Super League

09. Februar 2020 15:25; Akt: 09.02.2020 20:30 Print

Mit Kampf, Glück und Zigi zurück auf Platz 1

St. Gallen schlägt Servette in einer ereignisreichen Partie 1:0. Thun bezwingt zu Hause Lugano und Luzern fährt einen Auswärtssieg ein.

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«Hopp St. Gallä!», rief das Stadion gegen Ende lauthals immer und immer wieder. Die Zuschauer spürten, dass ihre Mannschaft jede Unterstützung brauchen konnte: Seit der 78. Minute und dem Platzverweis gegen Victor Ruiz war sie in Unterzahl, und der Gegner aus Genf drängte mit aller Kraft auf den Ausgleich. Die Erlösung war gross, als der Schiedsrichter abpfiff. Platz 1 war zurückerkämpft.

1:0 gewannen die St. Galler schliesslich vor 16'256 Zuschauern, das Tor hatte Nationalstürmer Cedric Itten in der 38. Minute erzielt, als er Heftis Vorarbeit mit einem wuchtigen Flachschuss abschloss. Itten war der eine Matchwinner, der andere stand im Tor und hiess Lawrence Ati Zigi. Das sah auch Trainer Peter Zeidler so: «Wir haben einen Goalie in Weltklasseform benötigt.» Der 23-jährige Ghanaer war es, der alles hielt, was an Schüssen auf ihn zukam. Und es waren grossartige Paraden darunter, weil die Genfer gleich viermal allein vor ihm standen. Doch Stevanovic, vor der Pause, und dann innert acht Minuten Kone, Iapichino und Kyei scheiterten an Zigi.

Das Spiel hielt, was es versprochen hatte, die beiden Mannschaften suchten von Anfang an die Offensive und bestätigten damit, auf welch gutem Weg sie diese Saison sind. Da waren die St. Galler, beflügelt von 21 Punkten aus den letzten neun Runden, und dort die Genfer, gestärkt durch gar 22 Punkte in der gleichen Periode. Sie sorgten dafür, dass der Match nie langweilig war, sondern tempostark, und je länger er dauerte, desto mehr Emotionen kochten hoch. Ruiz' Aussetzer und Tätlichkeit gegen Sauthier bedeutete am Ende, dass die St. Galler nochmals alle Kräfte brauchten, um den Vorsprung über die Zeit zu retten.

Thun gewinnt wegweisendes Spiel

Wohin führt der Weg des FC Thun? Nach einem Sieg gegen Sion sowie einer Niederlage bei Servette konnte das Heimspiel gegen Lugano als Wegweiser betrachtet werden. Der Beginn verlief durchaus nach dem Gusto der Berner Oberländer. Nach 21 Minuten führten sie 2:0, zweimal hatte Miguel Castroman einen Eckball getreten, Chris Kablan und Basil Stillhart waren jeweils mit einem Kopfball erfolgreich gewesen.

Doch leicht fällt den Thunern in dieser Saison nichts: Sie verursachen kurz vor der Pause in Person von Captain Stefan Glarner einen unnötigen Penalty – das 1:2 durch Luganos Mijat Maric ist die Folge. Und als Ridge Munsy in der 58. Minute das 3:1 gelingt, ist es kurz darauf Thuns Nicola Sutter, der die Gäste mit einem Eigentor im Spiel hält. Die Berner geraten nun in Bedrängnis, Lugano nähert sich dem Ausgleich an. In der 86. Minute ist es Miroslav Covilo, der knapp mit dem Kopf verfehlt, in der Nachspielzeit trifft Filip Holender aus kürzester Distanz die Latte. Und so gewinnen die Thuner knapp, es ist ihr zweiter Sieg im dritten Spiel der Rückrunde. Sie schliessen damit am Tabellenende zu Xamax auf.

Luzern bleibt unter Celestini im Hoch

Der FC Luzern setzt seinen positiven Lauf unter Trainer Fabio Celestini fort. Nach Siegen gegen den FCZ und YB holen die Zentralschweizer den dritten Vollerfolg unter dem neuen Trainer im dritten Spiel und den insgesamt vierten in Folge. Das Ziel, möglichst bald aus der Abstiegszone zu kommen, scheint der FCL erreicht zu haben. Er hat nach dem 1:0 nunmehr 12 Punkte Vorsprung auf die Neuenburger, die seit neun Runden sieglos sind.

Die beiden Teams zeigten eine wilde und fehlerhafte Partie mit einem klaren Chancenplus für das Heimteam vor der Pause. 10:5 Abschlüsse stand auf dem Statistikblatt für die Neuenburger. In Führung ging aber der FCL dank einer einstudierten Eckball-Variante und beeindruckender Effizienz. Francesco Margiotta spielte den Corner zurück an die Strafraumgrenze, wo Idriz Voca stand und den Ball an den überraschten Verteidigern vorbei zum 1:0 einschoss.

In der zweiten Halbzeit kamen die Luzerner mit den aufsässigen Xamaxien besser zurecht, dennoch wurde es eine Zitterpartie. «Wir wussten, dass es ein Kampfspiel wird», sagte Marius Müller, «aber wir haben gut dagegengehalten.» Vor allem er. Innert fünf Minuten vereitelte der Goalie in der Nachspielzeit drei Hochkaräter.

