1:2 im Testspiel

15. November 2013 14:41; Akt: 15.11.2013 14:54 Print

Lustlose Schweizer verlieren in Südkorea

Nach einem uninspirierten Auftritt müssen sich die Schweizer im Testspiel gegen Südkorea 1:2 geschlagen geben. Damit endet eine Serie von 14 Spielen ohne Niederlage.

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Nach einem uninspirierten Auftritt müssen sich die Schweizer im Testspiel gegen Südkorea 1:2 geschlagen geben. Damit endet eine Serie von 14 ungeschlagenen Spielen in Serie. Dabei beginnt das Spiel nach dem Gusto der Gäste: Pajtim Kasami lässt sich nach seinem ersten Länderspieltor in der sechsten Minute feiern. Der Mittelfeldspieler von Fulham zeigt auch sonst eine starke Leistung. Er ist für Hitzfeld eine echte Variante im Hinblick auf die WM. Nach der Pause wird er ausgewechselt. Haris Seferovic, der ebenfalls von Beginn an randarf, vergibt das 2:0. Der Stürmer von Real Sociedad scheitert nach einem Pass in die Tiefe am Keeper Südkoreas. Captain Gökhan Inler im Kampf mit Kim Bo-Kyung. Die Südkoreaner verlangen der Nati alles ab. Lee Chung-Yong steigt in der 87. Minute höher als Reto Ziegler und köpfelt zum 2:1 ein. Diego Benaglio ist machtlos. Die Südkoreaner, die kommenden Sommer ebenfalls an die WM fahren, machen mehr fürs Spiel und siegen zu Recht. Gelson Fernandes stampft vom Platz, während die Südkoreaner den verdienten Sieg feiern. Debütant Fabian Lustenberger wird sich nur ungern an seine Premiere erinnern. Er darf nach dem Seitenwechsel für Steve von Bergen ran. An der Seite von Philippe Senderos kann der Hertha-Profi aber nicht überzeugen. Hitzfelds Elf für den Test gegen die Asiaten: Benaglio, Seferovic, Lang, Schär, Ziegler, Kasami (oben, v.l.), Inler, Dzemaili, Barnetta, von Bergen und Xhaka (unten, v.l.) Naticoach Hitzfeld vor dem Spiel: Da ist die Welt noch in Ordnung. 24 Stunden vor dem Spiel: Nach dem langen Flug bittet Coach Ottmar Hitzfeld zum Training. Stürmer Josip Drmic auf Tuchfühlung mit dem Rasen des World-Cup-Stadions in Seoul. Ein paar Kraftübungen sollen die müden Muskeln wieder in Schwung bringen. Vor dem Training steht eine Pressekonferenz auf dem Programm. Reto Ziegler (l.) und Gökhan Inler sehen etwas mitgenommen aus. Nach einem zwölfstündigen Flug landet die Nati in Seoul. Die Fans begrüssen die Spieler herzlich. Ein Autogramm von Trainer Ottmar Hitzfeld gibts nicht jeden Tag, was umso mehr Freude macht. Hab ich wohl die richtige Autogrammkarte für Tranquillo Barnetta zum Unterschreiben bereit? Die Stimmung bei der Nati im Flieger ist gut. Tranquillo Barnetta (l.) und Marco Wölfli gefällt die Musik. Die Stützstrümpfe dienen der Regeneration. Zwischenstopp in Helsinki. Haris Seferovic, Admir Mehmedi, Pajtim Kasami und Blerim Dzemaili machen sich auf zum Weiterflug nach Seoul. Reto Ziegler, Philippe Senderos und Gelson Fernandes (v.l.) machen sich in Kloten auf zum Gate. Fernandes hat Lesestoff für die lange Reise mit dabei. Granit Xhaka streckt die Beine vor dem langen Flug. Die Stützstrümpfe hat der Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach bereits angezogen. Fabian Lustenberger (l.) und Goalie Yann Sommer entspannen sich. Am Tag vor dem Abflug nach Südkorea stellt sich Ottmar Hitzfeld den Fragen der Journalisten. Zu seinem Nachfolger lässt sich Hitzfeld von den Journalisten nicht viel entlocken. Ricardo Rodriguez muss die Reise nach Asien absagen. Er leidet an Rückenschmerzen. Wegen seines Knies ist auch Valon Behrami nicht dabei. Ottmar Hitzfeld gibt das Aufgebot für das Testspiel gegen Südkorea bekannt. Fabian Lustenberger ist erstmals seit 2011 wieder dabei.

