Streit um Geld

16. November 2019 21:39; Akt: 18.11.2019 12:56 Print

Jetzt streiken Spaniens Fussballerinnen wirklich

von Florian Raz - Sie suchen die Konfrontation: In Spaniens Frauenliga ruht der Ball. Betroffen ist auch eine Schweizer Nationalspielerin.

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Spaniens Nationalspielerin Patricia Guijarro: Bei ihrem Club, dem FC Barcelona, streikt sie. Im Nationalteam aber tritt sie weiter an. Der Streik gilt nur für Ligaspiele. (Bild: Keystone)

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Lange war nicht klar, ob sie es wirklich tun würden. Aber seit diesem Samstag steht fest: Spaniens Fussballerinnen streiken wirklich. «Heute sagen wir Fussballerinnen basta!», erklärt Mariasun Quinones, Torhüterin von Real Sociedad, in einem Video der Fussballer-Gewerkschaft AFE. Die AFE vertritt Männer und Frauen. Die erste Partie, die dem Streik zum Opfer fiel, war die Begegnung zwischen Espanyol Barcelona und Granadilla.

Die Spielerinnen fordern einen minimalen Jahreslohn von 16'000 Euro. Die Verhandlungen laufen schon über ein Jahr. Die Clubvereinigung des Frauenfussballs stellt sich auf den Standpunkt, die kleineren Clubs würden von einem Mindestlohn überfordert.

Noch am Samstag erhielten die Fussballerinnen von männlichen Kollegen moralische Unterstützung. Barcelona-Stürmer Antoine Griezmann meldete via Twitter: «Die Kameradinnen des Frauen-Fussballs, die für ihre Rechte in den Streik getreten sind, haben meine volle Unterstützung. Viel Mut!»

Die Schweizerin in der Mitte

Vom Arbeitskampf betroffen ist mit Viola Calligaris auch eine Schweizer Nationalspielerin. Sie steht derzeit bei Valencia unter Vertrag und ist sich nicht sicher, was sie vom Streik halten soll. «Eine klare Meinung zu haben, ist schwierig. Wir bekommen vom Verein Infos und wieder andere von der Gewerkschaft», sagte sie noch vor dem Streikbeginn dem «Tages-Anzeiger». (Zur Geschichte mit Viola Calligaris.)

Anders sieht es bei den Spielerinnen aus, die im Video der Gewerkschaft auftauchen. Sie haben klare Meinungen und Botschaften. Wie Jade Boho von Logrono, die mit strengem Blick in die Kamera sagt: «Es gibt Viele, die sagen, Fussball sei ein Sport für Männer. Aber wir kämpfen dafür, dass unsere Träume in Erfüllung gehen. Und wir wollen jetzt als Arbeitnehmerinnen anerkannt werden.»

Die vorerst letzte Gesprächsrunde unter Vermittlung des Arbeitsministeriums war am Donnerstag trotz einer Annäherung erfolglos zu Ende gegangen. Immerhin haben sich die beiden Parteien in einem Punkt gefunden. Während die Spielergewerkschaft Ganztagesverträge verlangt hatte, wollten die Clubs nur 50-Prozent-Anstellungen bieten. Vorige Woche einigten sich die Parteien letzte Woche auf 75-Prozent-Jobs.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • anna am 16.11.2019 22:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tja...

    Hmmm.... Die lohnforderungen sind ja nicht so enorm. Aber wer schaut schon frauenfussball? Alles ne Sache von Angebot und Nachfrage...

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  • tt am 17.11.2019 06:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hat was

    Eins muss man den Frauen lassen, sie sind härter im einstecken als z. B. Neymar. Der Fussball ist bestimmt nicht auf dem gleichen Niveau, andererseits, wenn die jungs bei z. B. Barcelona oder real je 16'000 weniger kassieren, dafür die Frauen, würde das keiner merken und vorallem würde es ihnen nicht weh tun.

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  • Lol am 16.11.2019 23:25 Report Diesen Beitrag melden

    Schuhe müsste Mann haben

    Sie meinen jetzt die gewaltig männlichen harten Jungs die am Boden herumlungern. Die mehr Zeit in Ihre Frisuren als in Ihre Standart Sätze für Interviews stecken. (Obwohl sie diese auch noch nicht fehlerfrei wiedergebe können?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gian am 19.11.2019 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Ich ging vor kurzem zum Frauen Quali Spiel. Es hat richtig spass gemacht. Die erste Halbzeit technisch und taktisch eine wahre Freude. In der zweiten Halbzeit liessen die Kräfte etwas nach. Ich ging ohne Erwartungen und wurde mit guter Unterhaltung belohnt.

  • ddgg am 18.11.2019 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Leider nicht staatlich regulierbar

    Wenn es ums Geldverdienen geht ist Fussball halt wie die (restliche?) Unterhaltungsindustrie. Mit Talent und Können hat es primär nichts zu tun - es geht einzig darum, genug Leute dafür zu begeistern. Und wenn man das schafft, dann spühlen diese Leute Unmengen an Geld ins System (was man im Männerfussball sieht). Die Forderungen der Frauen sind aufgrund der Leistung nachvollziehbar, aber solange sie nicht mehr Einnahmen generieren wird das für alle bis auf wenige Grossclubs über kurz oder lang das Ende bedeuten. Man kann Leute nicht zwingen, sich für Frauenfussball zu interessieren.

  • Bluvampir am 17.11.2019 16:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Marc am 17.11.2019 15:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was soll's

    kriegt ja eh keiner mit wenn die Spiele ausfallen.

  • Johnny am 17.11.2019 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    Witzfiguren

    Wow nein. Die Frauenliga streikt. Da wird man so einiges Interessantes verpassen. Kann keinen Tag überleben ohne mir Frauenfussball anzuschauen, in unter C Junioren Männerfussball Niveau liegt. Da muss unbedingt gehandelt werden.

    • Er Cla am 17.11.2019 17:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Johnny

      wahre worte!!!!denen zuzuschauen schlaft einem das gesicht ein...mehr lohn..lach mich kaput

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