Super League

15. Mai 2019 18:59; Akt: 16.05.2019 08:24 Print

Ligaerhalt für den FCZ, Sion siegt in letzter Minute

In der 34. Runde der Super League gewinnt der FCZ klar. Basel musste kurz zittern und Sion erzielte einen Last-Minute-Treffer.

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Der FC Zürich entledigt sich der Barrage-Gefahr am drittletzten Spieltag. Unterstützt von gegnerischen Aussetzern und dank drei Toren in fünf Minuten gewinnt er gegen Cupfinalist Thun zuhause 3:0.

Der speziellen Konstellation in der Super League ist es zu verdanken, dass der FCZ mit dem zweiten Sieg in Folge nicht nur die Abstiegsgefahr gebannt hat, sondern auch wieder gute Aussichten auf die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb hat. Vor dem Duell der ebenfalls involvierten Klubs Lugano und St. Gallen vom Donnerstag sind die Zürcher nun punktgleich mit den drittplatzierten Thunern, denen die Hauptprobe für den Cupfinal vom Sonntag gegen Basel gründlich missglückte, die aber mit fortlaufender Spieldauer auch nicht mit letztem Einsatz zu Werke gingen. «Dass wir uns aus eigener Kraft vom Abstiegskampf befreit haben, tut gut. Das Zittern um den Europacup ist ein viel Positiveres», sagte FCZ-Präsident Ancillo Canepa erleichtert.

Entscheid innert 5 Minuten

Die entscheidenden Szenen im Letzigrund spielten sich nach ausgeglichener erster halben Stunde ab, in welcher Thuns Moreno Costanzo mit einem Schuss ans Aussennetz dem Führungstreffer am nächsten gekommen war. Innert fünf Minuten traf der FCZ, bei dem Ludovic Magnin nach verbüsster Sperre wieder an der Seitenlinie mitwirken durfte, dreimal. In der 31. Minute versenkte Benjamin Kololli in seinem 100. Super-League-Spiel an seinem 27. Geburtstag einen Foulpenalty, zwischen der 35. und der 36. Minute erhöhten Stephen Odey und Assan Ceesay nach Angriffen über die linke Seite auf 3:0.

Bei allen Toren halfen die Thuner mit Eigenfehlern mit, ganz besonders beim ersten. Vor dem Penaltypfiff servierte Stefan Glarner Assan Ceesay den Ball mit einem missglückten Befreiungsschlag in den Strafraum, wie es ein Mitspieler Ceesays nicht besser hätte tun können. Spätestens bei Halbzeit hatte sich Thun mit der Niederlage abgefunden, darauf liess auch die Auswechslung von Top-Torschütze Dejan Sorgic schliessen.

Basel gewinnt Hauptprobe für Cupfinal

Marcel Koller sieht vor dem Cupfinal einen FC Basel mit zwei Gesichtern. Die Basler stehen vor einem Kantersieg gegen den lange harmlosen FC Luzern und müssen zuletzt um einen 3:2-Sieg froh sein.

Am Sonntag waren die Basler in Bern von YB stark dominiert worden, am Mittwoch dominierten sie ihrerseits stark. Aber nur bis zur 51. Minute, in der der Faden riss. Noch zu Beginn der zweiten Halbzeit erzielte Albian Ajeti mit einem Kopfball sein 14. Saisontor zum 3:0, während die Mannschaft von Thomas Häberli bis dorthin keine einzige Torchance hatte. Stürmer Shkelqim Demhasaj benötigte aber nur drei Minuten, um mit mit zwei Toren die Partie wieder offen zu machen.

Trotz des deutlichen Leistungsabfalls in der zweiten Halbzeit schlug Trainer Koller vier Tage vor dem Cupfinal in Bern gegen den FC Thun zwei Fliegen auf einen Streich. Er schonte Spieler wie Luca Zuffi, Fabian Frei und Valentin Stocker und konnte dennoch einen Sieg zur Kenntnis nehmen.

