Europa League

17. Februar 2011 12:48; Akt: 17.02.2011 16:35 Print

Leverkusen und Twente frieren im Osten

Zwei Teams müssen heute durch eine ungewohnte Frosthölle: Bayer Leverkusen und Twente Enschede kämpfen mit zweistelligen Minusgraden. Das droht auch YB und Basel.

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Der holländische Meister FC Twente musste bereits um 13 Uhr MEZ (17 Uhr Ortszeit) in Moskau gegen Rubin Kasan ran. Zu diesem Zeitpunkt sei es am günstigsten, um die wenigsten Minusgrade zu erwischen, heisst es. Die Partie wurde unter Protest der Niederländer angepfiffen, wie die Online-Ausgabe des «Telegraaaf» berichtet. Denn: Eine halbe Stunde vor Anpfiff gaben das Thermometer der Holländer sowie die offiziellen russischen Wetterstationen eine Temperatur von -17 Grad an. Dies liegt unter dem Grenzwert von -15 Grad, bei dem eine Spielabsage möglich ist. Doch die UEFA beharrte auf ihrem gemessenen Wert von -14 Grad.

Das Reglement besagt, dass es bis zu Temperaturen von -15 Grad im Ermessen des Schiedsrichters liegt, ob eine Partie angepfiffen wird oder nicht. Sind die Temperaturen noch kälter, müssen die Team-Ärzte entscheiden. Und die Verantwortlichen des holländischen Meisters hatten bereits im Vorfeld des Europa-League-Spiels angekündigt, dass sie bei diesen sibirischen Temperaturen eine Spielabsage anstreben.

«Die Wetterumstände waren absehbar», ärgerte sich Twente-Manager Jan van Halst am frühen Donnerstagmorgen über die «Vogel-Strauss-Politik» des europäischen Fussballverbands. «Die UEFA muss als Organisator dieses Wettbewerbs die Verantwortung übernehmen. Sie lässt alle hierher kommen, obwohl man die Umstände kommen sah. Die UEFA hätte genügend Gelegenheiten gehabt, das Spiel an einen wärmeren Ort zu verlegen. Das wäre allen zugute gekommen.»

Twente gewann die Partie schliesslich mit 2:0. Der Protest wird mit dem Sieg der Holländer wohl hinfällig.

Auch Leverkusen bibbert

Zwei Stunden später - also um 17 Uhr - ist Bayer Leverkusen in der Ukraine an der Reihe. Auch der Bundesligist befindet sich in der «Frosthölle», wie der «Express» die Kälte betitelt. Hier ist es noch nicht sicher, ob die Partie gespielt werden kann. Wie bei der Partie zwischen Rubin Kasan und dem FC Twente in Russland gilt die magische Grenze von -15 Grad. Leverkusen-Teamarzt Karl-Heinrich Dittmar erklärt im «Express»: «Es gibt keine Studien darüber (über die Kälte, Anm. d. Red.), aber bei -22 Grad finden auch keine Ski-Langlauf-Wettbewerbe mehr statt, weil Erfrierungen drohen.»

Bei der Ankunft des Bundesligisten am Mittwoch zeigte das Thermometer -13 Grad an. Für heute Donnerstagnacht wird gar das Doppelte erwartet: -26 Grad! Deshalb hat man das Spiel zwischen Leverkusen und Metalist Charkow bereits um eine Stunde vorverlegt. Der Bundesligist hat zudem vorgesorgt: Für die Kicker auf dem Platz gibt es Thermounterwäsche und Handschuhe, für diejenigen auf der Bank zusätzlich dicke Jacken, Decken und beheizbare Stiefel.

Den Schweizern droht dieselbe Kälte

Was nun der FC Twente und Bayer Leverkusen im Osten durchmachen, wird nächste Woche möglicherweise auch für die beiden Schweizer Europa-League-Vertreter Realität. Sowohl die Berner Young Boys als auch der FC Basel müssen in ihren Sechzehntelfinal-Rückspielen in Russland ran. YB trifft in St. Petersburg auf Zenit, der FCB in Moskau auf Spartak. Beide Partien sind bisher auf 19 Uhr angesetzt. Gut möglich, dass sich diese Zeiten aufgrund der Kälte noch ändern werden - wenn denn überhaupt gekickt werden kann.

In der russischen und ukrainischen Meisterschaft ruht der Ball übrigens derzeit. Dort wird erst am 12. bzw. 5. März wieder gekickt.

(mon)