Konkurrenzkampf

19. November 2018 19:25; Akt: 19.11.2018 19:36 Print

Hat Mbabu Lichtsteiner den Rang abgelaufen?

von Eva Tedesco - Routiniers wie Stephan Lichtsteiner fehlten zuletzt in der Nati. Wie ihre Zukunft aussieht, ist offen.

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Loris Benito, Kevin Mbabu, Ricardo Rodriguez und Nico Elvedi, Teile der improvisierten Abwehr, die von Vladimir Petkovic auf den Platz gestellt wurde, jubeln nach 90 Minuten. Obwohl es etwas mehr als eine Stunde gar nicht danach ausgesehen hatte. Stimmungsvoller Auftakt in Luzern. Die Fans begrüssen die Schweizer Nationalmannschaft mit einer Choreografie. Nico Elvedis Riesenbock: Ohne Not spielt er Thorgan Hazard zu, der zum 0:1 trifft. Liegt es daran, dass Elvedi in Gladbach mit Hazard zusammenspielt? Keine zwei Minuten sind gespielt, schon jubelt Belgien über das erste Tor. Und es kommt noch schlimmer: Wieder Hazard, wieder Tor. In der 17. Minute steht es 2:0 für Belgien, und wieder sieht Hazards Gegenspieler Elvedi nicht gut aus. Der Beweis, dass die Schweizer auch ganz am Anfang des Spiels durchaus kämpfen möchten: Kevin Mbabu grätscht gegen Nacer Chadli. Da gibt es einiges zu korrigieren: Granit Xhaka versucht die Kollegen in die richtige Richtung zu lenken. So sieht ein besorgter Trainer aus: Vladimir Petkovic beim Stand von 0:2. Ein klarer Fall von: Foul ist, wenn der Schiri pfeift. Mbabu fällt, Schiedsrichter Daniele Orsato ist so nett und gibt den Elfmeter. Da kommt die Hoffnung zurück: Ricardo Rodriguez verwandelt den gnädig gepfiffenen Elfmeter zum 1:2. Der Chef und sein verlängerter Arm: Petkovic gibt Xhaka Anweisungen, auf dass es besser werde. Und es wird besser: In der 31. Minute trifft Haris Seferovic auf tolle Vorarbeit von Xherdan Shaqiri zum 2:2. Ja, den drückt er rein. Das 2:2 von Seferovic. Und wie es besser wird! Noch vor der Pause trifft erneut Seferovic. In der 44. Minute haben die Schweizer also aus einem 0:2 ein 3:2 gemacht. Jubel über den gedrehten Rückstand. Die Schweizer bejubeln die 3:2-Pausenführung. Und dann macht Nico Elvedi seinen Fehler doch tatsächlich wieder gut. Der Gladbacher erzielt nach einer Flanke von Xherdan Shaqiri das 4:2. Und dann ist es so weit. Nach zahlreichen Schweizer Möglichkeiten darf Haris Seferovic seinen ersten Hattrick im Schweizer Trikot bejubeln. Mbabu flankt nach einer feinen Finte von Shaqiri, Seferovic köpfelt, 5:2. Es ist der Endstand in diesem Spiel, die Schweizer Mannschaft feiert mit Seferovic seinen Hattrick. Der Stürmer von Benfica Lissabon bekommt kurz darauf seinen verdienten Spezial-Abgang. Unter tosendem Applaus und stehenden Ovationen verabschiedet er sich vom Luzerner Publikum und macht Platz für Albian Ajeti.

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Fehler gesehen?

Nach der WM hat Vladimir Petkovic den Nations-League-Herbst zur Zeit der Experimente erklärt. «Ich wollte keinen Umbruch, sondern eine Konkurrenzsituation schaffen. Dem einen oder anderen Spieler die Möglichkeit geben, sich zu zeigen, um das Team ein wenig umzustrukturieren», sagte er. Es galt auch herauszufinden, ob die Zeit reif ist, auf Routiniers wie Stephan Lichtsteiner, Blerim Dzemaili oder Johan Djourou zu verzichten.

