Wegen Manuel Neuer

19. September 2019 17:13; Akt: 19.09.2019 17:13 Print

Hoeness poltert mal wieder richtig los

Nach dem 3:0 der Bayern gegen Roter Stern heizt Uli Hoeness die Debatte um die Nationalgoalies Marc-André ter Stegen und Manuel Neuer an. Seine feurige Rede löst Kopfschütteln aus.

Bayern-Präsident Uli Hoeness kritisiert den DFB mit scharfen Worten.

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Uli Hoeness trat noch mal als polternder Wut-Bayer auf. Der in zwei Monaten scheidende Präsident verspürte nach dem geglückten Start des FC Bayern München in die Champions League erheblichen Redebedarf – aber kaum zum Spiel. Dieser entlud sich nach dem 3:0 gegen Roter Stern Belgrad in einem polemischen Rundumschlag zum aufgeregten Torhüter-Disput in der deutschen Nationalmannschaft. Beim flammenden Plädoyer für Manuel Neuer wütete Hoeness gegen dessen Rivalen Marc-André ter Stegen, den DFB und Joachim Löw, allerdings ohne den Namen des Bundestrainers zu nennen.

«Wir werden den Leuten schon mal ein bisschen Feuer geben – das können wir», drohte der 67-Jährige am Ende seiner Tirade. Es wirkte wie eine gezielte Aktion der Bayern-Bosse, denn schon vor dem Anpfiff hatte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gegenüber Sky das Thema Neuer/ter Stegen befeuert, als er «Klartext» seitens des DFB und «ein Stück Dankbarkeit» gegenüber Neuer einforderte.

Bierhoff überraschen die Vorwürfe

Hoeness verschärfte zweieinhalb Stunden später die Tonlage. Frontal griff er Barcelona-Goalie ter Stegen an, dessen öffentliche Klage über die erneute Reservistenrolle bei den ersten Länderspielen der EM-Saison gegen die Niederlande und Nordirland einen Disput auch mit Captain Neuer ausgelöst hatte. «Er hat überhaupt keinen Anspruch, da zu spielen», stänkerte Hoeness gegen ter Stegen. Neuer habe nach der langen Fussverletzung seine «alte Form» wiedergefunden. Daher könne es doch «gar keine Diskussion» um die Nummer eins geben, meinte der Bayern-Präsident.

Dann kamen der Verband – und damit Löw – dran. «Ich hätte mir auch vom DFB mehr Unterstützung erwartet», beschwerte sich Hoeness. Das wiederum irritierte DFB-Direktor Oliver Bierhoff, der am Donnerstag auf Nachfrage konterte: «Die Vorwürfe überraschen mich, und ich habe dafür auch kein Verständnis.» Hoeness erinnerte wiederum auch noch mal explizit an die Ausmusterung der Ex-Weltmeister Mats Hummels, Thomas Müller und Jérôme Boateng im Frühjahr dieses Jahres durch Löw.

«Wir kriegen ständig vom DFB Theater, zuerst die unmögliche Ausbootung, wie die drei Spieler schlecht behandelt wurden. Und jetzt dasselbe mit Manuel Neuer. Dass man das zulässt, dass ein Mitspieler (ter Stegen) in die Öffentlichkeit geht für ein Thema, dass er nur mit dem Jogi Löw zu besprechen hat, das ist nicht in Ordnung! Wir werden uns das in Zukunft nicht mehr gefallen lassen, dass unsere Spieler hier beschädigt werden ohne Grund.»

Neuer hält sich zurück

Neuer, der beim Pflichtsieg gegen Belgrad – anders als DFB-Rivale ter Stegen tags zuvor bei Barcelonas 0:0 in Dortmund – einen weitgehend arbeitslosen Dienst hatte, hielt seinen nächsten Beitrag zur eskalierenden Debatte möglichst kurz. «Unterstützer zu haben, ist natürlich immer gut», sagte er zur gezielten Rückendeckung der Münchner Bosse, die aktuell gerade das Ziel verfolgen, den Vertrag des Goalies vorzeitig über das Ablaufdatum (2021) zu verlängern.

(dpa/red)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rudi am 19.09.2019 17:44 Report Diesen Beitrag melden

    Löw hat mitschuld

    Bin der Meinung, dass er den Ter-Stegen ruhig auch einsetzen können. Neuer kann ja immer noch Nr. 1 sein. In den letzten 2 Länderspielen hat Löw es verpasst. Ich verstehe daher den Unmut von Ter-Stegen schon.

  • DerRealist am 19.09.2019 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meinungsfreiheit

    Jeder darf seine Meinung sagen, nur dass seine Meinung immer in der Zeitung erscheint.

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  • P. Scopatore am 19.09.2019 18:53 Report Diesen Beitrag melden

    Hoeness leicht verwirrt...

    Ich finde nicht, dass ter Stegen etwas gesagt hätte, was ihm nicht zusteht. Er sagt, dass Löw ihm Einsätze versprochen hat und der sich daran nicht gehalten hat. Kann er das intern ansprechen? Klar. Was intern dann aber passiert, weiß jeder. Es verpufft im Sande!!! Es ist nicht Neuer, der hier angegriffen wird oder sich rechtfertigen muss. Es ist Löw, der hier mal Stellung beziehen soll, warum er sich an Absprachen nicht hält. Aber klar, der wird das nicht tun, weil er wie immer ein Linkmichel ist und sich davon stiehlt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bürger am 10.10.2019 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Blickwinkel

    Keine wichtigeren Probleme in der Welt?

  • Daniel Friedrich am 22.09.2019 13:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abgehoben

    Der grössenwahnsinnige Knasti möchte auch noch die Aufstellung der Nationalmannschaft machen.

  • Tobi Lauchmann am 21.09.2019 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    Der Vasalle

    Ruhe Bitte! Wenn durchlauchtigster Herr Hoeness- Papst von Mia san Mia - über andere urteilt und richtetet, haben alle - ausnahmslos alle - zu schweigen. Denn Herr Hoeness le Patron darf das! Andere nicht! Und wehe jemand erlaubt sich zu wiedersprechen!

  • Ferdl Obermayer am 21.09.2019 12:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt

    Unverschämt wie ein vorbestrafter Steuersünder über andere rechtschaffene Leute herzieht.Anstand,Respekt und Demut würden diesen alten Mann ein wenig sympathischer werden lassen

    • Linda die Echte. am 21.09.2019 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ferdl Obermayer

      Das ist Bayern, da hat es nur solche arroganten Typen. Er konnte ja damals mit seinem Treuhänder nicht einmal eine richtige Steuererklärung ausfüllen! Aber dauernd motzen weil ihm etwas nicht in den chram passt. Neuer ist Vergangenheit und terStegen ist Zukunft, das ist einfach Tatsache.

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  • Sensation.white am 21.09.2019 02:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jetzt

    und warum mischt sich da der FC Bayern ein. Das ist Sache vom DFB LÖW und den jeweilig beteiligten Torhütern. Und dankbar sind wir alle dem Herrn Neuer aber auch seine Glanzzeit geht zu Ende und wir müssen jetzt einen guten Torhüter aufbauen