Fall Sion

20. Dezember 2011 20:55; Akt: 20.12.2011 20:55 Print

Gewerkschaft wehrt sich für den FC Basel

Die FIFA-Drohung gegen den Schweizer Fussballverband ist für die Profispielervereinigung SAFP inakzeptabel. Es sei unverhältnismässig, andere Clubs und die Nationalmannschaft für etwas zu verurteilen, das der FC Sion zu verantworten habe.

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Der Schweizer Fussball hat seinen grössten Skandal in der Geschichte. Nach seinem Ausraster wird Sion-Präsident Christian Constantin von Sicherheitskräften und Polizei aus dem Innenraum des Cornaredo geführt. «Es hat mir gutgetan», äussert sich CC zur Attacke vor laufender Kamera. Teleclub-Experte , sagte: «Ich stand mit dem Moderator nach der Partie Lugano – Sion am Spielfeldrand. Wir warteten auf unseren Einsatz. Da kam Barthélémy Constantin, der Sohn von Christian Constantin und Sportchef von Sion, und fluchte auf mich ein. Und er hielt mir den Finger unter die Nase und drohte. Dann kam Constantin auf mich losgerannt und schlug mir drei-, viermal ins Gesicht, trat mich ins Füdli und in den Rücken.» Fringer behält sich rechtliche Schritte vor. Der Sion-Präsident geht nach dem Spiel in Lugano wutentbrannt auf den ehemaligen Nationaltrainer und heutigen TV-Experten Rolf Fringer los, schlägt ihm ins Gesicht und verpasst ihm einen Fusstritt. Die TV-Kameras laufen mit. Die Bilder gehen um die Welt. Direkt nach dem Spiel bezichtigte Constantin den Ref der vorsätzlichen Benachteiligung und gab an, ihn zu verklagen. Auf sozialen Netzwerken liess er Videos verbreiten, in denen er Amhof an den Pranger stellte. Der Höhepunkt - Constantin stellte abenteuerliche Thesen auf, weshalb er eine bewusste Verfälschung des Spiels für plausibel hält. Er setzte eine Belohnung von 25 000 Franken für Beweise von kriminellen Machenschaften aus. Constantin aber wurde nicht gesperrt. Die Gründe waren ein ungerechtfertigter Penalty und die damit verbundenen Nachteile (rote Karte gegen den Goalie Vanins und YB-Ausgleich zum 2:2). Der Präsident des FC Sion hatte nach dem 2:3 am Sonntag bei den Young Boys auf beispiellose Art schwere Geschütze gegen den Schiedsrichter Sascha Amhof aufgefahren. Das Regionalgericht Bern-Mittelland lehnt die Klage des FC Sion zur Aufhebung des im Dezember 2011 verfügten Abzugs von 36 Punkten durch den Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbandes ab. Der Waadtländer Staatsanwalt Eric Cottier stellt das Strafverfahren gegen die Uefa-Spitze ein. Die beiden Funktionäre waren von Sions Präsident Christian Constantin verzeigt worden, weil sich der Verband nicht an die Entscheide des Waadtländer Kantonsgerichts gehalten hatte. Das Berner Obergericht bestätigt den Punktabzug von 36 Zählern für den FC Sion. Damit bleibt das Team in Abstiegsnot. Harter Schlag für Christian Constantin und den FC Sion. Der SFV beschliesst einen Punktabzug von 36 Zählern für die Sittener. Damit mussten sie die Rückrunde als Schlusslicht mit -5 Punkten in Angriff nehmen. Christian Constantin reicht bei der Saatsanwaltschaft Zürich-Limmat eine Strafanzeige gegen das Fifa-Exekutivkomitee ein. Die Begründung: Der FC Sion könne nicht hinnehmen, dass die Nationalmannschaften der Schweiz und Schweizer Klubs von der Fifa als Geiseln genommen werden, um Entscheide durchzusetzen. Dies verstosse gegen Schweizer Prinzipien und erfülle den Tatbestand der Nötigung. Die FIFA macht auch Druck. Wird der «Fall FC Sion» nicht bis am 13. Januar im Sinne des Weltverbandes gelöst, wird der SFV am 14. Januar bis auf Weiteres automatisch suspendiert. Der FC Sion wird nicht in die Europa League reintegriert. So lautet der Entscheid des Sportgerichts CAS in Lausanne. Christian Constantin hatte bereits im Vorfeld angekündigt, in diesem Fall sein Anliegen ans Bundesgericht weiterzuziehen. Klatsche für Christian Constantin und den FC Sion. Das Walliser Kantonsgericht bestätigt die provisorische Spielberechtigung für Sions sechs Neuzugänge nicht. Damit sind die Spieler wieder gesperrt. Constantin gibt sich siegessicher und zieht den Rekurs gegen die Nicht-Qualifikation der sechs Neueinkäufe beim CAS zurück. Das Bezirksgericht Martigny bestätigt mit einer provisorischen Verfügung die Lizenzierung der Sion-Neuzuzüge für die Liga. Die sechs dürfen bis Ende Saison spielen. Das lässt Constantin natürlich nicht auf sich sitzen