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12. Februar 2020 20:02; Akt: 12.02.2020 21:37 Print

Klinsmann bezeichnet Abgang als «fragwürdig»

von Tim Zimmermann - Nach seinem plötzlichen Rücktritt als Trainer von Hertha Berlin wollte der Deutsche für Klarheit sorgen. Das gelang nicht ganz.

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Jürgen Klinsmann wollte am Mittwoch doch nur Aufräumen. Denn beim «Big City Club» aus dem deutschen Tabellenkeller liegt seit dem plötzlichen Abgang seines Trainers vieles in Trümmern. Am Dienstag trat der 55-Jährige für viele überraschend nach nur rund elf Wochen als Cheftrainer zurück. Das mediale Echo: enorm. Der Imageschaden für Club und Klinsmann: immens.

In Berlin wollen sie seit dem Einstieg von Investor Lars Windhorst zu den ganz Grossen gehören. Von der Champions League war die Rede. Und zwar bald. Stars sollen zur Hertha kommen – weil sie unbedingt zur Hertha wollen. In die «Big City». Soweit die Utopie.

Die Realität: Platz 14 in der Bundesliga. 12 Punkte aus den 9 Spielen unter Klinsmann. Abstiegskampf. Dies auch nachdem 51 Millionen Euro im Winter für neue Spieler investiert wurden. Und jetzt nach Klinsmanns Rücktritt das absurde Theater. Zumindest das ist schon eines Grossclubs würdig.

Fragen klären! Oder aufwerfen?

Klinsmann wollte am Mittwochabend sein Image wieder aufbessern – und ein bisschen auch das des Vereins. Sachen klären und erklären, das war sein Ziel. Und so setzte er sich daheim vor seinen Laptop, stellte die Webcam auf und startete einen 12-minütigen Monolog auf Facebook: «Die Art und Weise war natürlich fragwürdig.» Er meint seinen Rücktritt. Vielleicht hätte er sich mehr Zeit mit der Entscheidung lassen sollen, «das alles besser aufarbeiten». Aber so sei er halt, fährt er fort, einer «mit Ecken und Kanten». Die Entscheidung sei aber bereits seit Wochen in ihm gereift.

Zur Erinnerung: den Trainerposten hat er erst Ende November übernommen – das war vor elfeinhalb Wochen.

Dann schwenkt der Monolog Klinsmanns über zu seinen Problemen mit dem Verein: er habe sich bis zuletzt bei den Berlinern in einem vertragslosen Zustand befunden. Der Grund? Er und Geschäftsführer Michael Preetz wurden sich über die Verteilung der Kompetenzen nicht einig. Klinsmann wollte mehr, Preetz keine abgeben. Aber ums Geld, «wie so oft geschrieben wurde», um das gehe es ihm nicht, sagt der ehemalige deutsche Nationaltrainer.

«Ich wollte das englische Management-Modell. Ich bin nicht gewohnt, dass ein Manager (Preetz) auf der Bank sitzt. Die alle reden mit, in der Kabine auf der Bank», so Klinsmann. Er habe während seiner aktiven Karriere in Italien, Frankreich und England andere Modelle kennengelernt. So auch zuletzt als Nationaltrainer der USA. «Da hast du nur einen Boss. In der Bundesliga ist das nicht so.» Dass Klinsmann als Profi und auch Trainer bereits in der deutschen Liga gearbeitet hat, das lässt er unerwähnt. «Ich habe gemerkt, dass es nie zu diesem Vertrag kommt. Dann bin ich ins Büro und habe meine Entscheidung mitgeteilt.»

Ziele seien «realistisch»

Dann macht er den Hertha-Fans doch noch Mut: «Es ist nicht wahnsinnig, davon zu reden, dass wir in vier Jahren Champions League spielen.» Und der Klassenerhalt, der sei mit Sicherheit spätestens im April gesichert. Das ist sich der ehemalige Stürmer sicher, denn: «Michael Preetz hat die Millionen von Lars Windhorst super umgesetzt. Wir haben einen tollen Kader, der auch seinen Wert weiter entwickeln wird.» Die Berliner Utopie lebt weiter, auch in ihm. Er schliesst den Monolog mit den Worten: «Ich danke euch für zehn schöne und intensive Wochen.»

Klinsmanns Aufräumaktion ist damit – für ihn – beendet, das Berliner Theater aber noch nicht. Der abgetretene Trainer ist immer noch Aufsichtsratsmitglied und die rechte Hand von Investor Windhorst im Gremium. Ob er dies auch weiterhin bleibt? Morgen Donnerstag hat der Club zu einer Pressekonferenz geladen. Dann soll weiter aufgeräumt werden. Oder es wird noch mehr in die Brüche gehen.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • heneli am 12.02.2020 20:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht trocken hinter den Ohren

    Statt an einen Tisch, im Hinterzimmer, zu sitzen und die Probleme auszudiskutieren, stellt man sie heute ins Internet. Das ist Kindergarten.

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  • Alex Keller am 12.02.2020 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    Das EN Modell in DE

    Er dachte wohl, Berlin wäre die Vorstadt von London. Seine Modell-Vision hätte er vor der Vertragsunterschrift klären müssen!

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  • Marc am 12.02.2020 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ho Ha He!

    Das wahre Übel, und das schon seit x Jahren bei der Hertha ist Preetz. Der hat so ziemlich alles falsch gemacht was man falsch machen kann. Und ist immer noch da. Das Andere ist die Berichterstattung in den Medien. Von Investitionen in Höhe von 80, 70 und jetzt hier 51 Millionen konnte man alles lesen. Ja was denn nun?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Timm am 14.02.2020 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    geht nicht

    Das Verhalten von Klinsmann ist eines ehemaligen Nationaltrainers unwürdig. Das ist wie von einem 20 Jährigen, nicht wie von einem renommierten Trainer. Peinlich und unprofessionell.

  • Arievilo am 14.02.2020 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klinsi kann ich gut verstehen.

    Nach 10 Wochen im Amt und immer nich kein Vertrag, geht gar nicht. Dass jemand noch die ganze Zeit dreinredet geht erst recht nicht.?Klinsi muss niemand etwas beweisen. Da würde ich auch das Handtuch werfen.

  • motzki am 14.02.2020 01:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ja aber

    ist den fragwürdig in diesem verein nicht programm? ich denke mit einem preetz bleibt dir nichts anderes übrig als den ort des geschehen schnellstmöglich zu verlassen. sich mit diesem rechthaberischen selbstdarsteller hinzusetzen und diskutieren ist nicht möglich. das einzige was man klinsmann vorwerfen kann, ist lausige recherche über seinen neuen arbeitgeber. da hätte er nicht mal tief graben müssen...

  • A. Scopatore am 13.02.2020 16:24 Report Diesen Beitrag melden

    So ist er, der JK

    Wer seinem Sohn einen schönen Profivertrag verschaffen will, obwohl dieser niemals bundesligatauglich ist, der ist nur auf den eigenen Vorteil bedacht und denkt nicht im Sinne des Vereins.

  • Öz am 13.02.2020 15:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So nicht

    Ich bewunderte Klinsi seit Jahren. doch was er sich nun leistete ist untragbar und eine riesen grosse Entäuschung. Es hat sich nun bestätigt dass für in nur das alleinige sagen und einkassieren das wichtigste war. Ich würde Klinsi nun im Disney World platzieren als Donald Duck der Geldgierige. Sein benehmen schadet den Trainern allgemein