Jetzt ist es definitv

04. Oktober 2011 13:09; Akt: 04.10.2011 18:00 Print

Koller übernimmt die Ösi-Nati ab November

Der Österreichische Fussballbund hat am Dienstagmittag Marcel Koller offiziell als Nationaltrainer vorgestellt. Der Schweizer beginnt seine Arbeit am 1. November.

storybild

Marcel Koller kurz vor der offiziellen Vorstellung als österreichischer Nati-Trainer. (Bild: Keystone/AP)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Spatzen pfiffen es bereits von den Dächern, jetzt ist es aber definitiv. Marcel Koller ist Trainer der österreichischen Nationalmannschaft. Er erhält einen Zweijahresvertrag. Mit den Worten «Zuerst einmal ein herzliches Grüssgott» richtete sich der Schweizer an die Medien. Er habe vor 14 Tagen den ersten Kontakt mit dem ÖFB gehabt und sich dann zuerst einmal erkundigt und DVDs studiert. Er habe junge Spieler mit Talent zur Weiterentwicklung gesehen, führte Koller aus. «Die Mannschaft spielt mit viel Leidenschaft, da muss ich meinem Vorgänger Constantini auch ein Kompliment machen.»

Koller setzt sich hohe Ziele: «Wir werden einen guten Weg finden, um den österreichischen Fussball voranzubringen und die Ziele wie Endrunden-Qualifikationen zu erreichen.» Der neue Trainer reist noch nicht zu den Spielen gegen Aserbaidschan und Kasachstan, sondern beginnt seine Arbeit am 1. November. Er ist vorerst mit Organisatorischem beschäftigt, wie der Suche nach einer Wohnung in Wien. Es ist nämlich Teil der Anforderungen des Verbandes, dass er seinen Wohnsitz in Wien hat und sich in den ÖFB einbringt.

Erster Einsatz Mitte November

Ein erstes Mal steht Koller am 15. November im Test bei EM-Co-Gastgeber Ukraine in der Verantwortung. Diese Partie wird auswärts in Lwiw stattfinden. Die ersten Ernstkämpfe hat Koller mit Österreich erst im Spätsommer 2012 zu bestreiten, wenn in Europa die Qualifikation zur WM 2014 in Brasilien lanciert wird. In jener Ausscheidung trifft Österreich in einer heiklen Gruppe auf Deutschland, Schweden, Irland, die Färöer und Kasachstan.

Kollers Ernennung ist in Österreich als Überraschung aufgenommen worden. Namen wie Andreas Herzog, Franco Foda (der Ex-Spieler des FC Basel ist in der vergangenen Saison mit Sturm Graz österreichischer Meister geworden), Christoph Daum, Kurt Jara, Lars Lagerbäck (Sd) oder Paul Gludovatz waren höher im Kurs gewesen. Seit September 2009 und dem Rauswurf beim VfL Bochum hatte es für Koller keine Anstellung mehr als Trainer gegeben, obwohl er immer wieder bei diversen Klubs gehandelt wurde.

Kritischer Prohaska

Christian Fuchs von Schalke 04, der einst in Bochum unter Koller gespielt hatte, freute sich über die Berufung des Schweizer Ex-Internationalen: «Für mich ist das eine super Sache. Ich kenne ihn als sehr ehrgeizigen Trainer, der gut mit jungen Spielern umgehen kann. Er legt viel Wert auf Taktik und Video-Analyse, ist ein besonnener Mensch und kann gut auf seine Spieler eingehen. Ich traue mich, zu behaupten, dass Bochum damals nicht abgestiegen wäre, wenn er hätte bleiben dürfen.»

Nicht alle jedoch zeigten sich in Österreich mit der Wahl Kollers einverstanden. Der legendäre Herbert Prohaska, der das Nationalteam ebenfalls schon trainiert hat und nun als TV-Experte arbeitet, meinte: «Ich habe ein zwiespältiges Gefühl. Es ist wahrscheinlich so, dass sich der Grossteil im Land einen anderen Entscheid gewünscht hätte. Koller wird sich bisher nicht gross mit dem österreichischen Fussball beschäftigt haben. Seine Aufgabe ist viel schwieriger, als für einen, der die anderen kennt. Er fängt im Prinzip bei Null an. Koller war zwei Jahre lang nicht im Geschäft. Es ist auch wichtig, welche Rückendeckung man hat. Koller wird ganz wenig davon haben. Und keinen Bonus, wie ihn etwa ein Andreas Herzog gehabt hätte.»

Kollers bisherige Laufbahn

Koller, 2000 mit St. Gallen und drei Jahre später mit den Grasshoppers Schweizer Meister, gilt als ruhiger und akribischer Arbeiter. Der 50-Jährige war bis zu seiner Entlassung am 20. September 2009 während mehr als vier Jahren in der Bundesliga bei Bochum tätig. Seither war Koller ohne Trainerjob.

(fbu/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.