Die heissesten Schleudersitze

15. Juli 2019 18:20; Akt: 15.07.2019 22:36 Print

Henchoz, Magnin oder Koller – wer fliegt zuerst?

Mit dem Start der Super League steigt auch der Druck auf die Trainer wieder. Das sind die heissesten Schleudersitze der Liga.

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Wer den Job des Trainers ausführt, lebt gefährlich. Wem der Misserfolg an den Stollen klebt, ist seinen Job meist schneller los als Führungskräfte in der Wirtschaft. Die Halbwertszeiten der Männer auf der Trainerbank in der Super League sind in den letzten Jahren immer kürzer geworden, Trainerwechsel häufiger: 11 (2015/16), 12 (16/17), 15 (17/18) und 11 (18/19). Die neue Saison hat noch nicht begonnen, aber an den Stammtischen wird schon diskutiert, wo die heissesten Trainer-Schleudersitze stehen.

Der Basler-Schleudersitz

Er war schon entlassen, dann doch nicht. Zumindest hat der FC Basel über die Personalie Marcel Koller nachgedacht und für viel Unruhe während der Sommerpause gesorgt. Den Rücktritt gab am Ende des unschönen Machtgezerres Sportchef Marco Streller. Spieler wie Fabian Frei, der für eine Rebellion im Winter gegen Koller hauptverantwortlich gemacht wurde, ist entmachtet worden. Valentin Stocker wurde von Koller als Captain in der Hierarchie hochgespült, die Mannschaft damit in ihre Schranken gewiesen.

Der Druck auf Koller ist jetzt aber riesig. Er muss liefern. Sofort. Schon nach dem Super-League-Auftakt in Sion muss der FCB in der Champions-League-Quali nach Eindhoven. Bei einem Scheitern ginge es wenigstens in der Europa-League-Quali weiter. Verpasst man aber zum zweiten Mal in Folge den Einzug in eine europäische Gruppenphase, wären Millionen weg. Sportchef Ruedi Zbinden müsste überlegen, die Hand doch noch auf den Auslöser zu legen, der den Schleudersitz in Bewegung setzt.

Der Neuenburger-Schleuderstuhl

Es war die Überraschung schlechthin, als Präsident Christian Binggeli sich gegen Stéphane Henchoz und für Joël Magnin als neuen Xamax-Trainer entschied. Magnin sei ein ausgewiesener Fachmann in der Nachwuchsarbeit, Henchoz hingegen sei «keiner für die Ausbildung junger Spieler», so Binggeli. Aber Magnin ist ein SL-Neuling. Und ein Umbruch mit 27 Kadermutationen, der fast GC-hafte-Züge aufweist, zu managen – das wird schwierig und kann kaum gut gehen. Binggeli nennt Thun gerne als Vorbild, aber im Gegensatz zu ihm setzt der Thuner Präsident Markus Lüthi auf Kontinuität und stellt sich nie in den Vordergrund.

Der Zürcher- und Walliser Schleuderstuhl

Wer ist schneller? Ancillo Canepa oder Christian Constantin? FCZ-Boss Canepa hatte eine Engelsgeduld mit seinem Wunschtrainer trotz lediglich fünf Siegen in der Rückrunde und dem 7. Abschlussrang – so hat sich Canepa das nicht vorgestellt. Die Schonzeit von Ludovic Magnin, aller familiärer Verbundenheit zum Trotz, ist wohl vorbei. Sollten die Resultate weiter ausbleiben, wird Canepa reagieren müssen.

CC hat sowieso kein Problem, den Schleudersitz zu bedienen. Sein aktueller Coach und Nachfolger von Murat Yakin ist Stéphane Henchoz. Je nach Zählweise wird der ehemalige Verteidiger früher oder später die Nummer 46 in der CC-Flugparade – wahrscheinlich aber wird er das Frühjahr im Wallis nicht als Sion-Trainer erleben und sich in die lange Reihe der geschassten Trainer des Walliser Architekten einreihen.


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(ete)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Walter am 15.07.2019 20:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und die Sportchefs?

    Meistens spielen die verwöhnten Spieler gegen den Trainer. Die ganze Mannschaft zu entlassenen ist schwierig. Warum fliegt vor dem Trainer nicht der Sportchef ? Dieser sollte auch in die Pflicht genommen werden!

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  • J. Klopp am 15.07.2019 19:05 Report Diesen Beitrag melden

    Je nach Kriterium

    Unter Berücksichtigung der Kompetenz des Trainers wird es Magnin sein. Unter Berücksichtigung der Kompetenz des Präsi, wird es Henchoz sein (allerdings auch bei diesem Kriterium nur knapp vor Magnin)

  • Jens am 15.07.2019 20:12 Report Diesen Beitrag melden

    Gesucht Nachfolger

    Ganz klar Magnin. Letzte Saison keinen einzigen Fortschritt. Soll nun wegen der SOMMER Pause alles besser werden. Kaum

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marcel aus Susten am 17.07.2019 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    Stolz Walliser zu sein.

    Bei uns imWallis sagt immer der Eigentümer wos lang geht bei Sion ist Christian Constantin der Eigentümer Arbeitgeber und der Lohnzahler deshalb weiss er auch woher der Wind weht.

  • Denny am 16.07.2019 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr hoch

    Ludovic müsste schon lange weg sein eine Katastrophe

    • r.engel am 17.07.2019 09:04 Report Diesen Beitrag melden

      Magnin ist eine Null

      Magnin wäre sofort zuentlassen . Der hat letzte Saison nicht einen Blumentopf gewonnen .Man sieht auch keine leistungssteigerung beim FCZ.Ich glaube Herr Canepa hat den grauen Star sonst würde er die Chaos sehen und handeln Magnin entlassen.

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  • frrf am 16.07.2019 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unvermögen.

    Sollte Koller jetzt den Hut nemen ist dem FCB nicht mer zu helfen. Haben sie den nichts gelernt nach der letzten entlassung am Anfang der Saison.

  • Robin am 16.07.2019 13:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ludovic oder Joel

    Ich tippe auf Magnin da sind die Chancen doppelt so hoch :)

  • Hättrick am 16.07.2019 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Da der FCBasel wohl zum Flop Team

    und der der FCSG zum Top Team der Vorrunde gehören wird, könnte es leider Koller als ersten erwischen, Magnin dürfte es beim FCZ auch sehr schwer haben. Henchoz (Sion) könnte zusammen mit Zeidler (FCSG) die grosse Überraschung der Saison werden.