Dzemaili war im Herbst nie dabei. Djourou spielte zuletzt im September gegen England. Lichtsteiner hatte in jenen Tagen massgeblichen Anteil an der Aufarbeitung der Vorfälle an der WM. Gegen Belgien und Island verzichtete Petkovic nach Absprache mit dem Arsenal-Profi auf ein Aufgebot. Für die Partien gegen Katar und Belgien musste der 103-fache Internationale verletzt passen.

Petkovic setzt gern auf Jüngere

Die Konkurrenz mit Michael Lang und Kevin Mbabu hat währenddessen ihre Chance genutzt. Besonders Mbabu hat sich mit dem fulminanten Auftritt beim 5:2 gegen Belgien am Sonntag ins Rampenlicht gedrängt. Und anders als der 34-jährige Lichtsteiner sind der YB-Shootingstar und Lang mit 23 respektive 27 Jahren jung – und 2020, wenn die nächste EM ansteht, im besten Fussballeralter. Petkovic betont gern, dass er auf die Jüngeren setze, wenn er die Wahl zwischen zwei gleich guten Spielern habe.

Für den Captain steht ein freiwilliger Abschied nicht zur Debatte, darum wird sich irgendwann die Frage stellen: Wie schickt man einen verdienten Führungsspieler in Rente? Diese Aufgabe fair zu lösen, wird eine Knacknuss. Petkovic hat sich schon von Captain Inler früher getrennt, als ihm lieb war. Und in der Causa Behrami missriet die Kommunikation, sodass es zum Bruch kam. Das sollte ihm bei Lichtsteiner nicht wieder passieren. Allein schon wegen dessen Verdiensten für den Schweizer Fussball.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rogerio am 19.11.2018 20:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pro Mbabu

    Mbabu bringt Spielwitz und Spuelfreude, ist schnell und sympathisch. Für mich ist er der neue Mann auf der rechten Aussenbahn. Lichtsteiner in Ehren, aber es ist Zeit für einen Wechsel.

  • Steffi am 19.11.2018 22:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lichtsteiner

    Wieso kommt ein freiwilliger Abgang für Lichtsteiner nicht in Frage? Das ist doch keine Schande. Also bei all seinen Verdiensten ... Mbabu, nicht mehr wegzudenken.

  • jeani am 19.11.2018 21:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft für Mbabu

    Mbabu hat einen super Job gemacht und ist ein Versprechen für die Zukunft!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jean Marie Conz am 19.11.2018 22:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mbabu ist eine Bank!

    Mbabu ist derzeit mit Abstand der beste Verteidiger der Schweiz- Petkovic hat es leider zu spät bemerkt - an der WM wäre Mbabu motiviert und spielfreudig gewesen!

  • Steffi am 19.11.2018 22:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lichtsteiner

    Wieso kommt ein freiwilliger Abgang für Lichtsteiner nicht in Frage? Das ist doch keine Schande. Also bei all seinen Verdiensten ... Mbabu, nicht mehr wegzudenken.

  • KickerOnFire am 19.11.2018 21:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist ja wohl...

    ...logisch...Mbabu ist top, wir hatten noch nie einen besseren RV - die vereinzelten Unkonzentriertheiten im Spiel nach hinten muss er noch ausmerzen, da eher zu offensiv und dann Rückwärtsbewegung etwas verspätet... aber zum Zuschauen schon toll, wie er immer versucht, Dampf zu machen und nach vorne zu spielen ! (Es hat 'andere' Quer- und Rückpässler im Team...) GoGo, Mbabu, Go !!!

  • jeani am 19.11.2018 21:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft für Mbabu

    Mbabu hat einen super Job gemacht und ist ein Versprechen für die Zukunft!

  • Don Höfi am 19.11.2018 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konkurrenzkampf belebt das Spiel

    Es geht nicht um Ränge ablaufen. Wer nicht verletzt ist und besser zum Gegner passt und zum Spielsystem soll spielen und zwar auf jeder Position. Zur Zeit hat der Trainer ein Luxusproblem. Er kann auf soviele Spieler wo in den ersten elf starten können zurückgreifen wie noch nie. Ist doch super.