Halbzeit in der Super League

16. Dezember 2019 17:30; Akt: 16.12.2019 18:49 Print

Koller, Karten und ein Unverzichtbarer

von E. Tedesco - Am Wochenende verabschiedete sich die Super League in die Winterpause. Wir blicken zurück auf das erste Halbjahr und picken positive und weniger positive Momente heraus.

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Der FCSG - das Überraschungsteam


Mit 42 Toren hat die Offensive von Peter Zeidler die meisten Tore erzielt. (Bild: Keystone)

Der FC St. Gallen spielt so erfolgreich wie seit Jahren nicht. Wo soll das noch hinführen? Fakt ist, dass die Ostschweizer auf Platz 3 stehen und 3 Punkte Rückstand auf Wintermeister YB und nur einen Zähler weniger als der FCB haben. Überraschend auch, dass der FCSG vom Top-Trio die meisten Tore geschossen hat – 42 an der Zahl (davon Quintilla 9, Demirovic und Itten je 8, Babic 7). Ein Grund für den Erfolg: Trainer Peter Zeidler. Der Deutsche lässt die Espen mit seiner Mischung aus Leidenschaft, Spass, Fussballverstand und Mut, auf Jugend zu setzen anhaltend auf einer Erfolgswelle reiten. Ihm ist auch gelungen, Cedric Itten nach schwerer Verletzung zum Natispieler zu machen. Der Basler feierte in der Nati einen Traumeinstand. Seine Bilanz: 2 Länderspiele, 3 Tore. Die EM 2020 sollte für die Rückrunde als Motivation reichen.

Mustergültige Einführung des VAR


Die Videoschiedsrichter sitzen in topmodernen Räumen in Volketswil. (Bild: Keystone)

An Skepsis hat es im Sommer vor dem Start des Videoschiedsrichters nicht gefehlt. Die Halbzeitbilanz fällt nun aber sehr positiv aus. In 90 Spielen führten die VAR im Video Operation Room (VOR) 555 Checks durch und korrigierten 21 Fehlentscheide. Positiv präsentierte sich auch eine junge Gilde an Schiedsrichtern um Sandro Schärer, Lionel Tschudi und Alessandro Dudic. Sie könnten einst die Nachfolge von den Weltklasse-Refs Massimo Busacca oder Urs Meier an internationalen Turnieren antreten. Das Potenzial haben sie.

«Mister «Unverzichtbar»


36 Jahre und kein bisschen müde: Raphaël Nuzzolo ist Mr. Xamax. (Bild: Keystone)

Kein anderer Spieler – ausser vielleicht Dennis Hediger für Thun – ist für sein Team so wichtig wie Raphaël Nuzzolo für Xamax. Ohne den «Mr. Unverzichtbar» hätte Xamax in 18 Runden lediglich 5 statt 14 Punkte auf dem Konto und läge abgeschlagen auf dem Abstiegsplatz. Der Offensivspieler ist zwar schon 36 Jahre alt, aber sein Alter hindert ihn nicht daran, der wichtigste Skorer der Neuenburger zu sein. In der ersten Halbzeit der Meisterschaft erzielte er 7 Tore und leistete bei sechs weiteren die Vorlagen. Sein Näschen für Tore sollte Xamax für mindestens einen Barrageplatz reichen.

Nsame jagt Doumbias Rekord


Jean-Pierre Nsame jagt den Rekord von Seydou Doumbia. (Bild: Keystone)

Jean-Pierre Nsame ist der Stürmer der Vorrunde und führt die Torjägerliste mit 15 Toren (17 Spiele) an. Wettbewerbsübergreifend erzielte der Kameruner gar 21 Treffer (28 Partien). In der Liga jagt der eigentliche Backup von Guillaume Hoarau einen Rekord: Seit 2003/04 hatte erst einer nach 15 Spielen mehr Tore auf dem Konto: Seydou Doumbia erzielte 2009/10 16 Treffer. Am Ende waren es 30 Treffer und SL-Rekord. Hält Nsame den aktuellen Toreschnitt, käme er auf 31 bis Saisonende. Vorderhand reichte der Lauf des 26-Jährigen, dass YB als Wintermeister in die Pause ging. Apropos YB: Ab Sommer 2020 heisst das Stade de Suisse wieder Wankdorf: YB hat einen Sponsor gefunden, der aber auf die Nennung verzichtet. Bemerkenswert! Dafür sei der Name hier extra genannt: CLS Behring.

