FCB-Premiere in Griechenland

24. Juli 2018 18:03; Akt: 24.07.2018 18:03 Print

Heisser Sirtaki für den FCB in Saloniki

von E. Tedesco - In der Hafenstadt an der Ägäis erwartet den FCB im Hinspiel gegen Paok ein heisser Sirtaki in einem heissblütigen Umfeld.

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Am Montagmorgen machte sich der FCB auf den Weg nach Griechenland, wo Rotblau am Dienstag seine internationale Kampagne lanciert. Der erste Gegner auf dem steinigen Weg der Basler in die Königsklasse heisst Paok Saloniki, Cupsieger und Zweiter der letztjährigen griechischen Meisterschaft. Es ist schon geraume Zeit her, dass der FCB so früh in die Qualifikation für die Champions League einsteigen musste. 2012 führte der Weg über den FC Flora aus Tallinn und den Molde FK zum CFR Cluj, wo die Bebbi in den Playoffs scheiterten. Sechs Jahre später beginnt der lange Weg im Norden Griechenlands, in einer Hafenstadt an der Ägäis. Der Optimismus der Fans, dass der FCB die Hürde Paok überspringt, ist nach den miesen Testspielresultaten und der 1:2-Niederlage im Startspiel der nationalen Meisterschaft verhalten. Marco Streller glaubt aber an seine Mannschaft: «Wir haben die Qualität», sagt der Sportchef. Das Toumba-Stadion gilt als Hexenkessel und die Anhänger des Clubs als extrem heissblütig. Eine aufgeladene Atmosphäre schreckt Valentin Stocker nicht ab, aber er bedauert, dass die FCB-Fans aus Protest gegen personalisierte Eintritte zu Hause bleiben: «Wir freuen uns auf die Stimmung, das sind doch die Spiele, für die man Fussball spielt. Schade ist es, dass uns unser zwölfter Mann nicht unterstützt. Ich hoffe, dass unsere Fans im Rückspiel dann umso lauter sind», sagte der Flügelspieler an der Medienkonferenz am Vortag des Spiels. Der erste Schock vor der Abreise: Silvan Widmer fällt wegen einer Magen-Darm-Grippe aus. Die Aufgabe des Rechtsverteidigers wird nun wohl Raoul Petretta (Bild) zufallen, der eigentlich Linksverteidiger ist. Für den FCB gilt: Siegen oder früh aus der Königsklasse fliegen. Der Druck ist riesig. Für Trainer Raphael Wicky könnte der erste internationale Auftritt der neuen Saison schon das erste Endspiel bedeuten. Der Walliser muss sich etwas einfallen lassen. Sucht er etwa hier nach Ideen?

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Am Montagmorgen machte sich der rotblaue Tross auf nach Saloniki. So ruhig wie der Flug verlief, so steinig ist der Basler Weg in die Champions League. Die Chance auf den erstmaligen Einzug in die Königsklasse dominiert seit Tagen die Medien in der Hafenstadt an der Ägäis. So heizte die lokale Sportzeitung «Metrosport» die Atmosphäre auf, indem sie von Problemen beim entthronten Schweizer Meister und schlechter Stimmung nach der Niederlage gegen St. Gallen (1:2) schrieb. Die Basler seien angeschlagen, die Chance auf die nächste Runde so gross wie nie, nähren die lokalen Journalisten den Optimismus.

In die Schlagzeilen geriet Paok schon im letzten März – damals weltweit, als Präsident Ivan Savvidis mit einer Pistole am Gürtel auf den Platz stürmte, weil er mit dem Schiedsrichter nicht einig ging, der das 1:0 gegen AEK Athen annulliert hatte. Nach dem Eklat wurde der Spielbetrieb drei Wochen ausgesetzt, das Spiel 0:3 gewertet und dem Club im Titelkampf drei wichtige Punkte abgezogen.

Heissblütige Fans

Savvidis, seit 2012 Paok-Besitzer und der Regierung nahestehender griechisch-russischer Unternehmer, erhielt drei Jahre Stadionverbot. Ende Saison musste sich Paok, Meister 1976 und 1985, im Kampf um den Titel AEK geschlagen geben. Von den heissblütigen Fans wird Savvidis dennoch als Kämpfer gegen das korrupte Establishment verehrt.

