Malta

08. Februar 2011 23:35; Akt: 09.02.2011 10:03 Print

Hitzfelds Ultimatum an Dzemaili

von Sandro Compagno, Malta - Blerim Dzemaili hatte noch nie einen leichten Stand bei Ottmar Hitzfeld. Gestern stellte ihn der Naticoach zur Rede: «Klappe – oder du fliegst!»

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Blerim Dzemaili (M.) bestritt das letzte seiner total zehn Länderspiele am 1. April 2009 beim 2:0-Sieg gegen Moldawien. (Keystone)

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Auslöser des Wirbels war ein Artikel über Dzemaili vor drei Wochen in der «Neuen Luzerner Zeitung». Dort beklagte sich die Nummer 10 des FC Parma über Hitzfelds fehlendes Interesse an seiner Person: «Ich denke, Hitzfeld kennt mich einfach zu wenig gut. Ich finde es schon seltsam, dass er nie an meine Spiele kommt.» Und ausserdem sei er besser als Pirmin Schwegler und Gökhan Inler, seine Konkurrenten im zentralen Mittelfeld der Nati. Er habe das so nicht gesagt, wehrte sich Dzemaili in Malta. «Ich fühle mich nicht schlechter als die, die im Mittelfeld spielen», entschärfte er das heisse Zitat.

Doch so leicht kam er nicht aus der Affäre heraus. Hitzfeld hat dem Parma-Söldner ordentlich den Kopf gewaschen – zuerst hinter verschlossenen Türen, gestern Mittag öffentlich: Dzemaili hätte den Artikel gegenlesen müssen, so Hitzfeld, als Spieler trage er die Verantwortung für das, was geschrieben werde. Und dann liess der General die Peitsche knallen: «Einmal kann man so ein Interview respektieren. Aber beim zweiten Mal muss man die Reissleine ziehen!» Klarer kann man ein Ultimatum nicht aussprechen: Noch ein falsches Wort, und der Mittelfeld-Puncher fliegt aus der Nati!

Eine Nati, in der Dzemaili nie richtig angekommen ist. Zehn Länderspiele bestritt er in seiner Karriere, nur eines war ein Ernstkampf: Am 1. April 2009, seinem letzten Länderspiel, wurde er beim 2:0-Sieg in der WM-Qualifikation in Moldawien nach 71 Minuten eingewechselt.

Auch heute in Maltas Nationalstadion in Ta’Qali (20.30 Uhr, SF zwei) wird Dzemaili nicht in der Startelf ­stehen. Hitzfeld setzt weiter auf das Duo Schwegler/Inler.