Stadt gibt Rabatt

04. März 2011 16:37; Akt: 06.03.2011 16:54 Print

Letzigrund wird billiger - GC bleibt

Neue Wende im Stadion-Streit in Zürich. Der Stadtrat soll den beiden Zürcher Klubs insgesamt 900 000 Franken entgegenkommen. Damit wird GC und auch der FCZ in Zürich bleiben.

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GC wird auch in der Saison 2011/12 die Heimspiele im Letzigrund austragen.

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Die beiden Zürcher Fussballclubs FCZ und GC werden auch in der Saison 2011/2012 im Stadion Letzigrund spielen. Die Stadt Zürich konnte sich am Freitag mit beiden Clubs einigen. Sie gewährt ihnen eine Mietzinsreduktion - die Clubs bezahlen dafür einen Teil der Polizeikosten.

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Die Stadt Zürich will die Mietzinsreduktion einmal gewähren und zwar in der Höhe von je 450 000 Franken pro Club. Wie die Stadt Zürich am Freitag mitteilte, müssen die beiden Clubs dafür mehr für die Sicherheit ausgeben.

GC und FCZ seien bereit, die Kosten für die Polizeieinsätze ausserhalb des Stadions künftig teilweise zu übernehmen. Für nationale Spiele wurde ein Kostendach von je 500 000 Franken pro Jahr vereinbart, für internationale Spiele ein solches von 200 000 Franken.

Am Freitag gründeten die Stadt, GC und FCZ zudem eine Arbeitsgruppe, in der sie die Kosten für Sicherheit und Stadionbetrieb analysieren und allenfalls weiter optimieren wollen - für die kommenden Jahre. Dabei sollen insbesondere die stadioninternen Sicherheitskosten überprüft werden, die bis jetzt pro Club 840 000 Franken jährlich betrugen. Hier gibt es gemäss Stadtrat noch etwas Spielraum.

Stadtrat Lauber: «Überlebenshilfe für traditionsreichen Club»

Der Zürcher Stadtrat Gerold Lauber findet es vertretbar, dass man den Clubs mit insgesamt 900 000 Franken entgegenkommt. Bei GC sei dies eine Überlebenshilfe für einen sehr traditionsreichen Zürcher Club, sagte er auf Anfrage der SDA.

Für die Stadt sei aber klar, dass diese Überlebenshilfe nur einmal gewährt werde. «Es kann nicht Aufgabe einer Stadt sein, Fussballclubs zu finanzieren», sagte er. Zudem liege eine mehrfache Gewährung eines solchen Rabatts auch nicht in der Kompetenz des Stadtrats, sondern würde zum Geschäft für den Grossen Gemeinderat.

Positiv findet es Lauber, dass sich die Clubs künftig an den Polizeieinsätzen beteiligen - auch wenn die realen Kosten weit höher seien. Kostendeckend seien die Beiträge der Clubs keineswegs.

Rettung in letzter Sekunde

Für GC war das Gespräch vom Freitag quasi Rettung in letzter Sekunde: Spätestens am 10. März muss GC eine neue Lizenz beantragen, um weiterhin in der Super League spielen zu können. Dafür muss der Club ein Heimstadion angeben können.

GC hatte den Nutzungsvertrag mit der Stadt im Dezember 2010 gekündigt und eine Mietzinsreduktion von einer Million gefordert. Der Zürcher Stadtrat lehnte diese Forderung ab, weil sie zu hoch sei und dem FCZ die gleichen Konditionen gewährt werden müssten. Bis anhin zahlten die beiden Clubs je 870 000 Franken Miete pro Jahr und weitere 840 000 Franken pro Jahr für die Stadionsicherheit.