Die Anhänger sind auch selbst gut für Schlagzeilen. Als nach Ausschreitungen ein Punktabzug drohte, stürmten Chaoten ein TV-Studio und zwangen den Moderator, ihre Forderungen publik zu machen. Einen Instagram-Eintrag von Paok-Stürmer Aleksandar Prijovic, in St. Gallen geboren und mit Wurzeln in Serbien, nach dem WM-Sieg der Nati gegen Serbien kommentierten sie so: «Prijo wird Basel und den anderen Xhaka zerstören.» Nur ist Taulant Xhaka verletzt und nicht dabei. Wie auch Silvan Widmer, der an einer Magen-Darm-Infektion erkrankt ist. Wahrscheinlich wird Linksverteidiger Raoul Petretta auf rechts wechseln, Blas Riveros auf links.

Ohne Unterstützung aus der Heimat

«Wir haben gehört, dass es eine tolle Atmosphäre sein wird. Wir freuen uns auf die Stimmung», zeigte sich Valentin Stocker an der Medienkonferenz im Toumba-Stadion unbeeindruckt, obwohl der FCB ohne seinen 12. Mann in Griechenland auskommen muss. Die FCB-Anhänger boykottieren die Partie, weil die griechischen Behörden eine Personalisierung der Tickets für Gästefans verlangen.

Raphael Wicky bedauert das zwar, aber die Gedanken des FCB-Trainers sind längst beim Spiel am Dienstagabend (ab 19.30 Uhr im Ticker). Der Walliser erwartet einen erfahrenen Gegner, der für die Duelle gegen den FCB alles in die Waagschale wirft. Trainer Razvan Lucescu hat wegen der CL-Quali die Vorbereitung am 20. Juni aufgenommen und sein Team in einem zweiwöchigen Trainingslager in den Niederlanden in Form gebracht. Was dem Cupsieger fehlt, ist Matchpraxis. Die Meisterschaft in Griechenland beginnt erst am 25. August. «Paok ist ein guter Gegner, der eine gute Saison gespielt hat», sagt Wicky, «aber wir wollen weiterkommen und glauben an unsere Chancen.»

Dafür muss Rotblau diesmal die Aufgabe besser erfüllen als noch am Samstag gegen St. Gallen und verhindern, dass mit Stürmer Prijovic nicht wieder ein St. Galler die Musik macht. Sonst wird die Lage für den FCB und seinen Trainer auch in der Heimat ungemütlich.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Herr Paternoster Live us de Spelunke am 24.07.2018 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    etwas alkoholfreies wäre für die Sportler vom FCB vermutlich besser

  • Zeitreisender am 24.07.2018 18:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Canossa reloaded

    Das wird eine Klatsche absetzen... griechisches Herzblut vs. Schweizer Lohnsicherheit. Wickys letztes Spiel imho.

  • Letzigrunder am 24.07.2018 18:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    6 : 0 für Saloniki

    Ich befürchte, für Basel wird es eine Klatsche absetzen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Baslerbebbi am 24.07.2018 20:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sieg und Niederlage....

    Viel Erfolg heute für den FCB. Aber am 28. verlieren sie....

  • Toni am 24.07.2018 19:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mr. Champions League wirds richten

    Wicky ist ja international viiiiel besser und geschickter als Fischer, das sagt doch Streller immer, deshalb wird die CL Quali locker erreicht werden. Alles andere wäre eine Überraschung und eine totale Fehlleistung von Mr. Champions League.

  • Nora am 24.07.2018 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mit Wicky wirds bestimmt gut

    Wicky ist ja laut Burgener und Streller verantwortlich für die CL 1/8 Final Qualifikation. Wenn er so gut und verantwortlich ist, dass City und Manu geschlagen worden sind, dann wirds gegen Saloniki keine Probleme geben und der FCB wird dank Mr. Champions League 3:1 und 5:0 gewinnen. Wicky der Gott wirds schon richten, gäll Streller.

  • BananeBieger am 24.07.2018 19:12 Report Diesen Beitrag melden

    Experte

    Ich habe noch von keinem dieser PAOK-Startspielern je etwas gehört. Meines Erachtens eine Gurkenmannschaft aus einer taktisch schwachen Liga. Unser FC Baaasel wird diesen Buben das fürchten lernen.

  • Michi Frey am 24.07.2018 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Agäis

    Tippe auf ein 9-1 für die griechische Weltklassemannschaft. Wiki und seine schwachen Männer werden in der Agäis auf Grund laufen. Es fehlt ein Topstürmer vom Format Michi Frey.