Enttäuschende Luzerner

Drei Tage nach der guten Leistung in dem beim Stand von 4:0 abgebrochenen Heimspiel gegen die Grasshoppers enttäuschten die Luzerner in Basel lange Zeit schwer. Sie spielten in der bestmöglichen Besetzung, brachten aber gegen Basels modifizierte Mannschaft mehr als eine Halbzeit lang nichts zustande. Es war umso erstaunlicher, dass die Luzerner nach dem Doppelschlag von Demhasaj plötzlich viel vifer waren und mitspielten. Luzerns nicht ganz fitter Basler Pascal Schürpf kam nach seiner späten Einwechslung zu einer ausgezeichneten Chance, mit der er den Ausgleich um wenige Zentimeter verfehlte.

Die Luzerner hätten für ihre anfängliche Lethargie in der ersten Halbzeit härter bestraft werden können als nur durch ein Handspenalty-Tor von Zdravko Kuzmanovic und einen schönen Treffer von Defensivspieler Eder Balanta. Kuzmanovic hatte im Cup-Halbfinal beim FC Zürich getroffen, aber in der Meisterschaft war es der erste Treffer des 31-jährigen Serben seit 13 Jahren.

Toma rettet Sion in letzter Sekunde

Erneut zeigt Neuchâtel Xamax in einem wichtigen Spiel Nerven. Bei der 0:1-Niederlage in Sion kassieren die Neuenburger den entscheidenden Treffer in der 93. Minute. Nun wird es wohl doch die Barrage.

Am Samstag hatten die Neuenburger gegen den FC Zürich in der Schlussphase eine 1:0-Führung aus den Händen gegeben. Vier Tage später muss das Team von Trainer Stéphane Henchoz eine noch bitterere Pille schlucken: Statt mit einem torlosen Remis den Abstand zu Sion und dem 8. Platz auf einen Punkt zu beschränken, beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer nun vier Punkte. In der 93. Minute profitierte Sions 19-jähriger Mittelfeldspieler Bastien Toma von der gütigen Mithilfe der Neuenburger Verteidigung und avancierte so unverhofft zum Matchwinner.


Bastien Toma schiesst in der Nachspielzeit das 1:0 für Sion. (Quelle: SRF)

Xamax liess sich in der letzten Minute eines Spiels, das keinen Sieger verdient gehabt hätte, von einem schnellen Konter des Heimteams überraschen. «Ja, es war vielleicht naiv. Das kann man so sagen», sagte Xamax' Janick Kamber, der vor Tomas Treffer an der rechten Seitenlinie den entscheidenden Zweikampf gegen Jared Khasa verloren hatte.

Xamax mit besseren Chancen

Nicht nur die Niederlage gegen Sion dürfte den Neuenburgern schwer aufliegen, auch die Art und Weise, wie die Partie im Tourbillon verlaufen war, gibt im Hinblick auf das drohende Szenario «Barrage» wenig Zuversicht. Nimmt man die Leistung in Sitten als Referenzwert, muss Xamax die potentiellen Barrage-Gegner Aarau oder Lausanne fürchten. Sion, das keineswegs besser unterwegs scheint als Xamax, dürfte den Kopf nochmals aus der Schlinge gezogen zu haben.

Präsident Christian Constantin hatte dem Heimteam mit einer speziellen Aktion die Angst vor dem existenziellen Duell gegen Xamax nehmen wollen. Er besuchte mit seinen Spielern eine Hängebrücke in der Walliser Gemeinde Saillon. Der Plan des 62-Jährigen ging nicht auf. Denn auch Sion konnte weder seine Angst noch seine Schwäche im Angriff verbergen. Der Sieg und damit die vermeintliche Rettung kam mehr als glückhaft zustande.

Hatte das Heimteam aufgrund der für Xamax charakteristischen Spielweise - massiert in der Abwehr und auf Konter lauernd - die grösseren Spielanteile, musste es den Gästen die besseren Möglichkeiten attestieren. In der 27. Minute scheiterte etwa Kemal Ademi alleine vor Kevin Fickentscher, nach rund einer Stunde ebendieser an der Latte. Sion baute nach ansprechendem Start, der in einem Pfostenschuss von Yassin Fortune (12.) gipfelte, mit Fortdauer der Partie immer mehr ab.

