Tränen der Wut

23. Juni 2019 19:36; Akt: 23.06.2019 21:29 Print

Kamerun droht mit Spielabbruch

Nach einem Eingriff des Video-Assistenten mag Kamerun an der WM nicht mehr anspielen.

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Der VAR ist nicht mit ihnen: Kameruns Frauen werden vom Video-Beweis emotional durchgeschüttelt. (Bild: Keystone)

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Nein, da mögen sie einfach nicht mehr mitspielen. Kameruns Frauen stehen minutenlang im Kreis, diskutieren, hadern. Kurz zuvor hat Ellen White das 2:0 für England gegen Kamerun erzielt. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte – ein harter Schlag für die Afrikanerinnen.

Ellen White trifft regulär zum 2:0 für England. (Quelle: SRF)

Vor allem, weil die Assistentin an der Seitenlinie nach dem Tor die Fahne hebt und ein Abseits anzeigt. Kurz darauf aber korrigiert der Video-Assistent (VAR): Tor statt Offside. Kameruns Frauen verstehen die Welt nicht mehr. Sie versammeln sich im Kreis, sie diskutieren untereinander. Sie machen keine Anstalten, das Spiel weiterzuführen. An der Seitenlinie tobt Trainer Alain Djeumfa.

Es sieht ganz danach aus, als ob Kamerun einen Spielabbruch provozieren will.

Diskussionen, Emotionen, ein drohender Spielabbruch. (Quelle: SRF)

Bis Schiedsrichterin Liang Qin Captain Aboudi Onguene zu sich nimmt. Die Chinesin erklärt der Kamerunerin, was geschehen ist. Glücklich sieht Onguene auch danach nicht aus. Aber sie bringt ihre Mitspielerinnen wenigstens dazu, den Anstoss auszuführen.

Kurz darauf ist Pause. Aber die Gemüter haben sich noch nicht beruhigt. Trainer Onguene grollt auf dem Weg in die Garderobe in Richtung Kamera, fragt, ob das noch Fussball sei? Und Augustine Ejangue ist so aufgewühlt, dass sie noch auf dem Feld weinen muss.

Ärger und Tränen nach dem Pausenpfiff. (Quelle: SRF)

Ganz bitter für Kamerun: Nach der Pause geht das Drama mit dem VAR weiter. In der 48. Minute fällt der vermeintliche Anschlusstreffer. Der Ball kommt zu Aboudi Onguene, die legt auf für Arara Nchout. Jubel bei Kamerun.

Doch wieder meldet sich der Video-Assistent. Wieder entscheiden die Bilder gegen Kamerun. Assistgeberin Onguene steht wenige Zentimeter im Abseits, der Treffer zählt nicht. Trainer Djeumfa versucht die untröstliche Nchout zu trösten, wieder fliessen Tränen.

Am Ende verliert Kamerun 0:3. Für die Afrikanerinnen ist die WM zu Ende, England steht im Viertelfinal.

Fussball

(fra)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • frauenfussball am 23.06.2019 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    webung

    die nigerianerinnen wollen nicht heim fliegen und die kamerunerinnen wollen einen entscheid nicht akzeptieren. tiptop!

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  • überraschter am 23.06.2019 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hmmm

    Dachte schon "GZSZ" läuft jetzt auch Sonntags...

  • Tobias Girzer am 23.06.2019 20:41 Report Diesen Beitrag melden

    Akzeptanz?

    Das niedrigere Niveau ist ja das eine. Aber dieses rumgezicke ganzer Mannschaften macht Frauenfussball noch unattraktiver. Und dann wieder die selben Premien fordern wie bei den Männern... für sowas?!?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Balz Flitzmann am 24.06.2019 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Hysterie

    Früher konnte Mann mit Kollegen an einen Fussbalmatch, so ganz ohne Frauen, in ruhe. Jetzt sind die Frauen auch noch da Präsent, das heisst Gekreische Pur und Blablabla. Danke.

    • Roger Rämi am 24.06.2019 13:26 Report Diesen Beitrag melden

      @Balz Flitzmann

      Ja, nicht mal mehr in Ruhe Pyros abfackeln, Schaufenster einschlagen und Leute verprügeln kann man.

    • Roger Klopfer am 24.06.2019 14:37 Report Diesen Beitrag melden

      @Roger Rämi

      Machen sie den so etwas, und geben das hier noch zu? Ja klar mit falschem namen kein Problem.

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  • Schletzi am 24.06.2019 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    Kindergarten

    Es kommt immer darauf an wer Spielt. Das ganze hat mit Fussball nichts zu tun.

  • Epik am 24.06.2019 10:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Passen Mann und Frau zusammen?

    Was den Frauenstreik betrifft, so darf man da nichts durcheinanderbringen. Die Frauen verlangten dabei nicht nach den gleichen Genen, wie sie Männer haben. Gleichheit in der Würdigung und Respekt dem Körper gegenüber sollte man schon als Selbstverständlichkeit betrachten. Traurig, dass man für das eigentlich Normalste der Welt demonstrieren gehen muss.

  • john holmes am 24.06.2019 10:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    abbruch.

    ich hätte die spielerinnen ganz klar aufgeforderr, soforr zu spielen. nach einer karenzzeit von 20 sekunden spielabruch und forfait! alles andere ist schwach und nicht konsequent.

    • Gary Weber am 24.06.2019 13:27 Report Diesen Beitrag melden

      @John Holmes

      Wäre ja lustig, wenn jedes Fussballspiel abgebrochen werden würde, das nach 20 Sekunden nicht weiterläuft wegen diskutieren, lamentieren, reklamieren...

    • john holmes am 24.06.2019 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gary Weber

      das was da passierte war eine klare verweigerung! die schiedsrichterin hat die spieler mehrmals aufgefordert zu spielen. es gab keinen grund so die kleinkinder rauszuhängen. der entscheid war korrekt und das verdikt ebenfalls. lesen sie mal die regeln der fifa nach!!!

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  • Sepp Blatter am 24.06.2019 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    Fifa - alles klar!

    Den Treffer zum 2:1 wäre zu 100% nicht zurückgenommen worden, hätte ihn England erzielt! Da war viel Geld im Spiel!

    • Fredi Bobic am 24.06.2019 11:00 Report Diesen Beitrag melden

      Wirklich alles klar

      Ja genau. Immer diese Verschwörungstheoretiker. Das Tor war Abseits von Kamerun. Daran gibt es nichts zu diskutieren. Und genau dieser Treffer wäre auch den Engländer aberkannt worden. Wenn die halbe Welt die Bilder sieht, ist ja wohl klar, dass sie korrekt entscheiden.

    • Werner Kretz am 24.06.2019 14:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sepp Blatter

      Diese Aussage ist falsch, denn die Bilder des VAR waren eindeutig

    • Dianni Infantino am 24.06.2019 14:36 Report Diesen Beitrag melden

      Ermessensspielraum/klare Fehlentscheide

      Stimmt, die waren eindeutig. Wäre das Tor gegeben worden, würden die FIFA-Jünger genau umgekehrt argumentieren! Das Tor kann man aufgrund dieser Videobilder unmöglich annullieren, es sei denn......

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