Telegramme

St. Gallen - Servette 1:0 (1:0)
16'122 Zuschauer. - SR Piccolo.
Tor: 38. Itten (Hefti) 1:0.
St. Gallen: Zigi; Hefti, Stergiou, Letard, Fazliji; Görtler, Quintilla, Ruiz; Demirovic (79. Rüfli), Guillemenot (69. Babic), Itten (92. Babayoko).
Servette: Frick; Sauthier (82. Imeri), Rouiller, Sasso, Iapichino; Stevanovic, Cespedes, Cognat, Park (40. Kyei); Tasar, Koné (70. Alves).
Bemerkungen:St. Gallen ohne Muheim (gesperrt), Lüchinger, Nuhu und Strübi (alle verletzt). Servette ohne Ondoua (gesperrt) und Schalk (verletzt). Park verletzt ausgeschieden. 32. Pfostenschuss Quintilla. 78. Rote Karte gegen Ruiz (Nachtreten). Verwarnungen: 9. Koné (Foul), 43. Quintilla (Foul), 72. Sasso (Foul), 78. Rouiller (Foul), 81. Görtler (Foul), 90. Fazliji (Foul), 93. Imeri (Foul).

Thun - Lugano 3:2 (2:1)
4188 Zuschauer. - SR Fähndrich.
Tore: 17. Kablan (Castroman) 1:0. 21. Stillhart (Castroman) 2:0. 41. Maric (Foulpenalty) 2:1. 58. Munsy (Hasler) 3:1. 62. Sutter (Eigentor) 3:2.
Thun: Faivre; Glarner, Havenaar, Sutter (68. Fatkic), Kablan; Bertone; Hasler, Castroman, Stillhart; Rapp, Munsy (72. Bandé).
Lugano:Baumann; Yao, Sulmoni, Maric, Daprelà; Lovric, Covilo, Custodio; Bottani, Gerndt, Aratore (84. Holender).
Bemerkungen: Thun ohne Hediger und Bigler (beide verletzt). Lugano ohne Lavanchy (gesperrt), Rodriguez (rekonvaleszent), Sabbatini, Obexer, Crnigoj und Guidotti (alle verletzt). 77. Lattenschuss Hasler. 92. Lattenschuss Holender. Verwarnungen: 49. Munsy (Foul). 53. Rapp (Foul). 54. Aratore (Foul). 84. Custodio (Foul). 90. Kablan (Foul).

Neuchâtel Xamax - Luzern 0:1 (0:1)
5270 Zuschauer. - SR San.
Tor: 13. Voca (Margiotta) 0:1.
Neuchâtel Xamax: Walthert; Neitzke, Djuric, Xhemajli; Serey Die; Gomes (80. Haile Selassie), Tafer (69. Ramizi), Araz, Seydoux; Karlen (62. Seferi), Nuzzolo.
Luzern: Müller; Grether, Lucas, Knezevic, Sidler; Ndiaye, Voca (35. Mistrafovic), Ndenge, Matos (68. Schürpf); Males, Margiotta (61. Schwegler).
Bemerkungen: Neuchâtel Xamax ohne Kamber (gesperrt), Doudin, Dugourd und Alic (alle verletzt). Luzern ohne Kakabadse, Schulz und Binous (alle verletzt). Voca verletzt ausgeschieden. 13. Pfostenschuss Karlen. Verwarnungen: 32. Xhemajli (Foul), 37. Matos (Ballwegschlagen), 63. Djuric (Foul), 66. Neitzke (Foul), 69. Grether (Foul), 74. Ramizi (Foul), 80. Ndiaye (Foul), 95. Schürpf (Foul).


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

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Fussball

(ths/dwu/ete)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lucki am 09.02.2020 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    Unmöglich das CH Fernsehen

    Verstehe nicht das SRF nicht St.Gallen gegen Servette zeigt. Für was bezahlen wir Gebühren.

    einklappen einklappen
  • Rico am 09.02.2020 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre super macht Tore

    Würde St.Gallen den Sieg gönnen.

  • sowieso am 09.02.2020 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Einigkeit macht stark.

    Ehre, dem Ehre gebührt.Hopp St.Gallen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • SL am 16.02.2020 10:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fan

    thun wird meister

  • fussball am 16.02.2020 10:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fc

    st gallen iär schwachmatte

  • Ein Neutraler am 10.02.2020 15:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht rumheulen

    Können wir nicht anfangen uns darüber zu freuen dass die meisterschaft für einmal so richtig spannend zwischen 3 mannschaften wird,anstatt hier in den kommentaren rumzuheulen.Unabhängig ob man nun basel fan yb fan oder fcsg fan ist kann man nicht abstreiten dass es bemerkenswert ist was für eine saison die st.galler spielen. Also ich wünsche mir nur dass es eine spannende saison bleibt.

  • Rollo am 10.02.2020 14:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    San Galli golli tolli

    Während die einte no am meckere sind, sind diä andere scho wieder am jammere :)

    • Rolandos am 10.02.2020 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rollo

      Und wieder macht ein ex Basler das Tor. Spricht für sich. Ruiz extrem unfait muss minimum 4 Sonntage bestraft werden.

    • Espenfront am 11.02.2020 14:37 Report Diesen Beitrag melden

      @Rolandos

      Personen ohne Ahnung würden besser in der Rubrik (Wissen) stöbern, anstatt solchen Mist in den Fussball-Kommentaren zu verbreiten. Wider einmal mehr ein neidischer Basler.

    einklappen einklappen
  • ein yb fan aus steffisburg am 10.02.2020 13:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der Schweiz gefällt's

    toll was dieses FCSG für ein fussball spielt das ist das was der schweizer fussball braucht drücken wir schweizer dem FCSG die daumen