Telegramme

Zürich - Thun 3:0 (3:0) 8727 Zuschauer. SR Erlachner. Tore: 31. Kololli (Foulpenalty) 1:0. 35. Marchesano (Schönbächler) 2:0. 36. Odey (Marchesano) 3:0.

Zürich:Brecher; Nef (59. Sohm), Omeragic (46. Maxsö), Mirlind Kryeziu; Schönbächler (84. Domgjoni), Rüegg, Sertic, Kololli; Marchesano; Ceesay, Odey.

Thun:Faivre; Glarner, Rodrigues (43. Fatkic), Sutter, Joss; Costanzo, Gelmi, Stillhart; Ferreira, Sorgic (46. Karlen), Spielmann (66. Salanovic).

Bemerkungen:Zürich ohne Bangura (gesperrt), Hekuran Kryeziu, Pa Modou, Untersee, Winter, Aliu, Zumberi (alle verletzt) und Guenouche (nicht im Aufgebot). Thun ohne Hediger, Tosetti, Ruberto (alle verletzt), Hunziker, Schwizer und Righetti (alle nicht im Aufgebot). 43. Rodrigues mit Verdacht auf Hirnerschütterung ausgeschieden. 64. Lattenschuss Odey.
Verwarnungen:23. Nef (Foul/im nächsten Spiel gesperrt). 30. Sutter (Foul). 32. Spielmann (Unsportlichkeit). 60. Marchesano (Foul).

Basel - Luzern 3:2 (2:0)
20'631 Zuschauer. SR Fähndrich. Tore: 18. Kuzmanovic (Handspenalty) 1:0. 37. Balanta (Cömert) 2:0. 47. Ajeti (Campo) 3:0. 51. Demhasaj (Vargas) 3:1. 54. Demhasaj (Schulz) 3:2.

Basel:Hansen; Widmer (19. Xhaka), Cömert, Suchy, Petretta; Balanta (69. Marchand), Kuzmanovic; Zhegrova, Campo, Bua (92. van Wolfswinkel); Ajeti.

Luzern:Zibung; Kakabadse, Lucas, Custodio, Sidler; Voca, Schulz; Schneuwly (46. Ndenge), Vargas (87. Rodriguez); Eleke, Demhasaj (75. Schürpf).

Bemerkungen:Basel ohne Zambrano (gesperrt), Kalulu (verletzt), Zuffi, Frei und Stocker (alle für den Cupfinal geschont). Widmer verletzt ausgeschieden. Luzern ohne Schwegler, Cirkovic, Knezevic und Juric (beide verletzt).
Verwarnungen:57. Sidler (Foul), 67. Kakabadse (Foul), 68. Petretta (Foul), 88. Zhegrova (Foul), 74. Voca (Foul).

Sion - Neuchâtel Xamax 1:0 (0:0) 10'000 Zuschauer. SR Hänni. Tor: 93. Toma 1:0.

Sion:Fickentscher; Maceiras, Kouassi, Neitzke, Angha; Zock, Mveng (84. Baltazar), Toma; Fortune (62. Khasa), Itaitinga (61. Adryan); Kasami.

Neuchâtel Xamax:Walthert; Gomes, Sejmenovic, Oss, Djuric, Kamber; Doudin, Di Nardo (68. Veloso), Pickel; Nuzzolo, Ademi (79. Pululu).

Bemerkungen:Sion ohne Ndoye (gesperrt), Grgic, Lenjani, Carlitos, Abdellaoui, Morgado, Mitrjuschkin, Raphael, Bamert und Song (alle verletzt). Neuchâtel Xamax ohne Le Pogam und Serey Die (beide verletzt). 12. Pfostenschuss Fortune. 57. Lattenschuss Ademi.
Verwarnungen:16. Di Nardo (Foul/nächstes Spiel gesperrt). 20. Mveng (Foul).

