Wüste Krawalle

28. März 2011 20:32; Akt: 28.03.2011 21:15 Print

Hooligans - wer will überhaupt an diese EM?

Beim Testspiel Litauen gegen Polen sorgen polnische Hooligans für heftige Strassenschlachten. Der Druck auf den EM-Gastgeber 2012 steigt.

Hooligan-Krawalle beim Testspiel Litauen - Polen. (Video: YouTube)
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Sie sind unbelehrbar, können es nicht lassen und schaden nicht nur sich selbst: Fussball-Hooligans. Jüngstes Negativbeispiel sind rund 200 polnische Anhänger, die während und nach dem Freundschaftsspiel am Samstag in Litauen randalieren. Während dem Spiel werden Pyros gezündet. Ein Feuerwerkskörper fliegt sogar Richtung Sicherheitskräfte. Nach dem Schlusspfiff geht das Chaos auf den Strassen ums Stadion weiter. Die Krawallmacher bewerfen Polizisten mit Steinen und Flaschen. 60 Hooligans wurden verhaftet, ein Polizist musste in Spitalpflege gebracht werden.

Gemäss der litauischen Nachrichtenagentur «Delfi» gingen die Ordnungskräfte mit Tränengas und Hunden gegen die Randalierer vor. Die Chaoten waren zum Teil stark alkoholisiert. Dass es zu diesen Strassenschlachten kam, hat vermutlich mit der Niederlage der Gäste zu tun. Polen verlor die Partie in Kaunas 0:2.

Druck auf EM-Gastgeber wächst

Die neuen Krawalle stellen auch die Behörden des nächsten EM-Gastgebers Polen vor schwierige Aufgaben. Am 8. Juni 2012 findet in Warschau das Eröffnungsspiel statt. Die polnische Polizei wappnet sich jetzt schon mit elektronischen Fussfesseln für Hooligans gegen die befürchteten Krawalle. «Mit den Fesseln können wir überprüfen, ob die betreffenden Fans wirklich zu Hause sind», wird Justizminister Krzysztof Kwiatkowski bei rp-online zitiert. Das Gesetz muss allerdings noch vom polnischen Parlament abgesegnet werden. Derzeit haben in Polen 1850 Fans ein landesweites Stadionverbot.

Krawalle ohne Ende

Polnische Hooligans schlagen nicht nur in der heimischen Meisterschaft immer wieder zu. Auch international sorgen sie oft für Negativ-Schlagzeilen. Vor zwei Jahren kam es beim WM-Qualifikationsspiel in Nordirland (3:2) zu heftigen Krawallen. Elf Polizisten wurden verletzt, neun Rowdies verhaftet. 2008 waren ebenfalls in der WM-Qualifikation in der Slowakei mehrere Hooligans und Sicherheitskräfte bei wüsten Schlägereien verletzt worden. Damals wurden 16 Chaoten verhaftet.

Bereits am Dienstag steigt das nächste Spiel mit Gewaltpotential. Polen ist in Griechenland zu einem Freundschaftsspiel zu Gast.