«GC-Fans verhalten sich tadellos»

Bei GC ist man deshalb entsprechend froh darüber, mit der Stadt einig geworden zu sein und so auch in Zukunft in Zürich spielen zu können. «GC ist ein Zürcher Club und soll deshalb auch in Zürich spielen», sagte GC-Präsident Urs Linsi auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Dass der Club nun bei der Fanarbeit ansetzen muss, um in Zukunft möglichst wenig Polizeieinsätze bezahlen zu müssen, glaubt Linsi nicht: «Unsere Fans verhalten sich im Stadion Letzigrund tadellos.» Probleme gebe es eigentlich keine.

Demonstration vom Samstag findet trotzdem statt

Obwohl GC vorerst nicht mehr heimatlos ist, wollen die Fans am Samstag eine Demonstration in der Zürcher Innenstadt durchführen. Wie der Präsident der IG GC Züri auf Anfrage sagte, sei mit dieser Einigung zwar nun die Übergangssituation erträglicher - das grosse Ziel sei aber ein neues Hardturmstadion.

Die IG GC Züri will an ihrem Aktionstag vom Samstag deshalb nach wie vor Unterschriften für den «unverzögerten Neubau des Stadions Hardturm» sammeln und diese am Montagabend Sportvorsteher Lauber übergeben.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • V. Brem am 04.03.2011 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Geht's noch?!

    Einfach plötzlich eine knappe Million entgegenkommen... Aber dem städtischen Personal werden die Löhne hinten und vorne gekürzt, wo es nur geht?! Versteh ich ganz und gar nicht.

    einklappen einklappen
  • Aithgenoss am 04.03.2011 17:52 Report Diesen Beitrag melden

    Steuerzahler lässt Grüssen

    Finde es ein schlechter Entscheid, da dieses Geld besser gebraucht werden kann für wichtigere Sachen. Ein Verein sollte sich selber finanzieren, ansonsten sein lassen! Traurig das GC nicht im Stande ist und nun der Steuerzahler dran glauben muss!

  • Bob am 05.03.2011 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    Aber Hallo...

    ...da bleibt einem die Spucke weg! Nun lässt sich der ZH-Stadtrat als "grosser Retter" feiern. Schaut man sich mal auf die History an, sieht man, dass dies nun ein bereits 10 Jähriges Katz- und Maus spiel ist - auf dem Buckel der Clubs. Wieviel Einnahmen würde das Letzi heute erwirtschaften, wenn das (damals Private)Hardturm-Stadion gebaut wäre?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Köbi Hitz am 05.03.2011 17:51 Report Diesen Beitrag melden

    FUSSBALL in ZH PLUS FIFA

    Zahle ab sofort - da ich (nicht gewinnorientiert) sonst aus Zürich ziehen werde... 44 mal weniger Steuern als bisher (wie der FIFA Verein...)

  • Bob am 05.03.2011 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    Aber Hallo...

    ...da bleibt einem die Spucke weg! Nun lässt sich der ZH-Stadtrat als "grosser Retter" feiern. Schaut man sich mal auf die History an, sieht man, dass dies nun ein bereits 10 Jähriges Katz- und Maus spiel ist - auf dem Buckel der Clubs. Wieviel Einnahmen würde das Letzi heute erwirtschaften, wenn das (damals Private)Hardturm-Stadion gebaut wäre?

  • Marcel am 05.03.2011 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz schön frech!

    Ist Fussball nun eine Aufgabe, die der Steuerzahler berappen muss? Wenn man schaut, welche Gehälter die Fussballer kassieren und welche Gewinne die Fifa und andere mit dem Fussball steuerfrei erwirtschaften, dann ist diese Subvention einfach nur eine bodenlose Frechheit!

  • Abzocker Balabala am 04.03.2011 19:27 Report Diesen Beitrag melden

    Arme Fussballer

    halbe Mio pro jahr gespart: so kann man z.B. wieder in die löhne der unterbezahlten fussballer und trainer investieren oder bei einer Trainerentlassung die Abfindung finanzieren.

  • bartli am 04.03.2011 19:24 Report Diesen Beitrag melden

    Neues Fussballstadion her!

    Ein neues Stadion braucht es trotzdem, weiter kämpfen!