Der FCB hat sich nicht im Griff

Valentin Stocker verlor nachdem Spiel die Nerven. (Video: SRF)

Den Unparteiischen verbal anzugehen, geht gar nicht. Beim FCB sahen aber gleich zwei Spieler – und das nach Schlusspfiff – deshalb die Gelb-Rote bzw. Rote Karte. Eray Cömert verlor in Luzern die Kontrolle. Valentin Stocker beleidigte in Genf den Schiedsrichter, zeigte ihm eine ironische «Daumen hoch»-Geste. Der FCB-Captain wurde wegen «grober anstössiger, beleidigender und schmähender Gebärde» zurecht mit 4 Sperren (der Rekurs ist hängig) bestraft. Diese Unbeherrschtheiten sind respektlos und haben im Fussball nichts verloren. Selber Schuld – beide fehlen in der Rückrunde gegen YB.

Vergängliche Liebe im Wallis

Valon Berahmi war der Spektakeltransfer von Christian Constantin, aber nach drei Monaten wieder weg. (Bild: Keystone)

Wie schnell Liebe vergehen kann. Jahrelang umwarb Christian Constantin Valon Behrami. Im Sommer erlag der Mittelfeldspieler dem Werben. Er spielte – wenig und war nach drei Monaten weg. Ähnlich schnell war Trainer Stéphane Henchoz. Er reichte seine Demission ein und kritisierte in einem Interview «die Spieler haben keinen Charakter». Der 45-Jährige bemängelte im «Le Nouvelliste» die Einstellung des Teams («Man musste diese Pseudo-Stars immer streicheln.») Goalie Fickentscher konterte im «Le Matin»: «Henchoz hat uns verraten. Er ist hinterfotzig, ein Heuchler, ein falscher Hund.» In den Kommentarspalten kamen die Sittener nicht gut weg – aber es passt ins Bild, das der FC Sion seit Jahren abgibt.

Der FCB hatte einen Koller


Marcel Koller war im Sommer schon weg. (Bild: Keystone)

Der FCB sorgte mit seiner Trainerposse schon vor dem Saisonstart für Unterhaltung. Mit Patrick Rahmen hatte Sportchef Marco Streller alles besprochen, der Vertrag lag vor und Trainer Marcel Koller räumte schon seinen Spind. Am Schluss schlug sich Präsident Bernhard Burgener doch auf die Seite Kollers. Rahmen blieb in Aarau. Streller trat zurück. Koller überstand alle Stürme, überwintert mit zwei Punkten Rückstand auf YB auf Platz 2 und in der Europa League. In Basel ist Ruhe eingekehrt, aber meisterlich war dieses Episode nicht.

Handspiel-Chaos

Die neuen Handsregeln sind verwirrend und unklar. (Foto: Keystone)

Handspiel-Chaos, Handspiel-Irrsinn, Handspiel-Elend: Egal mit welchem Reizwort man «Handspiel» kombiniert, das Resultat ist - ein leidiges Dauerthema. Mit neuen Regeln wollte das Football Association Board (Ifab) dem Chaos entgegenwirken. Aber die neuen Regeln sind so schwammig formuliert, dass die Unparteiischen in manchen Situationen im Kopf eine Münze werfen können. Kaum einer hat mehr den Durchblick. Der Videobeweis macht die Sache nicht besser, denn die Fans sehen den Ball an der Hand und wollen den Penalty. Eine Lösung wäre die Abkehr von der Regel, dass jedes Handspiel im Strafraum zwangsläufig ein Elfmeter sein muss.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wernu am 16.12.2019 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meister??????

