Türkischer Botschafter in Berlin

17. Oktober 2019 06:05; Akt: 17.10.2019 09:24 Print

Kritik an Militärgruss «grenzt an Rassismus»

Nach dem salutierenden Jubel türkischer Nationalspieler kann der Botschafter in Deutschland die mediale Aufregung nur schwer nachvollziehen.

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Der türkische Botschafter in Deutschland, Ali Kemal Aydin, hat die in Deutschland laut gewordene Kritik am Militärgruss türkischer Nationalspieler mit scharfen Worten verurteilt. «Es grenzt wirklich an Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Rassismus», sagte er in Berlin. Die Kritik widerspreche der Meinungsfreiheit und sei ein Beispiel dafür, dass es wieder eine «anti-türkische Stimmung» in Deutschland gebe.

Türkische Nationalspieler hatten in den EM-Qualifikationsspielen gegen Albanien und Frankreich beim Torjubel den militärischen Gruss mit der ausgestreckten Hand an der Stirn gezeigt und damit die türkischen Soldaten im Syrien-Einsatz geehrt. Darunter waren gegen Albanien auch die Bundesliga-Profis Kaan Ayhan und Kenan Karaman von Fortuna Düsseldorf, die aber gegen Frankreich nicht mehr salutierten. Ihr Verein hatte sich zuvor «in aller Deutlichkeit von jeglicher vermeintlich politisch motivierten Handlung, die gegen die Werte des Vereins verstösst», distanziert.

Kritik richtet sich an die Medien

Die Aufregung über den militärischen Gruss auf dem Spielfeld sei für ihn schwer nachvollziehbar, sagte Aydin. Die Spieler hätten lediglich Soldaten geehrt, die ihr Leben für ihr Vaterland riskierten. «Das ist ganz normal und menschlich», sagte der Botschafter. «Wir finden es falsch, dass diese Spieler so an den Pranger gestellt worden sind.»

Aydin kritisierte auch die deutschen Medien scharf. «Einige Medien hier hetzen die Bevölkerung auf diese Spieler. Das akzeptieren wir nicht, wir finden es befremdlich.»

Fussball

(dpa/erh)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pro YPG Anti IS am 17.10.2019 06:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Free Kurdistan

    "Die Kritik wiederspricht der Meinungsfreiheit..." Das passt ja gut; in der Türkei darf man seine Meinung ja auch nur äussern wenn diese Big Brother entspricht.

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  • Roy Mungsverkauf am 17.10.2019 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    klar

    Ah...Aber wenn den Borussen wiederum die Fahnen wegen religiösen Symbolen weggenommen und Leute schickaniert werden, das ist dann weniger "rassistisch"? - Lachhaft!

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  • Rotschr am 17.10.2019 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    epic fail

    die geister, welche die linken riefen, werden sie nun nicht mehr los. es ist heutzutags politisch nicht mehr korrekt, etwas gegen die unterstützer eines kriegtreibers zu sagen... toll...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Knallfrosch am 19.10.2019 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Das Schweigen der Lämmer

    Per neustem Dekret gilt! Der Turke als Nachkomme der Osmanen und Eroberer der neuen Welt darf sich überall alles sagen und sich benehmen wie es ihm in seinem Schw...kram passt. Der NICHT Turke darf erst mal gar nix. Nicht Atmen, nicht sprechen, nicht flatulieren und nicht rülpsen. Alle müssen salutiern, die NICHT Turken auf jeden Fall und wenn du es noch wagst seine eigene Hochburg zu betreten, dann musst du zuerst konvertieren und einen ewigen Treueschwur ablegen. Dann musst die Füsse deines Herren und Gebieters küssen und ihm für alles danken. Tust du das nicht, wirst du exekutiert.

  • Historiker am 19.10.2019 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer wieder

    Wie ein roter Faden ziehen sich die Aggressionskriege des osmanischen Reiches durch die Geschichte.

    • struppilu am 19.10.2019 21:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Historiker

      Das liegt daran, das man dort grösdenwahnsinnig und von sich mehr als eingenommen ist.

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  • Nadine am 18.10.2019 21:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sport=Politik?

    Erdogans Türkei ist unbeliebt, soviel ist sicher.

    • Serdi Bozkurt am 19.10.2019 01:08 Report Diesen Beitrag melden

      sicher ist nur der Tod

      @Nadine. Wenn so unbeliebt, hätte die Türkei nicht 35Millionen Touristen gehabt dieses Jahr. Also fast das 5 fache an der Schweiz. Übrigens, es ist nicht Erdogans Türkei. Es ist die Türkische Republik, gegründet von Mustafa Kemal Pasa.

    • struppilu am 19.10.2019 10:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Serdi Bozkurt

      Stimmt nicht. Es ist schonnlange nicht mehr die Türkische Republik die Erdogan nicht gehört, sondern Erdogan macht sie sich gerade jetzt wie er sie will und möchte. Das Schlimme daran ist, Ihr Türken merkt es nicht mal. Übrigens waren 2018 4.5 Millionen Feiengäste und nicht 35 Millionen in der Türkei und durch Erdogans Gebahren werden es ganz sicher 2019 viel weniger. Steht übrigens innder Statistik des türkischen Tourismusministerium.

    • Gürünoglu Prüglu am 19.10.2019 13:48 Report Diesen Beitrag melden

      Schon gewusst?

      Heute gehört die Türkei dem Erdoturk. Und wer nicht folgt der bekommt Prügel! Handshake und Bruderkuss war gestern, heute salutiert man sich auch privat!

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  • Beli am 18.10.2019 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Disqualifizieren

    Diese Mannschaft sollte man sofort disqualifizieren . Die haben an der EM nichts zu suchen .

    • Historiker am 19.10.2019 00:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Beli

      Das ist schon so. Aber es gibt noch eine weitere Mannschaft, mein Heimatland, die zu disqualifizieren wäre. Denn was sie getan haben, wurde bisher nicht gesühnt.

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  • Frieden im Namen des Schwertes am 18.10.2019 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Sport & Politik

    Sport hat absolut rein gar nichts mit Politik zu tun! Muss man einfach immer wieder sagen; und jetzt alle zusammen: Sport...bla