Kampf gegen Hooligans

07. Dezember 2011 22:58; Akt: 07.12.2011 22:59 Print

Längere Kontrollen im Letzigrund

Die Eingangskontrollen bei Heimspielen des FC Zürich und von GC sollen verstärkt werden. Das hat der Zürcher Gemeinderat beschlossen als Reaktion auf schwere Ausschreitungen im Stadion.

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Auslöser für die politische Debatte war das Skandal-Derby im Letzigrund anfangs Oktober.

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Bei den Heimspielen des FC Zürich und des Grasshopper Clubs sollen die Eingangskontrollen verstärkt werden und länger dauern. Dafür hat sich der Zürcher Gemeinderat am Mittwochabend ausgesprochen. Er überwies ein Postulat der CVP mit 89 Ja- zu 19 Nein-Stimmen. Ziel des Vorstosses ist, dass künftig keine gefährlichen Gegenstände mehr in das Stadion gebracht werden können und es somit im Stadion sicherer ist.

Neben der CVP machte sich auch SP für das Postulat stark. «Wenn man einen Einzeltäter verhindern kann, hat es sich schon gelohnt», sagte ein SP-Gemeinderat. Durch verstärkte Kontrollen löse man zwar nicht alle Probleme, hiess es aus der FDP. «Wir müssen aber etwas machen und ein Zeichen nach Aussen setzen.» Die Partei unterstütze das Anliegen deshalb.

Gegner auf verlorenem Posten

«Feuerwerk gehört nicht in ein Stadion und hat dort nichts verloren», sagte ein SVP-Sprecher. Man müsse die Eingangskontrollen verschärfen. Auch die SVP legte ihr Ja ein.

Gegen den Vorstoss sprach sich die AL aus. Gefährliche Gegenstände würden bereits vor dem Spiel ins Stadion gebracht, war die Partei der Meinung. «Allein durch bessere Kontrollen wird das Stadion nicht sicherer», sagte ein Sprecher. Man könne die Fussballfans nicht einfach zu den «Prügelknaben der Gesellschaft» machen.

Dieser Meinung war auch die GLP. Die Clubs seien gefordert, die Hausordnung besser anzuwenden und die Stadt als Besitzerin müsse das Stadion sicherer machen. «Was bringt die dickste Panzertüre, wenn die Wände aus Backsteinen sind», sagte ein GLP-Gemeinderat. Die Masse dürfe nicht wegen Vergehen Einzelner benachteiligt werden.

Bauliche Massnahmen in Winterpause geplant

Der Vorstoss geht zurück auf das Stadtzürcher Fussballderby vom 2. Oktober 2011. Damals spielte der FCZ gegen GC und das Spiel musste kurz vor Schluss abgebrochen werden, weil es zu groben Tumulten kam. Auslöser dafür war ein Fan, der eine Fackel angezündet und weggeworfen hatte.

Nach dem Vorfall sprachen sich GC und die Stadt Zürich dafür aus, dass Fussballspiele im Letzigrund abgebrochen werden, wenn Pyros, Knallpetarden oder Rauchbomben abgebrannt werden. Der FCZ bekannte sich «im Grundsatz» zur Nulltoleranz, hatte aber Zweifel an der Tauglichkeit der Massnahme.

In der Winterpause ab Mitte Dezember werden im Letzigrund bauliche Massnahmen ausgeführt, um die Sicherheit zu verbessern. So werden die Abschrankungen zwischen den Tribünen-Sektoren verstärkt. Gegen den Innenraum werden Gitter gebaut und bei den Eingängen im Gästesektor gibt es zusätzliche, mannshohe Drehkreuze.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martin Meier am 03.10.2011 19:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freiheit statt zuviel Sicherheit

    Freiheit geht immer auf Kosten der Sicherheit und ich ziehe die Freiheit vor. Ich will keine Zustände wie in England oder den USA wo 99 Prozent der friedlichen Zuschauer wegen ein paar Chaoten komplett überwacht werden. Es gibt aber ein einfaches Rezept das uns gar nicht kostet: einfach nicht mehr an die Spiele gehen, ist zwar bitter für die Clubs und die Spieler, aber wenn diese Chaoten keine Spielwiese mehr für sich haben, erledigt sich das Problem von selbst.

