Nach Interview-Skandal

16. Februar 2011 11:44; Akt: 16.02.2011 12:27 Print

Klopp ist seinen «Seuchenvogel» los

Dortmund-Trainer Jürgen Klopp verweigerte dem SWR ein Interview. Seine kuriose Begründung erläuterte er vor laufender Kamera. Jetzt reagiert der beschimpfte Reporter.

Jürgen Klopp verweigert dem «Seuchenvogel» Stephan Mai ein Interview. (Quelle: SWR)
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«Och, leck mich am Arsch! Du wirklich, ohne Witz! Dir ein Interview zu geben, da hab' ich Bock wie auf Zahnweh. Dass du vor dem Spiel noch so blöd lachst. Musst du hierher oder was? Seuchenvogel. Hab ich schon einmal einen Punkt geholt oder irgendwas gemacht, wenn du da warst?» Nein, Jürgen Klopp war nach dem 1:1 gegen Kaiserslautern nicht gut auf den Interview-Wunsch von SWR-Reporter Stephan Mai zu sprechen. Trotzdem willigte er ein. Vorerst.

Doch der «Seuchenvogel» erhielt sein gewünschtes Interview nicht. Wenige Augenblicke später lief Klopp entnervt davon. Der Hintergrund: Bei bisher 50 Spielen von Klopps Teams ist Mai gemäss der «Bild» bisher am Spielfeldrand gestanden. Gewonnen hatte der sonst sympathische Coach dabei noch nie. Schon 2004 gab Klopp daher dem Sportjournalisten die Schuld daran, dass er mit Mainz im entscheidenden Spiel den Aufstieg verpasste. Damals wars allerdings noch «auf eine ironisierende Weise», erklärt der SWR in der Folge des aktuellen Zwischenfalles. Mai sieht den Vorfall im Interview mit dem SWR3 gelassen: «Er verliert ja nicht immer, wenn ich dabei bin – er hat ja auch jetzt in Kaiserslautern einen Punkt geholt.»

Mai verzichtet auf weitere Dortmund-Spiele

Der Sender sah sich trotzdem gezwungen eine Pressemitteilung auf die kurze Sequenz zu versenden. Darin entschuldigt sich der Südwestrundfunk. Obwohl: Eigentlich müsste sich ja Klopp für sein Verhalten entschuldigen. Und auch Mai lässt die Reaktion des Trainers nicht kalt. «Ich werde keines der Dortmunder Auswärtsspiele in dieser Saison mehr besuchen», erklärte er gegenüber der «Bild». Dann steht der Meisterschaft für Dortmund ja nichts mehr im Weg.

(fox)