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Fehler gesehen?

Es war die erste Niederlage für die Schweiz seit dem 0:1 gegen Rumänien am 30. Mai 2012. Danach blieb die SHV-Auswahl bis zum Spiel in Südkorea während 14 Partien in Folge ungeschlagen. Mit dem 1:2 verpassten es die Schweizer, einen Rekord in der 118-jährigen Geschichte des Verbandes aufzustellen.

Der Fehltritt kam nicht ohne Vorwarnung. Südkorea dominierte die wegen diverser Absenzen dezimierte Auswahl von Ottmar Hitzfeld klar. Der befürchtet «grossen Belastungsprobe» (Hitzfeld) hielten die SFV-Vertreter nicht stand.

Dabei hätte die Partie für die Schweizer besser nicht beginnen können. Pajtim Kasami brachte die Gäste in der 6. Minute in seinem ersten Länderspiel in der A-Nationalmannschaft von Beginn weg mit dem ersten Torschuss in Führung. Damit benötigte der Mittelfeldspieler von Fulham exakt 28 Minuten zur Torpremiere auf höchster Ebene. Später vergab Haris Seferovic die Chance zum 2:0, als er alleine vor Kim Seung-Kyn scheiterte.

Aussetzer häufen sich

Lange schränkten die taktisch eine Halbzeit lang überzeugenden Schweizer die Bewegungsfreiheit der robusten Südkoreaner ein. Nach zwei Umstellungen im Abwehrzentrum (Lustenberger/Senderos ersetzten das Stamm-Duo Von Bergen/Schär in der Pause) hingegen häuften sich die prekären Szenen in der Zone vor Diego Benaglio. Die ersten Aussetzer seiner neu formierten Defensive bereinigte der Keeper in überragender Manier, der Kopfball von Hong Jeong-Ho (59.) war dann aber selbst vom starken «Wolfsburger» nicht mehr zu entschärfen.

Beim zweiten Gegentor verursachte Gelson Fernandes einen Ballverlust, die Kette der Fehler verlängerte am Ende Reto Ziegler. Dessen Gegenspieler Lee Chung-Yong entzog sich in der 87. Minute nicht zum ersten Mal dem Zugriff des Serie-A-Verteidigers. Und die geplant vielen Wechsel - Hitzfeld setzte 17 Akteure ein - trugen selbstredend wenig zur Stabilisierung der Lage bei.

Kasami überzeugt

Kasami überzeugte nicht nur seines sehenswerten Treffers wegen. Er füllte die Rolle hinter der einzigen Spitze mit Volumen aus. Der frühere U17-Weltmeister besitzt die spielerische Klasse und den Speed, um auf seiner bevorzugten Position die Offensive mit den nötigen Inputs zu versorgen. Zum Experiment Hitzfelds mit Kasami gehörte auch, Granit Xhaka, der auf dem Weg zur WM bislang als Nummer 10 gesetzt war, ins rechte Couloir zu verschieben.

Links kam Tranquillo Barnetta zum Zug. Er wirkte besser in den Aufbau integriert als Xhaka, der im Klub-Alltag bei Mönchengladbach eine komplett andere Aufgabe im defensiven Mittelfeld zu erfüllen hat. Ihm behagte die «Versetzung» spürbar weniger.

