Trainerfragen

15. März 2011 13:12; Akt: 15.03.2011 14:16 Print

Löw verlängert – sonst herrscht Chaos

In der deutschen Bundesliga geht es rund um die Trainerstühle weiterhin drunter und drüber. Konstanz gibts dafür im Nationalteam.

storybild

Bundestrainer Joachim Löw soll Deutschland an die WM 2014 in Brasilien führen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Felix Magath muss gehen, weiss aber nicht wann. Michael Oenning kommt, weiss aber nicht für wie lange. Louis Van Gaal bleibt, bevor er dann doch gehen muss. Pierre Littbarski ist erfolglos, aber weiterhin im Amt. Hans Meyer sollte kommen, will aber nicht. Und Jupp Heyneckes könnte gehen, hat sich jedoch noch nicht entschieden. Haben Sie den Überblick noch? Sicher ist eines: Das deutsche Trainerkarussell dreht sich mit Vollgas und niemand weiss, wer, wann und wo auf- oder abspringt. Wir verschaffen einen kleinen Überblick.

Joachim Löw, Nationalmannschaft
Fangen wir mit dem einfachsten an: Joachim Löw verlängert seinen Vertrag als Bundestrainer vorzeitig bis 2014. Ganz Deutschland freut sich, dass der 51-Jährige die DFB-Elf auch an die WM 2014 in Brasilien führen wird. Diese Massnahme kommt etwas überraschend. Aber Zwanziger und Löw haben aus dem Vertrags-Theater während der WM 2010 gelernt, und wollen sich an der EM 2012 voll auf die Titel-Mission konzentrieren können.

Felix Magath, Schalke 04
Sein Abgang ist spätestens im Sommer beschlossene Sache. Vermutlich leitet schon am Mittwoch Otto Rehhagel das Training der Knappen. Es wird aber noch heftig um Geld gestritten. Um zwölf Millionen soll es gehen. Schalke will nicht zahlen, weil der Noch-Trainer bei Transfers die Regeln gebrochen hatte, wie der «kicker» berichtet. Am Mittwoch muss der Trainer beim Aufsichtsrat antraben. Magath verteidigt sich gegenüber der «Bild» schon mal: «Ich habe mir nichts vorzuwerfen.»

Michael Oenning / Armin Veh, HSV
Armin Veh hätte am Saisonende gehen sollen, dann wurde er nach dem 0:6 bei den Bayern doch sofort entlassen. Der Nachfolger – zumindest für die nächsten Spiele - wird einen Tag später präsentiert: Michael Oenning. Der vorherige Assistent soll keine Übergangslösung sein, wie er selbst sagt. Er möchte bis zum Ende seines Vertrages bleiben. Das wäre im Sommer 2012. Der HSV teilt aber schlicht mit, dass Oenning «einen laufenden Vertrag bis 2012 hat, den er bis Saisonende als Cheftrainer wahrnimmt». Und dann?

Pierre Littbarski / Hans Meyer, VfLWolfburg
Der Weltmeister von 1990 wurde nach vier Niederlagen in fünf Spielen mit Wolfburg schon wieder abgeschrieben, darf jetzt aber doch noch bleiben. Denn Nachfolge-Wunschkandidat Hans Meyer sagte ab. Und der 68-Jährige nimmt sich auch gleich für andere Klubs aus dem Rennen: «Ich übernehme auch nicht die Bayern und auch nicht Barcelona.»

Jupp Heynckes, Bayer Leverkusen
Somit wären wir beim deutschen Rekordmeister. Dort muss Louis van Gaal bekanntlich (spätestens) zum Saisonende gehen. Gemäss der «Bild» bieten die Bayern darum Jupp Heynckes einen Zweijahresvertrag an. Wie das Blatt berichtet, würden sich die «Anzeichen verdichten, dass der Trainer in der kommenden Woche seinen Abschied aus Leverkusen erklären wird». Beim Werksklub könnte Robin Dutt aus Freiburg der Nachfolger werden.

Louis van Gaal, Bayern München
Doch nochmals schnell zurück zum FC Hollywood. «Feierbiest» van Gaal scheint trotz dem baldigen Ende bei den Bayern bester Laune zu sein. Vor dem Champions-League-Spiel gegen Inter übt er sich schon mal als Reporter und befragt Mario Gomez an der Pressekonferenz.

Bernd Schuster, Besiktas Istanbul
Es scheint also, dass es doch einige freie Plätze in der Bundesliga geben wird. Marcel Koller und Christian Gross könnten davon profitieren. Auch bei Frankfurt liegen die Nerven bekanntlich ziemlich blank. Und womöglich kehrt auch Bernd Schuster in die Heimat zurück: Er hat gemäss dem «kicker» bei Besiktas Istanbul gekündigt. Aufgrund der schwachen Resultate des Traditionsklubs, wäre er wohl sowieso bald entlassen worden.

Lothar Matthäus, Bulgarien
Zum Abschluss noch ein alter Bekannter: Lothar Matthäus. Der ist Trainer von Bulgarien. Verliert er mit den Osteuropäern am 26. März gegen die Schweiz, wackelt sein Stuhl gewaltig. Sowieso wird der ehemals geniale Fussballer immer wieder mit deutschen Klubs in Verbindung gebracht. Das letzte Beispiel: Die Münchner «tz» meldet, Matthäus soll ab Sommer 1860 München übernehmen. Das wurde vom Verein allerdings bereits wieder dementiert.

(fox)