Rangliste: 1. Young Boys 33/85 (88:31). 2. Basel 34/65 (65:44). 3. Thun 34/43 (55:56). 4. Zürich 34/43 (42:48). 5. St. Gallen 33/42 (44:55). 6. Lugano 33/41 (45:45). 7. Luzern 33/40 (49:57). 8. Sion 34/40 (47:54). 9. Neuchâtel Xamax FCS 34/36 (42:60). 10. Grasshoppers 32/24 (28:55).

Fussball

(red/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bene am 15.05.2019 21:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ach herrjeh

    Die ganzen süssen Träume der FCZ und Zürich-Hasser wieder zerstört... Das geht runter wie Öl.. ;)

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  • Luca am 15.05.2019 21:52 Report Diesen Beitrag melden

    Hopp FCZ!

    Vor 1 Woche hiess es praktisch überall, dass der FCZ ebenfalls mit GC hinunter geht... Eher Richtung Euro League;)

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  • Mi. MÜ am 15.05.2019 21:55 Report Diesen Beitrag melden

    Super League

    An alle FcZ hater. Sorry. Sehen uns nächste Saison in der Superleague wieder. Dieses Jahr vielleicht von Platz3,4,5. Tschässe zäme und guet Nacht

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alain Pfäffli am 16.05.2019 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Grund zur Euphorie

    Glückwunsch dem FCZ für den Ligaerhalt. Grund zur Freude, aber nicht zur Euphorie. Wohl auch eine Portion Glück dabei. Jetzt wo der Abstieg abgewendet ist, muss das Ziel sein, Konstanz in die Mannschaft zu bringen, damit sie sich längerfristig wenigstens im Mittelfeld etablieren kann. Und da gibt es noch einiges zu tun, damit sich die Abstiegsgefahr in der nächsten Saison nicht wiederholt.

  • Weltzentrumzurich am 16.05.2019 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Züri hald

    Da waren die vom FCZ die letzten Wochen so kleinlaut und Still im Angesicht des drohenden Abstiegs, und kaum ist der Ligaerhalt gesichert kommen sie wieder als die Grössten daher und Teilen aus.. Zürcher hald!

    • universumzentrumzürich am 16.05.2019 12:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Weltzentrumzurich

      sooorrry was? meinen sie zürcher halt? den hald gibt es nicht....die grössten vileicht nicht, aber schreiben lernen wir zürcher:)

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  • frankG. am 16.05.2019 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "Urteil"

    Wie lange muss man sich noch gedulden, bis das Urteil über den Spielabbruch bei GC mit dem 0:4 Rückstand gefällt wird?

    • Max Boss am 16.05.2019 11:58 Report Diesen Beitrag melden

      @frankG

      Ja wissen Sie, ein solches Meeting will von langer Hand vorbereitet sein. Limousinenservice und abendliches Dinner auf Kosten des Verbandes gehören ebenso dazu wie die Installation der Pressetribüne mit Hundert Mikrofonen. Ein grosses Brimborium eben. Eigentlich täte es auch eine Telefonkonferenz mit einem abschliessenden Kommuniqué, nur wäre das dann den gnädigen Herren zu profan.

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  • Ruedi am 16.05.2019 01:17 Report Diesen Beitrag melden

    FCZ Glück?

    Keine Euphorie! Die Führung des Clubs ist immer noch nicht gesichert. Falscher Coach, falscher Sportchef und ein Präsidentenpaar, das wohl Geld hat, aber vom Fussball nicht wirklich etwas versteht. Schade!

    • ruedi engel am 17.05.2019 09:08 Report Diesen Beitrag melden

      FCZ keine Führung

      Bravo namensvetter du hast den nagel auf den kopf getroffen coach und sportchef sofort aus wechseln präsidium später auch sonst abstieg saison 2019/2020

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  • Rummenigge am 16.05.2019 00:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratuliere zum Erfolg Ligaerhalt

    Wahnsinn, wirklich super, sensationell, der FCZ hat den Ligaerhalt geschafft. Bravo, es ist ein grosse Überraschung, gratuliere Trainer und Präsident sowie dem Team Zu diesem Erfolg.