und klagt erneut. Sion vs. Uefa, wer gewinnt? Doch die Uefa entscheidet noch am gleichen Tag anders: Celtic wird am Donnerstag in Madrid gegen Atletico antreten. Das Zivilgericht Waadt entspricht der Klage von Sion am 13. September. Damit müsste die Uefa den Verein doch wieder zurück in die Europa League lassen. Wenn auch nur superprovisorisch. Ein Zivilgericht weist die Klage von Sion gegen den Ausschluss aus der Europa-League am 8. September ab. Diese rückt damit in weite Ferne. Sion schaltet Celtic Glasgow in den Europa-League-Playoffs aus. Die Schotten protestieren wegen den sechs Spielern und erhalten nach der Auslosung der Gruppenphase recht. Am 1. September schliesst die Uefa Sion vom Wettbewerb aus. Constantin klagt nach der EL-Gruppenphasen-Qualifikation gegen die Uefa und Fifa. Vor allem auf Jérôme Valcke und Gianni Infantino hat er es abgesehen. Constantin setzt sich durch - zumindest vorläufig. Ab der nächsten Partie sind die sechs Spieler spielberechtigt. Doch ein definitiver Entscheid des CAS fällt wohl erst im September. Auch der Rekurs Sions für die Lizenzierung wird abgelehnt. Doch CC erzwingt mit dem Bezirksgericht Martigny eine superprovisorische Spielberechtigung für die sechs Spieler vor dem Match gegen Basel (6.8.11). 15 Minuten vor Spielbeginn sperrt die Disziplinarkommission der Liga die sechs Spieler wieder. Constantin tobt, beschimpft die Funktionäre als «Betrüger und Lügner» und spricht vom «Todesurteil» für Liga-Präsident Thomas Grimm. Die Qualifikations-Kommission (QK) der Liga verweigert die Lizenzen für die Sion-Neuverpflichtungen Mario Mutsch, Gabri, Mohamed Traoré, Pascal Feindouno, Stefan Glarner und Billy Ketkeophompone. CC droht mit Streik, setzt diesen allerdings nicht um. Dafür spielt er nur noch unter Protest. Constantin sammelt TV-Bilder mit Schiri-Fehlern und fordert von der SFL für Spiele mit welscher Beteiligung ausländische Schiedsrichter. Die Liga schmettert die Forderung ab. CC erhält von der Qualifikations-Kommission der Liga die Spielbewilligung für die seit dem Winter 2010 verpflichteten Akteure wie Jonas Elmer, Eva Melo, Steven Deana und Michael Dingsdag. Dies, weil der Internationale Sportgerichthof (CAS) den Wallisern den rechtskräftigen Entscheid der Transfersperre erst nach(!) der aktuellen Transferperiode zugestellt habe. Constantin suspendiert Serey Die angeblich wegen einem Wettskandal. Auch Aleksandar Prijovic und Antonio Dos Santos wurden aufgrund von «schwerwiegendem Verhalten» suspendiert. Constantin baut eine Bisquit-Fabrik in ein Leistungszentrum um und absolviert unter militärischen Bedingungen ein Trainingslager. Uli Stielike ist ein weiteres Traineropfer unter Constantin und CC übernimmt gleich selbst. CC wollte im Ali Sami Yen in Istanbul Gasdetektoren, weil er Racheakte befürchtete. Constantin und sein Generaldirektor Massimo haben sich mit einer geplanten Rasenheizung vertan. CC stieg gleich wieder in die Super League auf und gewann als erster unterklassiger Verein den Cup. Constantin baut sein Hotel in Martigny um und richtet darin ein luxuriöses Trainingscenter ein. Nach dem Cupspiel in Kriens soll CC auf Schieds- und Linienrichter losgegangen sein und ein langer Gerichtsstreit begann. CC gewinnt zwei Prozesse und am 14. Spieltag greift Sion wieder ins Geschehen ein. Constantin kehrt zurück, finanziert ein Profikader aus eigener Tasche und versucht sich in die Challenge League zurückzuklagen. Sion wird vom Fussballverband in die 1. Liga zwangsrelegiert und Talente wie Leoni und Morganella verlassen Sion. Der Streit zwischen Constantin und Sions Stadtpräsident Mudry eskaliert. Der Stapi hält den Verein jedoch am Leben. Ohne Constantin steigen die Walliser in die NLB ab. Constantin tritt unter Druck ab. Er soll den FC Sion finanziell ruiniert haben. CC lässt im Uefa Cup auswärts das Tor von Spartak Moskau messen. Es war zu klein und es kam zu einem Wiederholungsspiel. Constantin kauft Stars und will in die Champions League - scheitert aber mit seinem Plan. CC holt drei Cupsiege in Serie und 1997 sogar das Double. Constantin gründet ein Internat und bringt Spieler wie Wicky und Grichting gross heraus. Jean-Paul Brigger ist das erste Traineropfer unter Constantin. CC wird mit 35 Jahren jüngster Präsident eines NLA-Vereins. Constantin gründet eine AG und rettet den finanziell angeschlagenen FC Sion.

