch, Gabri, Mohamed Traoré, Pascal Feindouno, Stefan Glarner und Billy Ketkeophompone. CC droht mit Streik, setzt diesen allerdings nicht um. Dafür spielt er nur noch unter Protest. Constantin sammelt TV-Bilder mit Schiri-Fehlern und fordert von der SFL für Spiele mit welscher Beteiligung ausländische Schiedsrichter. Die Liga schmettert die Forderung ab. CC erhält von der Qualifikations-Kommission der Liga die Spielbewilligung für die seit dem Winter 2010 verpflichteten Akteure wie Jonas Elmer, Eva Melo, Steven Deana und Michael Dingsdag. Dies, weil der Internationale Sportgerichthof (CAS) den Wallisern den rechtskräftigen Entscheid der Transfersperre erst nach(!) der aktuellen Transferperiode zugestellt habe. Constantin suspendiert Serey Die angeblich wegen einem Wettskandal. Auch Aleksandar Prijovic und Antonio Dos Santos wurden aufgrund von «schwerwiegendem Verhalten» suspendiert. Constantin baut eine Bisquit-Fabrik in ein Leistungszentrum um und absolviert unter militärischen Bedingungen ein Trainingslager. Uli Stielike ist ein weiteres Traineropfer unter Constantin und CC übernimmt gleich selbst. CC wollte im Ali Sami Yen in Istanbul Gasdetektoren, weil er Racheakte befürchtete. Constantin und sein Generaldirektor Massimo haben sich mit einer geplanten Rasenheizung vertan. CC stieg gleich wieder in die Super League auf und gewann als erster unterklassiger Verein den Cup. Constantin baut sein Hotel in Martigny um und richtet darin ein luxuriöses Trainingscenter ein. Nach dem Cupspiel in Kriens soll CC auf Schieds- und Linienrichter losgegangen sein und ein langer Gerichtsstreit begann. CC gewinnt zwei Prozesse und am 14. Spieltag greift Sion wieder ins Geschehen ein. Constantin kehrt zurück, finanziert ein Profikader aus eigener Tasche und versucht sich in die Challenge League zurückzuklagen. Sion wird vom Fussballverband in die 1. Liga zwangsrelegiert und Talente wie Leoni und Morganella verlassen Sion. Der Streit zwischen Constantin und Sions Stadtpräsident Mudry eskaliert. Der Stapi hält den Verein jedoch am Leben. Ohne Constantin steigen die Walliser in die NLB ab. Constantin tritt unter Druck ab. Er soll den FC Sion finanziell ruiniert haben. CC lässt im Uefa Cup auswärts das Tor von Spartak Moskau messen. Es war zu klein und es kam zu einem Wiederholungsspiel. Constantin kauft Stars und will in die Champions League - scheitert aber mit seinem Plan. CC holt drei Cupsiege in Serie und 1997 sogar das Double. Constantin gründet ein Internat und bringt Spieler wie Wicky und Grichting gross heraus. Jean-Paul Brigger ist das erste Traineropfer unter Constantin. CC wird mit 35 Jahren jüngster Präsident eines NLA-Vereins. Constantin gründet eine AG und rettet den finanziell angeschlagenen FC Sion.

Die Machenschaften des Christian Constantin.

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Das Kantonsgericht Waadt hat am Dienstag entschieden, dass der FC Sion in der Europa-League mitspielen darf. Die Uefa hat sich aber über dieses Urteil hinweggesetzt und am Donnerstagabend traf Athletico Madrid darum anstelle der Walliser auf die Schotten aus Glasgow.

Da sich die Uefa von möglichen Geldstrafen scheinbar nicht aus der Ruhe bringen lässt, hat das Gericht entschieden, die Spiele der Sittener-Gruppe als nicht ausgetragen zu werten. Bisher betrifft das neben Athletico-Celtic (2:0) auch Udinese gegen Rennes (2:1).

Chaos pur

Damit wird es, geht es nach dem Zivilgericht, keine gültige Tabelle in der Gruppe I geben, solange der FC Sion nicht dabei ist. Die Folge: Bereits jetzt könnten die Sechzehntelfinals und alle späteren Runden nur unter Vorbehalt gespielt werden, da die in der Sion-Gruppe ausgeschiedenen Teams gegen die Wertung der Spiele Protest einlegen könnten. Die Uefa hat sich bisher noch nicht zu dem Vorfall geäussert.

(vof)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • zocker am 17.09.2011 00:25 Report Diesen Beitrag melden

    Es steht niemand übern gesetz

    Die UEFA hat an auch ziviles recht zu halten!! Ein CC hat doch das recht zu einem ordentlichen Gericht zu gehen und das hat er gemacht und das hat ihm recht gegeben. Eine Uefa hat sicher kein rechtfreien raum oder status.

  • Daniel am 16.09.2011 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer recht

    Ich glaube vielehaben nicht begrifen das die uefa ihren hauptsitz hier in der schweiz hat und sich deshalb auch an schweizer recht und gerichts entscheide zu halten hat!! Go for sion und CC!

  • Riccarda Kläy am 16.09.2011 18:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sion muss den kopf hinhalten, nicht die Fussballsc

    Der FC Sion (insbesondere monsieur president) sollten endlich begreiffen, dass sie mit diesem verhalten nicht einfach so durchkommen. Sollte aber, dank sions verhalten die ganze fussballschweiz bestraft werden, freue ich mich schon auf dir reaktion der fans. Hoffentlich kann bald der fussball wieder auf rasen gespielt werden!

Die neusten Leser-Kommentare

  • heiri basler am 18.09.2011 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    wer bezahlt eigentlich CC?

    eigentlich sollte CC 3x so viel steuern bezahlen wie otto normalverbraucher. bezahlt er eigentlich alle gerichtskosten selbst? mal abwarten, bis er wegen geldwäscherei angeklagt wird. schade um den fc sion ! ein toller verein, wie xamax, aber eben......

  • heiri basler am 18.09.2011 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    ewiger streihahn CC

    CC weiss genau, dass die spieler nicht hätten eingesetzt werden dürfen. auch für ihn gelten regeln. mühsam ! es geht hier um sport und nicht juristerei! schade um die sion fans und um die punkte für die schweiz, aber gut, wenn CC endlich einmal eins auf den deckel bekommen würde! und sich auf den sport konzentrieren könnte und nicht auf trainerentlassungen!

  • Bidi am 17.09.2011 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade um den Sport...

    ...hier geht es wohl nicht mehr wirklich um den Sport als solches, sonder eher um CC's Ego zu erhalen und die Aufmerksamkeit zu gewinnen... Schade!!!

  • Bäninger Raphael am 17.09.2011 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Fussball-Mafia

    ich als absoluter CC-Gegner stehe für einmal vollkommen hinter ihm und dem Fc Sion...! SFV, UEFA und FIFA sind gleichermassen in Korruption verwickelt. Geld macht die Weltmacht. Traurig. und schade um den Fussball hierzulande.

  • Fizzi am 17.09.2011 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Sturkopf Constantin

    Genausogut hätte der Papst die Teilnahme von Sion erklären können. Dieser Entscheid ist total wirkungslos weil das Gericht schlichtweg nicht zuständig ist.