Fussball-Legende

27. November 2019 11:05; Akt: 27.11.2019 14:20 Print

Köbi Kuhn starb am Geburtstag seiner Tochter

Am 26. November starb «Köbi National» – ausgerechnet am Geburtstag seiner verstorbenen Tochter.

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Am 26. November stirbt Köbi Kuhn mit 76 Jahren. Sein Tod löst in der ganzen Schweiz Betroffenheit aus. «Wir sind alle sehr traurig und werden ihn nie vergessen», sagt zum Beispiel der frühere Fifa-Präsident Sepp Blatter. Kuhn hatte in den letzten Monaten Probleme mit seiner Lunge, zudem war bei ihm 2011 eine Alters-Leukämie diagnostiziert worden: Köbi Kuhn beim Löwen in Uitkon, Waldegg. (6. April 2011) Abgesehen von einem zweimonatigen Abstecher zu Stadtrivale GC verbrachte Kuhn seine gesamte Aktivzeit beim FCZ. Von 1962 bis 1977 gewann er mit den Zürchern sechsmal den Meistertitel und fünfmal den Schweizer Cup: Kuhn (r.) im Laufduell mit FCB-Legende Karl Odermatt im April 1970. Für die Nationalmannschaft bestritt Kuhn 63 Länderspiele. Vor seiner Berufung zum Nati-Trainer kümmerte sich Köbi Kuhn um den Nachwuchs. Er betreute Spieler wie Tranquillo Barnetta, Valon Behrami und Philippe Senderos bereits in der U-21-Nationalmannschaft. 2001 wurde Kuhn Nationaltrainer, er führte die Schweiz 2004 nach acht Jahren wieder an eine EM; Kuhn wird – einen Tag vor seinem 60. Geburtstag – von seinem Team nach der gelungenen Qualifikation zur Euro 2004 gefeiert. Die Schweiz gewann in Basel mit 2:0 gegen Irland. In der «Nacht von Istanbul» gelang Köbi Kuhn mit der Schweiz die Qualifikation für die WM 2006 in Deutschland. Die Partie ging als Skandalspiel in die Geschichte ein: Nach dem Spiel stürmte das Trainergespann in die Katakomben, wo es auch zu Tumulten kam. (16. November 2005) Köbi Kuhn in Bad Bertrich. Hier hatte die Schweiz ihr Quartier während der WM 2006. Noch heute gibt es den Köbi-Kuhn-Trainingsweg. Köbi Kuhn gewann den «Swiss Award» und wurde mit den meisten Stimmen des Fernsehpublikums am 13. Januar 2007 im Zürcher Hallenstadion zum Schweizer des Jahres 2006 gekürt. In seinem letzten Spiel als Nati-Trainer, am 15. Juni 2008, konnte Köbi Kuhn noch einmal einen Erfolg feiern: Die bedeutungslose EM-Partie in Basel gegen Portugal ging mit 2:0 an die Schweizer. Die Spieler dankten ihrem Coach, denn sie wussten, dass damit eine Ära im Schweizer Fussball definitiv zu Ende gehen würde. 2011 wurde bei der FCZ-Legende Alters-Leukämie diagnostiziert. Kuhn (im Bild Ende Januar 2011 anlässlich des Ice Snow Football Turniers in Arosa) machte später eine stationäre Chemo-Therapie. Danach erklärte er, dass er sich gut fühle. Im September 2014 muss Kuhn den Tod seiner Frau Alice verkraften. Im Bild: Köbi Kuhn mit Gattin Alice während eines Interviews anlässlich des Sepp-Blatter-Turniers in Ulrichen VS. (30. August 2009) 2017 hat Köbi Kuhn seine 61-jährige Partnerin Jadwiga Cervoni geheiratet. 2018 musste Kuhn den Tod seiner Tochter Viviane verkraften. Sie starb mit nur 46 Jahren. Kuhn war nicht nur Nationalcoach, er war auch Coach der Nation, ein Mann aus dem Volk und für das Volk.

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Am 26. November 2019 ist der langjährige Schweizer Nati-Trainer Köbi Kuhn im Alter von 76 Jahren verstorben. Der Tag, der seine zweite Frau, Familie und Freunde trauernd zurücklässt, wäre dabei gleichzeitig der Geburtstag seiner verstorbenen Tochter Viviane Kuhn gewesen.

Die Tochter von Köbi und seiner ersten Frau Alice kam am 26. November 1971 zur Welt. In Kindertagen, als sie noch sehr klein war, verbrachte ihr Vater «jede freie Minute mit ihr, brachte sie in den Kindergarten, zum Arzt», wie Kuhn in einem Interview der «Schweizer Illustrierten» sagte. Doch im Teenageralter bahnt sich das spätere Unglück an, Viviane kommt ein erstes Mal mit Drogen in Berührung.

Das Drama nimmt seinen Lauf

In seiner Autobiographie, die im April 2019 erschien, schreibt Kuhn: «Zu der Zeit war es irgendwie angesagt, Drogen zu probieren. Die Szene hat den jungen Leuten imponiert, und sie kamen leicht an das Zeug heran. Mit 14 hat meine Tochter das erste Mal gekifft. Aus Neugierde wurde regelmässiger Haschischkonsum. Dann schnupfte sie Koks und Heroin, eine Zeit hat sie auch gespritzt. Ich sehe ihre ersten, frühen Kontakte mit den Drogen als Rebellion gegen unser Zuhause und die Gesellschaft …»

Die Tochter, die 1994 sogar wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln zu zwölf Monaten Gefängnis verurteilt worden war, starb 46-jährig am 14. Mai 2018 an den Folgen von Alkoholmissbrauch. Sie wurde im Grab der Familie neben Alice beerdigt. Sie war vier Jahre zuvor gestorben.

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