Für die Asiaten spricht, wie viel sie unternahmen, den hartnäckigen Widerstand der vor allem defensiv ausgerichteten Schweizer zu durchbrechen. Sie drosselten ihr Tempo zu keinem Zeitpunkt - und bejubelten am Ende einen Sieg, den im Vorfeld niemand erwartet hatte; zu oft hatte der WM-Teilnehmer in den letzten Monaten enttäuscht und im Sommer sogar einen Wechsel auf der Trainerposition erwirkt.

Südkorea - Schweiz 2:1 (0:1)
Seoul. World Cup Stadium. - Zuschauer. - SR Abal (Arg).
Tore: 7. Kasami 0:1. 59. Hong Jeong-Ho 1:1. 87. Lee Chung-Yong 2:1.
Südkorea: Kim Seung-Kyn; Lee Yong, Hong Jeong-Ho, Kim Young-Gwon, Kim Jin-Su; Park Jong-Woo, Ki Seung-Yong (46. Kim Jin-Soo); Lee Chung-Yong, Kim Bo-Kyung (46. Lee Keun-Ho), Son Heung-Min (78. Nam Tae-Hee); Kim Shin-Wook (83. Yun Ill-Ok).
Schweiz: Benaglio; Lang (65. Fernandes), Schär (46. Lustenberger), Von Bergen (46. Senderos), Ziegler; Dzemaili, Inler; Barnetta (85. Drmic), Kasami (71. Mehmedi), Xhaka; Seferovic (73. Gavranovic).
Bemerkungen: Südkorea ohne Koo Ja-Cheol (Captain/verletzt), Schweiz ohne Lichtsteiner, Shaqiri, Djourou, Rodriguez, Behrami (alle verletzt), Sommer, Wölfli, Stocker (alle nicht eingesetzt).
Verwarnungen: 61. Dzemaili, 80. Kim Shin-Wook (Foul).

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(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stibitz am 15.11.2013 13:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fehlpässe am stück

    Mich würde mal die fehlpassquote der schweizer nati interessieren. Ich dachte die seien profis! Sieht katastrophal aus!

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  • J.Alba#18 am 15.11.2013 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Dieser Senderos...

    hat eigentlich nichts mehr in der nati verloren. Auch bei Fulham ganz schwach.

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  • Robert Haas am 15.11.2013 15:17 Report Diesen Beitrag melden

    Faul arrogant Schisst mi Ah Einstellung

    Was sich einige Spieler in Sachen Einstellung geleistet haben (Xhaga)geht zu weit. Arrogant und wenn er einen Ball verlor ist er stehengeblieben. Wäre ich Trainer ge- wesen den hätte ich zuerst ausgewechselt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Erwin A. am 16.11.2013 08:04 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr schön

    Schön das die Schweizer Oberpfeifen wieder verloren haben. Das Freut mich ungemein.

  • Remo am 16.11.2013 01:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehmedi

    Warum der überhaupt mitfliegen durfte ist mir ein grosses Rätsel!

  • Antonius am 15.11.2013 20:30 Report Diesen Beitrag melden

    Das kommt davon

    Schlaftabletten. Sag ich's doch, das Zeugs hat nichts im Sport verloren.

  • André Seiler am 15.11.2013 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Weltuntergang

    Was soll's? Jetzt haben sie halt mal ein Spiel verloren... wenigstens war es "nur" ein Testspiel! Dafür sind Testspiele da, und ich gehe davon, aus, dass Hitzfeld die richtigen Massnahmen finden wird, um bis zur WM eine schlagkräftige Truppe zusammen zu stellen.

  • Dani S. am 15.11.2013 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn diese Ausreden!

    Hört doch auf, von wegen knappe Reise! Das ist die Wahre Leistung dieser Mannschaft! Lieber nicht nach Brasilien Reisen, könnte ja gleich wie in Korea enden!

    • ENU am 15.11.2013 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ausreden

      Es ist sehr traurig dass solche Ausreden verbreitet werden. Hochbezahlte Fussballer sind lustlos.....das kann's aber nicht sein.

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