Vielseitiger Spieler

01. Dezember 2018 20:34; Akt: 01.12.2018 20:34 Print

Laupers Laserpässe bleiben nicht unbemerkt

von Fabian Ruch - Sandro Lauper hat sich bei YB durchgesetzt – und gilt nach starken Leistungen ebenfalls als Kandidat für einen Transfer in eine Topliga.

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Bereits vor dem Spiel im Old Trafford sorgen die YB-Fans für gute Stimmung. Deren 3000 sind nach Manchester gereist. Die Polizei überwacht das Geschehen in den Fanreihen. Die Stimmung bleibt aber friedlich. Im Stadion imponiert der Berner Anhang mit einer massiven gelben Wand im Fansektor. Auch wenn YB schon von Beginn an unter Druck gerät, feuern die Fans ihr Team über das ganze Spiel hinweg lautstark an. Das Old Trafford ist zwar ausverkauft, die 3000 YB-Fans damit stark in der Unterzahl. Dennoch dominieren sie das Geschehen auf den Rängen. Marcus Rashford (rechts) hat in der ersten Halbzeit einige Topchancen. Bereits nach fünf Minuten vergibt er aus bester Position. Auch danach ist ihm kein Glück im Abschluss beschieden. Hoarau-Ersatz Jean-Pierre Nsamé hat Mühe, ins Spielgeschehen einzugreifen. Es dauert lange, bis YB zur ersten reellen Möglichkeit kommt. Hoarau und Sanogos Absenzen sind klar zu spüren. Hinzu kommt noch Steve von Bergens verletzungsbedingte Auswechslung zur Pause. Für ihn kommt Ulisses García. Torhüter David von Ballmoos rettet vor Nemanja Matic. Die Gastgeber haben über die gesamte Spielzeit mehr vom Spiel, doch ihre Chancenauswertung bleibt lange mangelhaft. Trotz drückender Überlegenheit von Manchester United erspielen sich die Young Boys die eine oder andere gute Chance. In der 70. Minute jubeln die Berner schon fast, doch De Gea rettet auf der Linie. Stattdessen trifft knapp 20 Minuten später Fellaini zur späten Führung für das Heimteam. Damit markiert er auch den knappen Endstand und lässt sämtliche Hoffnungen der Berner auf einen Punktgewinn platzen. Der Treffer fällt zwei Minuten vor Spielende. YB hat keine Möglichkeit mehr, den Ausgleich zu suchen. Die Niederlage geht insgesamt in Ordnung, hat aber einen bitteren Nachgeschmack. Dennoch hat der Champions-League-Neuling einmal mehr gezeigt, dass er zumindest zeitweilig mit den Grossen des europäischen Fussballs mitzuhalten vermag. Am Ende scheidet YB aber als Gruppenletzter aus. Die Spieler bedanken sich dennoch bei den mitgereisten Fans.

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Aus der bemerkenswert jungen und talentierten YB-Mannschaft, die am Dienstag in der Champions League bei Manchester United 0:1 verlor, ragte einer noch heraus. Die Schweizer Nationalspieler Kevin Mbabu und Djibril Sow sind zwar jene, die von Clubs aus Topligen am heftigsten umworben werden, aber spätestens seit Dienstag gilt auch Sandro Lauper als einer, der irgendwann im Ausland spielen wird. Der 22-Jährige gefiel erneut mit seiner Passsicherheit und Übersicht, er ist ein moderner Stratege, der im Zentrum mit Handlungsschnelligkeit und herausragenden Zuspielen überzeugt.

Seit dieser Saison spielt der ehemalige YB-Junior nach einem Umweg über Thun wieder bei den Young Boys. Lauper hätte im Sommer bereits in die Bundesliga wechseln können, Wolfsburg und Mainz waren interessiert. Aber der Berner wollte sich zuerst bei seinem Herzensverein etablieren. Nun blickt er auf erfolgreiche Wochen und Monate zurück. Und sagt: «Natürlich gibt es das Ziel, irgendwann jede Woche in Stadien wie dem Old Trafford zu spielen.»

Starker Ballverteiler

Eine Stärke Laupers, die auch dessen Trainer Gerardo Seoane sehr schätzt, ist die Vielseitigkeit. Er kann in der Innenverteidigung spielen, noch stärker aber ist er in der Rolle des Ballverteilers vor der Abwehr wie in Manchester. «Dort kann er viel Einfluss nehmen», sagt Seoane. Lauper selbst agiert auch lieber im Mittelfeld – dort dürften seine Aussichten noch besser sein, eine respektable Karriere hinzulegen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Antonius am 01.12.2018 21:08 Report Diesen Beitrag melden

    Kopf verdrehen

    Hört auf den jungen Spielern mit solchen Artikeln den Kopf zu verdrehen! Lauper hat sicher grosses Potential, aber nach ein paar guten Spielen bei YB finde ich es verfrüht, schon über Auslandspläne zu reden. Da braucht wohl ein Spiele(ver)berater eine neues Eigenheim. Zuerst mal zwei Jahre bei YB Leistungsträger sein, DANN zu einem wirklich guten Klub wechseln und dort SPIELEN anstatt das Bänkli zu drücken. YB ist aktuell sicher die attraktivere Adresse als ein Bundesligist der unteren Tabellenhälfte.

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  • FC Thun Fan am 01.12.2018 22:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine vorbildliche Karriere

    Sandro Lauper hat seine Chancen bisher sehr eindrücklich genutzt. Beim FC Thun durch sehr gute Leistungen ab zu ÝB, und wenn er gut beraten wird und auf dem "Teppich bleibt", dann kann er noch sehr viel erreichen.

  • Dumby am 02.12.2018 05:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön

    Da sehe ich Potential heran wachsenden

Die neusten Leser-Kommentare

  • Antonius am 02.12.2018 22:34 Report Diesen Beitrag melden

    @Steh-fan

    Stimmt, ich mache mir tatsächlich Sorgen, dass nach dem CL-Aus im Winter Abwanderungsgelüste aufkeimen und Spielerberater absahnen wollen. Die jungen Spieler sollten sich aber gut überlegen, ob sie für ein paar Kröten mehr irgendwo im Ausland gegen den Abstieg spielen wollen oder in einer schönen Stadt beim zweiten Anlauf in der CL dabeisein wollen. Zwei Jahre Geduld und dann bei einem wirklich Top-Klub einsteigen, erscheint mir erfolgversprechender als kurzfristige Gier. Trifft natürlich nicht nur für YB zu.

  • Creco am 02.12.2018 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unruhe stiften

    Die wollen doch nur Unruhe ins YB Team stiften, damit die Zürcher und Basler näher zu Ihnen aufschliessen können.

  • Abi_07 am 02.12.2018 11:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ab in die Nati mit Lauper

    Ab in die Nati mit ihm, der ist doch mit seinen jungen Jahren schon besser als ein Djourou, Lacroix oder Schär. Zudem kann er auch im Mittelfeld eingesetzt werden wenn z.B wie zurzeit Zakaria, nicht in Form ist.

    • L. Favrien am 02.12.2018 11:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Abi_07

      Genau , und die jetzige Nr. 10 der Nati kann durch Lauper problemlos getauscht werden !!

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  • Dumby am 02.12.2018 05:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön

    Da sehe ich Potential heran wachsenden

  • Dumby am 01.12.2018 23:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Potential

    Da seh ich Potential