Abgestürzter Fussballer

07. Februar 2019 11:30; Akt: 07.02.2019 11:38 Print

Jetzt verlangt Nantes die Transfersumme für Sala

Der vermisste argentinische Fussballer hat seinen neuen Verein 15 Millionen Pfund gekostet – das Geld soll jetzt fliessen.

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Die früheren Teamkollegen: Spieler des FC Nantes beim Einspielen mit einem Bild von Emiliano Sala auf der Brust. Emiliano Sala und Cardiffs CEO posieren nach der Vertragsunterzeichnung. Drei Tage später, am 21. Januar, stürzte Emiliano Sala in den Ärmelkanal und gilt seither als verschollen. Knapp zwei Wochen nach dem Verschwinden des Profifussballers bei einem Flug über den Ärmelkanal wurde das Wrack nördlich der Kanalinsel Guernsey entdeckt. (Bild: marinetraffic.com) Nun wurde darin eine Leiche geborgen. Gefunden wurde das Wrack von David Mearns. Der Meereswissenschaftler ist auf Tiefsee-Such- und Bergungsoperationen spezialisiert. Zuvor waren in Nordfrankreich bereits vermutlich von dem Flugzeug stammende Sitzteile entdeckt worden. Der Flieger mit dem 28-jährigen Fussballer und dem britischen Piloten war am 21. Januar rund 20 Kilometer nördlich der Kanalinsel Guernsey vom Radar verschwunden. Die Suche nach Sala wurde bereits eingestellt, mit privaten Mitteln jedoch fortgesetzt. Salas Familie hatte über eine Crowdfunding-Seite mehr als 360'000 Euro an Spenden eingesammelt. Kurz vor seinem Verschwinden hatte Sala in einer Whatsapp-Nachricht Sorgen über den Zustand der Maschine geäussert. Seine Schwester Romina Sala hoffte auf ein Lebenszeichen ihres Bruders und des Piloten. Nachdem die Behörden die Suche am Donnerstagabend (24. Januar) mit der Begründung, dass die Überlebenschancen der beiden Männer «äusserst gering» seien, eingestellt hatten, appellierte die junge Frau unter Tränen, die Suche nicht aufzugeben. «Die rauen Seeverhältnisse werden die grösste Schwierigkeit bei der Suche sein», schrieb der Meereswissenschaftler auf Twitter. Lionel Messi beteiligte sich mit einem Betrag an der Spendenaktion. Auch PSG-Angreifer und Weltmeister Kylian Mbappé trug finanziell dazu bei, dass für Sala eine private Suchaktion erfolgen konnte. Bis diesen Winter spielte der Stürmer für den FC Nantes. Für die Franzosen lief er 133-mal auf. Am 19. Januar wechselte Sala nach einer erfolgreichen Hinrunde in der Ligue 1 (19 Spiele/12 Tore) in die Premier League zu Cardiff City. Der Fussballer machte sich auf den Weg von Nantes nach Cardiff. Das Flugzeug verschwand am späten Montagabend vom Radar. Die französische Zivilluftfahrtbehörde bestätigte, dass Sala an Bord eines Geschäftsflugzeugs des Typs PA-46 Malibu war. Schwester Romina bangt vor dem Stadion von Cardiff City um ihren Bruder. Die Anteilnahme der Cardiff-Fans ist gigantisch, obwohl Sala nie für ihren Club gespielt hat. Club-CEO Ken Choo gibt den Medien vor Ort Auskunft. Die Spieler von Manchester City setzen im Spiel gegen Burnley mit schwarzen Armbändern ein Zeichen für Sala. Strassburgs Mittelfeldspieler Adrien Thomasson trägt beim Heimspiel gegen Bordeaux ein T-Shirt seines Freundes Sala und betet für ihn.

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Er war der Rekordtransfer von Cardiff City: Emiliano Sala. Wenn alles normal gelaufen wäre, hätte der Premier-League-Verein über eine Zeitspanne von drei Jahren insgesamt etwa 15 Millionen Pfund an den französischen Club Nantes überwiesen. Doch das Unglück am 21. Januar veränderte alles: Der 28-jährige Sala war an Bord einer einmotorigen Propellermaschine auf dem Weg zu seinem neuen Arbeitgeber in den Ärmelkanal gestürzt.

Mittlerweile wurde das Wrack der Unglücksmaschine gefunden und eine Leiche geborgen. Noch bevor diese jedoch identifiziert werden konnte, geht es für die Clubs ums Geschäftliche – jedenfalls für Nantes, das noch nie einen Spieler für so viel Geld verkauft hat. Cardiff-Präsident Mehmet Dalman bestätigte in einem Interview mit der französischen Zeitung «L'Equipe», dass Nantes in einer ersten Zahlungsaufforderung circa ein Drittel der Transfersumme verlangt – gut 5 Millionen Pfund.

Cardiff will abwarten

Eine erste Zahlung zu diesem Zeitpunkt war zwar vereinbart worden, für Cardiff kommt die Forderung dennoch zu früh. Dalman sagte: «Das Flugzeug ist noch nicht geborgen. Wir müssen der Familie Respekt erweisen. Es ist noch zu früh für uns, um die Sache zu kommentieren.»

Eine Zahlung zu einem späteren Zeitpunkt schliesst er aber nicht aus: «Ich denke nicht, dass unser Club gesagt hat, dass wir nicht zahlen werden.» Wie die BBC schreibt, ist unklar, ob Cardiff eine Versicherung für die Transferkosten besitzt.

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(te)