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02. November 2018 18:04; Akt: 02.11.2018 18:05 Print

Infantinos gebrochene Versprechen enthüllt

Football Leaks zeigt, wie Fifa-Präsident Gianni Infantino hinter den Kulissen seine selbst gesetzten Ziele hintertreibt und die Regeln der Uefa und der Fifa verbiegt.

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Am 26. Februar 2016 wird Gianni Infantino zum neuen Fifa-Präsidenten gewählt: Ein Herz für den Fussball: Gianni Infantino fordert nach seiner Wahl alle Anwesenden auf, zum Wohle des Fussballs zusammenzuarbeiten. Etwas ungläubiger Dank an alle Anwesenden. Infantino, bis 2019 gewählt, kann sein Glück kaum fassen. Er will, dass der Fussball wieder ins Zentrum rückt. Gianni Infantino bei seiner Antrittsrede als neuer Fifa-Präsident. Faire Gratulation nach hartem Wahlkampf: Scheich Salman beglückwünscht Gianni Infantino, den neuen mächtigsten Mann im Weltfussball. Hier schaut er noch skeptisch, aber wenige Minuten danach kann er jubeln: Gianni Infantino ist neuer Fifa-Präsident! Er erhielt im zweiten Wahlgang 115 Stimmen, gegenüber den 88 von Scheich Salman! Infantino konnte in seiner Kampagne auf prominente Supporter zählen. Hier bei einer Veranstaltung in London am 1. Februar mit Fabio Capello (links), Jose Mourinho (Mitte) und Luis Figo (rechts). Die Annäherung: Infantino nimmt beim Ballon d'Or im Januar in Zürich schon einmal Mass vor seinem neuen Logo. Vor der Euro 2008, damals noch Interimsgeneralsekretär, posiert Infantino mit SRG-Direktor Armin Walpen nach der Unterzeichnung des TV-Vertrags. Sein letzter Auftritt für die Uefa, beim Treffen des europäischen Kontinentalverbandes am Tag vor seiner Wahl zum Fifa-Präsidenten. Nur weil Uefa-Präsident Michel Platini gesperrt wurde, trat Infantino überhaupt zur Wahl an. Die beiden verbindet ein herzliches Verhältnis. Der Master of Ceremonies: Hier zusammen mit Luis Figo bei einer Europacup-Auslosung. Bei seiner letzten Auslosung, Mitte Dezember, im Gespräch mit Alex Frei.

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Fifa-Präsident Gianni Infantino hat sich für eine Abschwächung der Fifa-internen Regeln eingesetzt, die ihn selber betreffen. Er wirkte bei der Entmachtung von Aufpassern mit, die ihn überwachen sollten. Und er besorgte exklusive Einladungen für einen Walliser Oberstaatsanwalt, der ihm seinerseits diskrete Gefallen tat.

In seiner früheren Funktion als Generalsekretär des europäischen Fussballverbands Uefa legitimierte er eine hoch umstrittene Millionenzahlung aus Katar an den Club Paris Saint-Germain. Dafür veranschlagte er den Wert eines Werbevertrags auf jährlich 100 Millionen Euro. Laut Experten ist er weniger als 3 Millionen pro Jahr wert.

Dies ergibt sich aus vertraulichen Dokumenten aus dem Innersten der Fifa, darunter E-Mails, Memos und Protokolle. Ein Team des Recherchedesks von Tamedia und «Das Magazin» konnte diese sogenannten Football Leaks zusammen mit europäischen Partnern auswerten.

«Stein um Stein wieder aufgebaut»

Gianni Infantino und die Fifa weisen die Vorwürfe zurück. In einem Statement schreibt der Weltverband, man habe nach der Korruptionskrise von 2015 den Verband «Stein um Stein wieder aufgebaut», sodass man heute von einer «finanziell soliden, modernen und ethischen Organisation des Weltfussballs» sprechen könne.

Übernommen vom «Tages-Anzeiger»/«Das Magazin», bearbeitet von 20 Minuten.

Fussball

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M.s am 02.11.2018 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fifa

    Ich kanns immer wieder wiederholen. Hr . infantino ist noch schlimmer als Blatter! Das sind maföse Zustände!

  • lightsout am 02.11.2018 18:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    verlottert

    will wohl niemand allen Ernstes behaupten, dass dies überrascht

    einklappen einklappen
  • Exaktiver am 02.11.2018 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nun

    Wer kann diesen Verein noch ernst nehmen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hügi, Seppe am 03.11.2018 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Seppe Hügi

    Welchen Beruf (gelernt) hat eigentlich Herr Infantino?

  • Wallys Platter am 03.11.2018 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Pecunia non olet

    Mit infantilen Tricks wird die Welt der Tschütteler ins Offside gespielt. Da können immer noch ein paar Scheine für Ablenkung sorgen.

  • Carlos am 03.11.2018 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Sumpf bleibt Sumpf

    Als die ersten Machenschaften bekannt wurden war ein Bauernopfer schnell gefunden. Blatter wurde abgesägt. Doch es kam nichts Besseres nach, ist heute noch genau so ein Sumpf wie zu Blatters Zeiten. Die ganze FIFA gehört ausgetrocknet und eingestampft, wird nicht benötigt.

  • fritz am 03.11.2018 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    oh wunder

    zum glück schaue ich kein fussball mehr. wäre ich noch ein fan, müsste ich mich wieder einmal für "meinen" sport schämen

  • Martial2 am 03.11.2018 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sauberes Geschäft diese Fifa...

    Infantino ist nicht besser als seinen Vorgänger. Die ganze Chose sieht wie in Sizilien aus!!