    Mir ist Egal wer Meister wird. Hauptsache es wird spannender Fussball gespielt. Tolle Atmosphären in den Stadien und das onhe Gewalt.

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  • Dave, Zürich am 16.12.2019 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pfui FCL

    Die Luzerner Chaos-Etage gehört meiner Meinung nach auch in diese Zusammenfassung. Was Mr. Meyer bisher abgezogen hat grenz an CC Niveau

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  • FaSi am 16.12.2019 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CSL

    Wenn schon, denn schon: YB Sponsor heisst CSL Behring, nicht CLS!

Die neusten Leser-Kommentare

  • irgendöpper am 17.12.2019 10:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Handspiel?

    Totaler Witz, die Forderung am Ende des Artikels, jedes Handspiel im Strafraum solle bestraft werden. Wir wollen keine Pinguine in der Verteidigung sehen, das ist kein Fussball!

    • Phil2207 am 17.12.2019 11:44 Report Diesen Beitrag melden

      Nochmal lesen

      Lies den Satz nochmal.

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  • Dave74 am 17.12.2019 06:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Die Handspielregeln wären klarer reglementiert denn je. Das mit dem Lesen und Verstehen ist einfach so eine Sache und bei manchen dauert es auch mit Erläuterungen ewig.

  • Rummenigge am 16.12.2019 22:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fair gleich Spass

    Schön wäre, Meister wird wer die fairste Mannschaft und Fans sowie am meisten Punkte hat. Da macht feiern Spass.

    • Winkel Ried am 16.12.2019 23:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rummenigge

      und welche Fans die buntesten Choreos mölerlen , und welche Spieler in den hübschesten Kleidchen und den tollsten Perücken spielen... und einen Zusatzpokal gibts für die schönsten Fangesänge,wie zum Beispiel "alli miini Spiiler renne uf em Platz, renne uf em Platz, s'Chöpfli isch schöön gschmingget, vom Schiri gitz en Schmatz..."

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  • Wernu am 16.12.2019 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meister??????

    Mir ist Egal wer Meister wird. Hauptsache es wird spannender Fussball gespielt. Tolle Atmosphären in den Stadien und das onhe Gewalt.

    • Winkel Ried am 16.12.2019 23:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Wernu

      mir ist auch Egal wer Meister wird, Hauptsache Basel holt sich den Kübel...

    • Romeo M Ronchi am 17.12.2019 09:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Wernu

      Dem stimme ich zu

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  • Dave, Zürich am 16.12.2019 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pfui FCL

    Die Luzerner Chaos-Etage gehört meiner Meinung nach auch in diese Zusammenfassung. Was Mr. Meyer bisher abgezogen hat grenz an CC Niveau

    • Sigi am 17.12.2019 01:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dave, Zürich

      Mayer, einer der Besten auf dem Platz. Der bringt Salz in die Suppe. Tut dem Schweizerfussball nur gut. Weiter so. Hopp Lozärn so hän mir dich gern...

    • Boumi am 17.12.2019 08:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dave, Zürich

      Bravo, die Chefetage funktioniert seit Jahren nicht. Wenn das Geld nicht regieren würde, wären die Chefs weg und Häberli noch in Lozärn

    • Peter LU am 17.12.2019 17:39 Report Diesen Beitrag melden

      @Dave, Zürich

      Was bittesehr hat Meier mit der "Chaos-Etage" zu tun? Er hat lediglich den Trainer nach Erfolglosigkeit und nicht sichtbarer Entwicklung von Spielern entlassen. Sie meinen wohl den Alpstäg und Konsoren, sprich die Investoren.. Ja, die gehören weg. Besser gestern als erst morgen.

    • Stedi63 am 17.12.2019 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter LU

      Dann gibts aber kein Geld mehr

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