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Die FIFA droht dem Schweizer Fussballverband SFV mit Sanktionen, sollte er den «Fall Sion» nicht im Sinne des Weltverbands lösen. Geschieht bis am 13. Januar nichts, wird der SFV und mit ihm alle seine Mannschaften suspendiert. Auswirkungen hätte dies beispielsweise auf den FC Basel, der sein Champions-League-Achtelfinale gegen Bayern München nicht bestreiten dürfte.

Es dürfe nicht sein, dass die Interessen der Basler Spieler und jene der Nationalspieler – im Raum steht eine Absage des Testländerspiels gegen Argentinien – durch den «Fall Sion» tangiert würden. Das schreibt Lucien Valloni, der Präsident der Swiss Association of Football Players SAFP. Die Schweizer Spielergewerkschaft fordert die FIFA auf, nur «den aus der Reihe tanzenden Club» zu sanktionieren. Auch andere Teams zu bestrafen, sei absolut unnötig und unverhältnismässig.

Die SAFP setze sich in dieser Angelegenheit dafür ein, dass die Interessen der Spieler gewahrt bleiben. Es könne nicht sein, «dass auf ihrem Buckel derartige Verbandsmachtspiele ausgetragen werden.» Schliesslich hätten die Spieler des FC Basel und der Schweizer Nati weder irgend eine Schuld noch irgendwelchen Einfluss auf das Verhalten des FC Sion, des SFV oder auf das Verhalten der Liga und ihre Kommissionen.

(rme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Damian am 20.12.2011 22:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso der FC Basel und die Nati?

    Zurecht! Dem Treiben von CC gehört ein Riegel geschoben! Keine Diskussion. Ob die FIFA jeweils verhältnismässig und objektiv enscheidet sei dahingestellt. Doch den FCB und die Nati für etwas zu bestrafen, was sie weder zu verantworten haben noch beeinflussen können, ist schlicht lächerlich! Bei all dem Unmut und der Skepsis gegenüber der FIFA sollten sie sich genau überlegen, ob sie desen Schritt wirklich gehen wollen.

