Von den Emiraten nach Weissrussland

17. Mai 2018 18:18; Akt: 17.05.2018 18:32 Print

Kein Job ist zu skurril für Maradona

Der ehemalige Weltfussballer hat schon einiges gesehen in der Fussballwelt. Seine neueste Station reiht sich perfekt in diese Liste ein.

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Er ist wieder da. Diego Armando Maradona. Einer der besten Fussballer der Geschichte, zweifellos. Ein Held in Argentinien, ein Gott in Neapel. Und Präsident des weissrussischen Vereins Dinamo Brest. Das reicht dem Mann nicht, er fährt zweigleisig. Maradona wird neuer Trainer des mexikanischen Zweitligavereins Dorados de Culiacán. Dort soll der ehemalige Weltfussballer in denn nächsten Tagen vorgestellt werden. Zeit, um auf eine illustre Fussballer- und eine skurrile Trainerkarriere zurückzublicken. Der Höhepunkt einer glanzvollen Karriere: Diego Maradona führt Argentinien zum Weltmeistertitel 1986. In seinem Heimatland wird er seither verehrt wie kein Zweiter. Seine beste Zeit erlebte Maradona bei Napoli, wo er die italienische Meisterschaft und den Uefa-Cup gewann. Damals landete er auch im beschaulichen Wettingen, hier beim Uefa-Cup-Spiel 1989 im Letzigrund. Drogen, angebliche Verbindungen zur Mafia und eine Vaterschaftsklage führten zu einem schnellen Absturz und der Rückkehr nach Argentinien. Danach folgten einige skurrile Geschichten aus dem Hause Maradona. 1994 versuchte er sich mit mässigem Erfolg als Trainer beim argentinischen Zweitligisten Textil Mandiyu und ein Jahr später beim Erstligisten Racing Club. Er blieb zwölf beziehungsweise elf Spiele im Amt. Comeback-Versuche scheiterten, obwohl er 1997 die Hilfe vom kanadischen Dopingsünder Ben Johnson in Anspruch nahm, die er sich 1000 Dollar am Tag kosten liess. Es wurde – aus sportlicher Sicht – einige Jahre lang ruhig um Maradona. Dafür machte sein Privatleben Schlagzeilen. Die Diät bei Fidel Castro, das Magenband, nachdem er 120 Kilogramm wog, sein Auftritt als Trauzeuge bei der Hochzeit des Anführers der Boca-Juniors-Hooligans, die Alkoholvergiftung 2007 und 34 Millionen Euro Steuerschulden: Langweilig wird es um Maradona nie. 2008 geht es dann auch sportlich weiter, Maradona wird überraschend Nationaltrainer der «Albiceleste». Sein Debüt: eine 1:6-Niederlage gegen Bolivien. An der WM 2010 scheidet das Team nach einem 0:4 gegen Deutschland im Viertelfinal aus, drei Wochen später wird Maradona entlassen. Ein halbes Jahr später heuert der ehemalige Weltfussballer in den Vereinigten Arabischen Emiraten an, sein neuer Verein heisst Al-Wasl und wird mit dem prominenten Trainer Achter in der Liga. Zu wenig gut, Maradona wird nach etwas mehr als einem Jahr entlassen und findet danach Unterschlupf beim argentinischen Zweitligisten CD Riestra. Dort ist er vier Jahre als Mentalcoach tätig. Wieder zieht es Maradona darauf in die Emirate. Diesmal trainiert er den Al-Fujairah SC, einen Verein aus der zweiten Liga. Maradona führt den Club auf den dritten Platz, die Zielvorgabe war jedoch klar der Aufstieg. Der Argentinier wird Ende April entlassen und hat nun, gut drei Wochen später, bei Dinamo Brest eine neue Aufgabe. Zwischen all diesen teils skurrilen Tätigkeiten erweist Maradona seinem guten Freund, dem Fifa-Präsidenten Gianni Infantino, immer wieder die Ehre. Hier umarmen sich die beiden bei einem Legendenspiel in Brig. Und einige Monate später tritt er in Basel für Hublot gegen den Ball, unter anderem unter den wachsamen Augen von Usain Bolt und José Mourinho. Maradona und die Schweiz, eine immer wieder aufkeimende Beziehung. Nach seinem Uefa-Cup-Einsatz gegen Wettingen kehrt er das erste Mal 1997 zur Drogen-Therapie zurück. 20 Jahre später lost er, ausgestattet mit einer schicken gelben Fliege, die Schweiz WM-Mitfavorit Brasilien zu. Seinen bis vor kurzem neusten Arbeitgeber Dinamo Brest verkündete Maradona auf Facebook mit diesem Bild. Dazu schreibt er: «Ich danke den Weissrussen dafür, dass sie an mich gedacht haben. Ich werde, wie ich es immer tat, mein Bestes geben, das Team wieder in ein kompetitives zu verwandeln.» Bei Brest wurde Maradona dann auch sehr publikumswirksam vorgestellt. Maradona bei seiner Präsentation im Stadion von Brest. Nun also ist er auch noch Trainer eines mexikanischen Zweitligavereins. Man darf gespannt sein auf das, was da noch kommen wird.

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(mro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mr Rugby am 17.05.2018 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll

    YB sucht noch einen Trainer.

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  • pumpi am 17.05.2018 19:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...top am ball...

    ein genie auf dem platz, mit dem besten talent gesegnet. diese leistung würdige ich mit hochachtung......den rest kann man kippen. jeder kann selber entscheiden, welchen teil er bewertet.

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  • Juansito am 18.05.2018 07:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravooo Maradona

    Maradona ist und wird immer der beste Fussballspieler aller Zeiten bleiben. Er hatte sich immer gegen die Korruption in der UEFA und FIFA quer gestellt und dafür ein grosses Dankeschön ... ich wünsche ihm on Seinem weiteren Leben alles gute...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Juansito am 18.05.2018 07:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravooo Maradona

    Maradona ist und wird immer der beste Fussballspieler aller Zeiten bleiben. Er hatte sich immer gegen die Korruption in der UEFA und FIFA quer gestellt und dafür ein grosses Dankeschön ... ich wünsche ihm on Seinem weiteren Leben alles gute...

  • alfons am 17.05.2018 23:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    napoli Maradona

    Okey soll er dort die gleichen behauptungen wie gegen Juve machen als Spieler war er mal top der rest ist nun flopp ;)

  • Martial2 am 17.05.2018 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das war ein Mal...

    Ja, Maradona das war ein Mal, er hat auch viele Schlagzeilen mit Drogenkonsum gemacht. Alles kommt und geht...!

  • pumpi am 17.05.2018 19:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...top am ball...

    ein genie auf dem platz, mit dem besten talent gesegnet. diese leistung würdige ich mit hochachtung......den rest kann man kippen. jeder kann selber entscheiden, welchen teil er bewertet.

    • I.O. am 17.05.2018 19:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @pumpi

      Wir reden von Fussball.

    • K. Enner am 17.05.2018 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @pumpi

      Pele war Privat auch nicht gerade eine Vorzeige Empfehlung.

    • Brasileiro am 17.05.2018 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @pumpi

      Und Pele mit Prostituierten. Zudem hat er zwei uneheliche Kinder. Eines ist Dida, Ex Fussball Torhüter.

    • Martial2 am 17.05.2018 20:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Brasileiro

      Ja und, wie viele haben uneheliche Kinder? Das wimmelt nur so vor allem auch bei den Politiker...

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  • schaf1404 am 17.05.2018 19:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieder nur Negatives

    Weissrussland ist ein sehr schönes Land und braucht jede Unterstützung. Schade, dass es hier so runtergespielt wird.