Bayern München

23. Februar 2011 14:02; Akt: 23.02.2011 20:24 Print

Grosse Worte vor der «Woche der Wahrheit»

Für den FC Bayern stehen entscheidende Tage an: Gleich drei Titel könnte der deutsche Rekordmeister verspielen. Während Uli Hoeness in die Offensive geht, bleibt ein anderer ganz ruhig.

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Uli Hoeness spuckt vor den wichtigen Spielen gegen Inter, Dortmund und Schalke grosse Töne. (Bild: Keystone)

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Uli Hoeness hatte sich zuletzt mit Kampfansagen zurückgehalten. Die Auftritte in der Bundesliga gegen Hoffenheim und Mainz, als Ribéry, Robben, Müller und Gomez ihre Gegenspieler regelrecht schwindlig spielten, scheinen den 59-Jährigen überzeugt zu haben. Und so bläst der Bayern-Präsident vor der wegweisenden «Triple-Woche» mit Spielen gegen Inter Mailand (Champions League), Bundesliga-Leader Borussia Dortmund (Meisterschaft) und Schalke 04 (DFB-Pokal) wieder einmal zur Attacke.

«Inter ist schwächer geworden», sagt Hoeness vor dem Achtelfinal-Hinspiel in Mailand und legt sogleich nach. «Warum sollten wir Angst haben? Mit unserer überragenden Offensiv-Abteilung kann man jeden Gegner ausspielen. Ich bin überzeugt, dass wir gegen Inter bestehen und dann in München den Einzug ins Viertelfinale perfekt machen.» Die Bayern müssen in der Königsklasse weiterkommen, um die Saison nicht vorerst abschreiben zu müssen. Denn in der Bundesliga liegt der Rekordmeister 13 Punkte hinter Borussia Dortmund, das drei Tage nach dem Champions-League-Knüller gegen Inter in der Allianz-Arena gastiert.

Unbehagen vor der «Woche der Wahrheit»

Auch der Bundesliga-Gipfel bereitet Hoeness keine Sorgen. «Ich erwarte einen ganz klaren Sieg», sagt der Bayern-Boss der «Bild»-Zeitung. «Ein Unentschieden oder eine Niederlage halte ich für vollkommen ausgeschlossen. Wir sind die bessere Mannschaft. Im eins gegen eins haben die Dortmunder keine Chance», so Hoeness und beendet seine Ausführungen mit einem kernigen «Basta».

Hoeness' Vertrauen in die Stärken seiner Mannschaft ist nicht gespielt. Aber seine grossen Töne vor der «Woche der Wahrheit» können ein gewisses Unbehagen im Bayern-Lager nicht verbergen. Schliesslich besteht die Möglichkeit, dass man innert sieben Tagen die Chance auf alle drei Titel endgültig verspielt. Daran denkt in München momentan aber freilich niemand. «Wir haben uns als Mannschaft gefangen und in der Bundesliga gibt es keine Mannschaft, die uns schlagen kann. Da können wir uns nur selbst im Weg stehen. Ich denke, dass es realistisch ist, dass wir unsere Ziele erreichen», glaubt beispielsweise Mario Gomez.

Van Gaal bleibt gelassen

Und was ist mit Trainer Louis van Gaal? Der Holländer hält sich im Gegensatz zu Hoeness zurück. Van Gaal bleibt sachlich und spricht mit gewohnter Übellaunigkeit von unnötigen Ballverlusten, die man gegen Inter vermeiden müsse, und von den richtigen Antworten, die seine Spieler zuletzt gefunden hätten. Dass seine Bayern-Zukunft bei einem dreifachen Misserfolg auf dem Spiel stehen würde, ist für den Trainerfuchs eine Selbstverständlichkeit. Das schüchtert ihn nicht ein, im Gegenteil: Van Gaal liebt Situationen, in denen es um «Gladiolen oder Tod» geht, wie er selbst sagen würde. Und regnet es für den Holländer in den nächsten Tagen wie im letzten Jahr Gladiolen, könnte es nach all den Leistungsschwankungen und dem damit verbundenen Ärger doch noch eine gelungene Bayern-Saison werden.

(pre)