Eric Cantona

04. März 2011 13:31; Akt: 04.03.2011 14:09 Print

Kung-Fu-Tritt als Karriere-Höhepunkt

Auch 16 Jahre nach seinem Kung-Fu-Tritt gegen einen Anhänger von Crystal Palace zeigt sich das französische «Enfant terrible» Eric Cantona nicht geläutert - im Gegenteil.

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Eric Cantona. Der Franzose wurde 1995 im Ligaspiel Manchester United gegen Crystal Palace derart von einem gegnerischen Fan provoziert, dass er ihn mit einem Kung-Fu-Tritt attackierte. Oliver Kahn. Deutschlands Kult-Torhüter rastete 1999 im Bundesligaspiel Bayern gegen Dortmund gleich zweimal aus. Zuerst versuchte er Heiko Herrlich ins Ohr zu beissen und später sprang er Stéphane Chapuisat mit gestrecktem Bein entgegen. Zinédine Zidane. Frankreichs dreimaliger Weltfussballer des Jahres sorgte für den berühmtesten Kopfstoss. Im WM-Final 2006 beleidigte Italiens Marco Materazzi Zidanes Schwester und wurde mit einem Kopfstoss in die Brust niedergestreckt. Didier Drogba. Chelseas Stürmer von der Elfenbeinküste drehte 2008 im Pokalspiel gegen Barnsley durch. Nachdem er mit Gegenständen beworfen worden war, schoss er eine Münze zurück ins Publikum und zeigte den «Stinkfinger». Stefan Effenberg. Das deutsche «enfant terrible» ist ebenfalls für seinen «Stinkefinger» bekannt. Er zeigte ihn an der Fussball-WM 1994 in den USA einigen unzufriedenen Fans und wurde aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen. Alex Frei. Der Schweizer Nationalstürmer sorgte an der EM 2004 in Portugal für eine unschöne Szene. Im Gruppenspiel gegen England spuckte er Steven Gerrard ins Genick und leugnete die Tat, bis er durch TV-Bilder überführt wurde. Frank Rijkard. Der Holländer ist wohl der berühmteste «Lama»-Fussballer. Im WM-Achtelfinal 1990 zwischen Deutschland und Holland spuckte er Rudi Völler in die Haare, nachdem beide früh die rote Karte gesehen hatten. Herbert Fandel. Auch Schiedsrichter sind Opfer von Attacken. Während des EM-Qualifikationsspiels Dänemark-Schweden 2007 wurde Fandel von einem dänischen Supporter angegriffen, weil er einen späten Penalty für Schweden pfiff. Kenneth Dokken streckte im norwegischen Cuphalbfinal 2009 seinen Gegner Johan Arneng mit einem Kick abseits des Spielgeschehens brutal nieder. Hier gehts zur Story!

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Auf die Frage nach dem Höhepunkt seiner Karriere sagte der 44-Jährige in einem BBC-Interview: "Das war der Kung-Fu-Kick gegen den Hooligan, weil diese Leute nicht ins Stadion gehören."

Nach der Aktion am 25. Januar 1995 war der damalige Stürmerstar von Manchester United für neun Monate gesperrt und mit 120 Stunden Sozialarbeit belegt worden. Vor seinem Ausraster war Cantona vom Crystal-Palace-Fan beleidigt worden. Die Entgleisung sei zwar ein Fehler gewesen, gestand der Franzose ein, aber er habe sich dazu hinreissen lassen, um "die Fans glücklich zu machen".

"Vielleicht träumen viele davon, diese Art von Menschen zu treten. Ich habe es für sie getan. Das gibt ihnen eine Art von Freiheit", so Cantona. Die Anhänger von Manchester United hatten den Franzosen im Jahr 2000 zum wichtigsten Spieler des 20. Jahrhunderts gewählt. Mit den "Red Devils" gewann Cantona viermal die englische Meisterschaft.

Cantonas Kung-Fu-Kick von 1995
(Video: YouTube)

(sda)