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  • Sascha Lüthi am 20.12.2011 21:47 Report Diesen Beitrag melden

    Basel ...

    Basel wird, wenn es die cl betrifft, das Wallis bestrafen ...

  • dirk bratz am 21.12.2011 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    Angst vor dem FIFA-Gott?

    Dieses Machtgebähren der FIFA & UEFA ist doch nicht tolerierbar! Es war bereits verhältnislos und ungeschickt gegenüber dem FC Sion - doch nun dem SFV (& FCB) eine (militärische) Kollektivstrafe anzudrohen ist doch nur peinlich und ein verzweifeltes (letztes?) Ausschlagen in die falsche Richtung. Die gerichtlichen Instanzen werden ad absurdum geführt, nur das mächtige Wort des Verbandes zählt, der sich gebähren darf wie er will.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Elmo Dienstag am 22.12.2011 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    Ungeheuerlich

    Seit der FIFA-Drohung geht es nicht mehr um Constantin gegen Fussballverbände, sondern um FIFA gegen demokratisch-rechtsstaatliche Prinzipien. Der gesamte FIFA-Vorstand gehört suspendiert und vor ein Gericht gestellt.

  • dirk bratz am 21.12.2011 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    Angst vor dem FIFA-Gott?

    Dieses Machtgebähren der FIFA & UEFA ist doch nicht tolerierbar! Es war bereits verhältnislos und ungeschickt gegenüber dem FC Sion - doch nun dem SFV (& FCB) eine (militärische) Kollektivstrafe anzudrohen ist doch nur peinlich und ein verzweifeltes (letztes?) Ausschlagen in die falsche Richtung. Die gerichtlichen Instanzen werden ad absurdum geführt, nur das mächtige Wort des Verbandes zählt, der sich gebähren darf wie er will.

  • holmichl1954 am 21.12.2011 07:04 Report Diesen Beitrag melden

    SAFP contra Sion

    Es kann ja wohl nicht sein, dass der SAFP, der auch die Spieler des FC Sion vertritt, fordert, dass Sion bestraft wird. Was ist das für eine Spielergewerkschaft, die für die Bestrafung eines Vereines, und damit auch dessen Spieler, die ebenfalls nichts für den Streit können, eintritt? Man mag zu Constantin stehen, wie man will: Endlich steht jemand gegen die Machenschaften der FIFA auf. Und das ist gut so.

  • Damian am 20.12.2011 22:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso der FC Basel und die Nati?

    Zurecht! Dem Treiben von CC gehört ein Riegel geschoben! Keine Diskussion. Ob die FIFA jeweils verhältnismässig und objektiv enscheidet sei dahingestellt. Doch den FCB und die Nati für etwas zu bestrafen, was sie weder zu verantworten haben noch beeinflussen können, ist schlicht lächerlich! Bei all dem Unmut und der Skepsis gegenüber der FIFA sollten sie sich genau überlegen, ob sie desen Schritt wirklich gehen wollen.

    • Trap am 22.12.2011 17:20 Report Diesen Beitrag melden

      Diesen Schritt wirklich gehen wollen...

      sonst was?! Wenn du International mitspielen willst musst du dich an die Regeln halten diese sind für alle gleich. Es wäre nicht das erstemal das eine Nation ausgeschlossen wird. Die FIFA mag nicht immer korrekt sein aber dieser Fall ist Sonnenklar. Transfersperre bedeutet Transfersperre, und nicht ich darf noch 6 neue kaufen! Das Sie den SFV dazu zwingt für Recht und Ordnung zu sorgen finde ich völlig ok. Und falls Basel oder die Nati darunter leidet ist der SFV schuld! Ich habe fertig

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  • Sascha Lüthi am 20.12.2011 21:47 Report Diesen Beitrag melden

    Basel ...

    Basel wird, wenn es die cl betrifft, das Wallis bestrafen ...