«Huh, ist der schön!»

27. Juni 2019 05:24; Akt: 27.06.2019 05:51 Print

Instagram ist oft lukrativer als sein Profivertrag

Rurik Gislason wurde im Sommer 2018 weltberühmt. Nicht, weil er bei der WM in Russland sensationell spielte, sondern wegen seines Aussehens. Seitdem ist viel passiert.

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Der Moment, in welchem sein neues Leben ihm zu Kopf stieg, kam für Rurik Gislason mit einer Rechnung. Als der Isländer sah, für wie viel Geld er seine Trikots mit der Rückennummer Neun an Fans verschenkt hatte, wurde ihm klar: «Ich muss einen Schritt zurück gehen, um mich selbst zu schützen.» Die Rechnung erhielt er wenige Wochen nach der Fussball-WM in Russland, nach der sich innerhalb kürzester Zeit fast alles für ihn verändert hatte. «Es war ein bisschen verrückt», sagt er.

Knapp ein Jahr später erkennt man beim Training des SV Sandhausen (2. Bundesliga) nicht, dass der 31-Jährige ein Star in den sozialen Medien ist. Es ist Ende Juni und eine der ersten Einheiten in der Vorbereitung auf die neue Saison, die Sonne brennt vom Himmel auf den Rasenplatz am Waldrand, im Schatten der kleinen Tribüne haben es sich ein paar Rentner gemütlich gemacht. Fussballerisch fällt Gislason im Kreis seiner Mannschaftskollegen nicht sonderlich auf. Was ihn jedoch massiv von den anderen unterscheidet, ist sein Instagram-Profil.

Fans aus der Schweiz

Fast eine Million Menschen folgen ihm in dem sozialen Netzwerk, das sind mehr als hundertmal so viele wie bei Linksverteidiger Leart Paqarada. Vor einem Jahr hatte es angefangen, als der isländische Nationalspieler bei der WM im Vorrundenspiel gegen Argentinien eingewechselt worden war. Gislason fiel auch bei diesem Kurzeinsatz nicht auf, weil ihm ein Hattrick oder was anderes Spektakuläres gelang, sondern durch sein Aussehen: «Huh, ist der schön!», titelte zum Beispiel der «Tagesspiegel».

Lediglich sieben Tage später war die Zahl seiner Follower von knapp 40 000 auf über eine Million gestiegen. «Was in dieser Woche passiert ist, war überwältigend. Es hat Zeit gebraucht, bis ich es verstanden habe», sagt Gislason heute. Im Anschluss passierte noch viel mehr: Er wurde oft als Model angefragt, sein Gesicht wurde auf den Titelseiten von Glamourmagazinen abgedruckt und selbst aus Argentinien, Russland und der Schweiz kamen Gislason-Fans ins kleine Sandhausen. Der Offensivspieler verschenkte so viele seiner Trikots, dass er das vom Club zur Verfügung gestellte Kontingent weit überschritt.

Er kriegte den Hashtag #sexyrurik

«Vielleicht war ich zu nett. Ich wurde auf der Strasse gefragt, nach dem Training, nach den Spielen. Die Leute wissen ja nicht, dass wir Fussballer die Trikots auch selbst bezahlen müssen», sagt er. Wegen seiner langen blonden Haare und der feinen Gesichtszüge erinnert sein Aussehen an den Schauspieler Chris Hemsworth in der Comicverfilmung «Thor». Einer seiner Mitspieler verpasste ihm im Anschluss an den Hype nach seinem Argentinien-Einsatz den Hashtag #sexyrurik, der im Netz ein Hit wurde. Alle wollten was von ihm: Fans seine Trikots, Frauen seine Aufmerksamkeit, Magazine seine Fotos.

Es sei schwer gewesen, sich kurz nach der WM wieder auf die tägliche Arbeit in Sandhausen zu konzentrieren, sagt er. Sein damaliger Trainer Kenan Kocak, der ihn sowohl vor als auch nach der WM erlebte, sagt: «Er hat damals natürlich das erste Mal sowas durchgemacht. Es ist für einen Menschen nicht leicht, damit umzugehen.» Er habe auch auf die Stimmung in der Mannschaft aufpassen müssen, weil Gislason «plötzlich als Star zurückgekommen» war. Noch heute verdient der Isländer im Monat mit Instagram manchmal mehr, als beim Club, wie er sagt. Die Situation war nicht nur für Kocak und Gislason, sondern für den ganzen SV Sandhausen neu.

Bilder seiner Freundin = weniger Follower

Kaum ein Club steht so sehr für die Provinzialität des deutschen Profifussballs wie der Sandhausen. 14 500 Einwohner leben in dem Ort nahe Heidelberg, der nicht mal eine Stadt, sondern eine Gemeinde ist, wie der Vereinssprecher betont. Der Kontrast zu seinem zweiten Leben, welches für Gislason während der WM im Internet entstanden ist, hätte kaum grösser sein können. Etwas mehr als ein halbes Jahr nach seiner Rückkehr sank die Zahl seiner Follower übrigens wieder knapp unter eine Million. «Es wurde weniger, als ich anfing, Bilder von meiner Freundin zu posten», sagt er und verzieht den Mund zu einem Lächeln: «Ich weiss auch nicht, warum.»

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Happy Valentine’s day to you all ❤️

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Fussball

(dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alex Moser am 27.06.2019 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    Funicello

    Wo bleibt Tamara Funicello? Das ist doch ganz klar sexistisch, der Typ wird nur auf sein Aussehen reduziert! Oder gilt das nur für Frauen?

    einklappen einklappen
  • Thomas Regelhüter am 27.06.2019 07:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diskriminierung?

    Diesen Fussballer nur auf sein Aussehen zu reduzieren ist höchst diskriminierend!

  • Markus F am 27.06.2019 08:07 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo!

    Würden wir sowas über Frauen schreiben hätten wir morgen gerade einen neuen Streik..

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas am 27.06.2019 21:03 Report Diesen Beitrag melden

    Ich verstehe schon...

    dass er gut aussieht, aber davon gibt es viele die auch noch besser Fussball spielen, verstehe den Hype nicht.

  • Tamara F. am 27.06.2019 16:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gerne

    Au ja. Gerne :) den würde ich so gerne vernaschen. Mit Abschluss on my face ;)

  • dave am 27.06.2019 10:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    yeahh man

    darum schaue ich in sachen frauensport nur volleyball. da wird einem was fürs auge geboten. ansonsten ist frauensport nicht mein ding-meistens kein niveau. mag die knackigen frauenkörper in enger,kurzer sportkleidung. kommen dann noch die jungs mit bier rüber, steht einem frauensport abend nix im weg!

  • lenny am 27.06.2019 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Gutaussehend

    Bin zwar ein Mann muss aber zugeben dass der Typ mir - und vor allem meiner Freundin -schon an der WM als sehr gutaussehend aufgefallen ist. Davor noch nie was von ihm gehört. Seine Freundin ist nicht minder schön by the way. ;))

  • Cristina am 27.06.2019 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Heiss

    Sieht super aus, da gibts nichts zu meckern, blond, blauäugig, schönes feines Gesicht, super Body - blond hat halt leider Seltenheitswert mittlerweile...