Im Rampenlicht

09. Juni 2011 21:52; Akt: 10.06.2011 15:33 Print

Ist die U21 zu gut für die EM?

von Sandro Compagno, Dänemark - Die Schweizer U21 zählt an der morgen beginnenden EM zu den Titelkandidaten. In der Tat stellt das Team von Pierluigi Tami eine gefährliche Mischung dar. Auch für sich selbst.

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Moreno Costanzo steht an der EM im Fokus – aber wie oft kommt er auch effektiv zum Spielen? Foto: keystone

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In der Kleinstadt Hobro logiert die «kleine» Nati dieser Tage. In einem 4-Sterne-Hotel ­namens Amerika, gut versteckt in einem Wäldchen. Idylle auf der Halbinsel Jütland zwischen Nord- und Ostsee.

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Idylle? Ja, aber. Die Schweiz entsendet ein erstklassig besetztes 23-Mann-Kader an die kontinentalen Titelkämpfe. «Ich habe jede Position doppelt besetzt», sagt Trainer Tami, «und zwar auf praktisch dem gleichen Niveau». Das ist gut, birgt aber Risiken. Seine Profis wollen sich im grössten Talentschuppen Europas präsentieren. «Aber auch ich kann nur elf Spieler aufstellen», sagt der 49-jährige Tessiner: «Elf Spieler werden zufrieden sein, zwölf unzufrieden.» Gerade im Zentrum steht Tami eine Auswahl an Talenten zur Verfügung, die ihn zu unangenehmen Entscheidungen zwingt: Lustenberger, Hochstrasser, Costanzo, Frei, Kasami,
Xhaka. Der Basler, mit 18 Jahren Jüngster im Team, gibt offen zu: «Natürlich will ich mich zeigen. Darum bin ich ja hier.» So dürften alle 23 Spieler denken.

Wie geht Tami – Trainer-Typ: väterlich, ruhig, sympathisch – mit den zwölf Unzufriedenen um? U17-Weltmeister wie Nassim Ben Khalifa (10 Bundesliga-Minuten mit Nürnberg) oder Pajtim Kasami (zuletzt in Palermo oft Ersatz) oder auch der von einer Verletzung zurückgekehrte Schalke-Stürmer Mario Gavranovic müssen morgen womöglich vorerst auf der Bank Platz nehmen. Kurz vor dem Startspiel gegen Dänemark (20.45 Uhr, SF zwei und 20-Minuten-Live-Ticker) wischt Tami derlei Bedenken vom Tisch: «Problem Nummer eins sind die Gegner, nicht die eigenen Spieler.»