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  • Ex-Fan am 03.10.2011 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wahrscheinlich ist's zu spät...

    Das einzige Fussballspiel, das ich in den letzten 3 Jahren besucht habe, war ManU-GlasgowRangers im letzten Herbst. Ein Schotte hinter mit hat etwas grob geflucht (!), und schon musste er mit den Stewards abtraben. Nach 5min durfte er an seinen Platz zurück und hat fortan etwas weniger geflucht... :-) Die Stimmung war trotz 0:0 und scheinbarem "Spass-Verbot" X-Mal besser als an jedem Zürcher Derby, die ich früher ab und zu besucht habe. Der heutige Schweizer Fussball ist - auch dank der Geschehen auf den Rängen und ums Stadion - einer der primitivsten Europas.

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  • Patrick Patrick am 03.10.2011 21:44 Report Diesen Beitrag melden

    Probleme sind schon lange erkannt!!

    In Deutschland ist überhaupt nicht besser. Rückblickend Ende letzter Saison in Frankfurt?? Zuletzt in der 2. Bundesliga, schwere Krawalle in mehreren Spielen!! Bitte objektiv bleiben. Aber klar, wir haben ein gewaltiges Problem mit Ausschreitungen an Fussball- und Eishockeyyspielen-

Die neusten Leser-Kommentare

  • alfons bührer am 08.12.2011 11:59 Report Diesen Beitrag melden

    Informiert euch bitte sehr

    Hallo. Es wird hier immer behauptet ander Länder hätten ihre Hooligans und Ultras im Griff. Sagt mti welches? Dieser Pyro-Wurf war in der Schweiz ein Einzelfall solcher Würfe gibt es überall. Seht mal was in Deutschland los ist dort sieht die Situation etwas anders aus als hier in der Schweiz dort gibts nahezu bei jeder Spielrunde mehrere Ausschreitungen, und das auf eine gröbere Weise als in der Schweiz. Und in allen anderen Ländern inEuropa ist es genau gleich. Sogar in England ist die Hölle los wen die richtigen zwei Vereine aufeinander Treffen.

    • Kuno am 09.12.2011 13:59 Report Diesen Beitrag melden

      Irrelevant

      Es geht auch nicht drum wie oft und wo dass Pyro-Würfe passieren... Tatsache ist DASS sie passieren, und damit müssen Pyros verboten und das Verbot künftig strenger umgesetzt werden.

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  • P. Bodmer am 08.12.2011 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    bringt nichts

    In Luzern hat man all diese Sicherheitsvorkehrungen schon getroffen. Man fühlt sich als Gästefan im Metall-Käfig eher einem Raubtier, den einem Fussball-Fan gleichgesetzt. Folglich sind die Kosten enorm, die Fans unzufrieden und gezündet wird trotzdem. Ausser Stress und Spesen nix gewesen.

  • marcel finn am 08.12.2011 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    Bla bla bla

    Wenn ihr nicht an die Spiele geht, wenn ihr euch nicht mit den Menschen, die hinter der Fankultur stehen den Dialog sucht, wenn ihr euch gar nicht für Fussball interessiert oder kurzum wenn ihr keine Ahnung habt was sich draussen in der realen Welt abspielt, dann schweigt besser...

  • Zeberdeen am 08.12.2011 07:48 Report Diesen Beitrag melden

    Bringt nichts...

    Mann geht davon aus, dass die Probleme in anderen Ländern unter Kontrolle sind, was falsch ist. Es wird lediglich weniger in den Medien darüber berichtet oder hat sich wie in England in die tieferen Ligen verlagert. Bessere Eingangskontrollen sind nicht sehr sinnvoll, denn wenn jemand einen Gegenstand ins Stadion bringen möchte, dann kann er dies auch.

  • Peter Silie am 08.12.2011 07:43 Report Diesen Beitrag melden

    Es wird Zeit für schärfere Kontrollen

    Wäre ja schön, wenn nun den Reden Taten folgen. Ich kann diese Massnahmen nur begrüssen. Es ist Schade, dass der Fussball von einer Minderheit für Krawalle benutzt wird. Von mir aus können sämtliche Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt werden.