Premier League 2012/13

18. August 2012 10:06; Akt: 18.08.2012 10:27 Print

Luxusprobleme im Norden Englands

Machester United will den Meistertitel - und damit Revanche am Stadtrivalen ManCity. Offensivspektakel garantieren beide. Jetzt, da die Red Devils Robin van Persie verpflichtet haben, erst recht.

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Diese Hochkaräter haben ManU und ManCity im Sturm.

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Sechs Tage nach dem Ende der goldenen Olympia-Wochen von London geht in Grossbritannien heute die nächste sportliche Party los. In der Premier League sind die Augen aber in erster Linie auf die Stadt Manchester gerichtet.

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Das Ende der letzten Meisterschaft wird zumindest punkto Dramaturgie definitiv nicht zu überbieten sein. Manchester United war mit acht Punkten Vorsprung auf Manchester City in die Schlusswochen gestiegen und hatte buchstäblich bis zuletzt wie der sichere Champion ausgesehen. Doch während sich die Supporter der «Red Devils» nach dem 1:0 bei Sunderland schon freudetrunken in den Armen lagen, gab Manchester City gegen Queens Park Rangers nicht auf. Dzekos Ausgleich in der ersten Minute der Nachspielzeit brachte die Hoffnung zurück, und als der Argentinier Sergio Agüero in allerletzter, sprich in der dreiundneunzigsten Minute, den Siegtreffer erzielte, war die nicht mehr für möglich gehaltene Wende aufgrund der Tordifferenz doch noch Tatsache geworden.

Dieses abrupte Wechselspiel aller Fussball-Gefühle aktiv mitzuerleben macht nur dann Spass, wenn man auf der Gewinnerseite steht. Dies gilt unabhängig davon, wer der Gegner ist, aber speziell im Falle eines Scheiterns gegen den Lokal- und Erzrivalen. Noch mehr gilt dies für Sir Alex Ferguson, die Trainerlegende der United. Der 70-jährige Schotte hasst nichts mehr als zu verlieren und war nach dem verpassten 20. Meistertitel für längere Zeit «ungeniessbar».

Van Persie ist das Tüpfelchen auf dem i

Seit langem hat sich Ferguson aber wieder gefasst und richtet den Blick nach vorne. Dieser geht nur in eine Richtung, nämlich in jene des Titelgewinns und der Revanche. Untrügliches Zeichen dafür ist die Verpflichtung von Liga-Topskorer Robin van Persie von Arsenal unmittelbar vor Meisterschaftsstart - für die Summe von 29 Millionen Euro. In einem Jahr wäre der Holländer nach dem Auslaufen des Vertrags bei den «Gunners» ablösefrei zu haben gewesen.

Van Persie bringt nicht nur die Visitenkarte von 30 Treffern ins Old Trafford mit, sondern sorgt auch für Luxusprobleme bei Ferguson. Falls Van Persie bereits beim Saisonauftakt bei Everton am Montag dabei sein kann, stellt sich die Frage, wer sein Sturmpartner sein wird. Ferguson muss sich hiefür wohl für einen Spieler aus dem Quartett Wayne Rooney, Danny Welbeck, Javier Hernandez und Dimitar Berbatov entscheiden. Denkbar ist auch, dass Rooney wie in der letzten Saison wiederholt ins Mittelfeld ausweicht.

Nirgends fallen so viele Tore wie in Manchester

Fussball-Liebhaber ohne klare Klubpräferenz taten in der vergangenen Saison gut daran, sich Saisonkarten für beide Teams in der Stadt im Nordwesten des Landes zu sichern. Die beiden Equipen brachten es zusammen auf 182 Treffer - ligaweit war die offensive Durchschlagskraft nirgendwo auch nur ansatzweise so gross. Heuer dürfte sich dies kaum ändern: Man United verfügt auch aus dem Mittelfeld mit den unverwüstlichen Ryan Giggs und Paul Scholes, mit Nani, Michael Carrick und der Neuverpflichtung aus Dortmund, dem Japaner Shinji Kagawa, über viel Drang nach vorne.

Der letztjährige Meistertrainer Roberto Mancini kann sich auch nicht über mangelnde Offensivstärke beklagen, muss aber «Wahnsinnspotenzial» der anderen Art bändigen. Italiens EM-Halbfinal-Held, der exzentrische Mario Balotelli, möchte auch auf Klubebene Höchstleistungen bringen, neigt aber ebenso zu Aussetzern auf und neben dem Rasen wie Carlos Tevez. Viel erwartet wird erneut von Kun Agüero.

Di Matteo und Torres unter Druck

Nur die Rolle der ersten Herausforderer bleibt den Londoner Klubs. Chelsea versucht, nach dem Double der Vorsaison (Champions League und FA-Cup) nun auch in der Meisterschaft Fuss zu fassen. Platz 6 aus dem Vorjahr ist diesmal keine Option mehr, zumal mit den offensiv ausgerichteten Mittelfeldspielern Oscar, Eden Hazard und Marko Marin drei neue Kräfte verpflichtet worden sind. Unter Druck steht Fernando Torres, der sich nach dem Abgang von Didier Drogba als Nummer 1 im Sturm beweisen muss.

Mit Argusaugen beobachtet wird auch die erste «richtige» Saison von Roberto di Matteo als Chefcoach. Der ehemalige Super-League-Spieler erhielt von Roman Abramowitsch nach dem höchst erfolgreichen Saisonfinale zwar einen Kontrakt - auch, weil sich die Spieler für ihn einsetzten. Der Russe ist aber nicht für Geduld bekannt. Zudem ist es ein offenes Geheimnis, dass Abramowitsch nach wie vor mit einem Engagement von Pep Guardiola nach dem Ende von dessen freiwilliger Auszeit liebäugelt.

«Baby-Mourinho» will mit Tottenham angreifen

Di Matteos Vorgänger an der Stamford Bridge wirkt neu ein paar Kilometer weiter nordöstlich an der White Hart Lane. Der «Baby-Mourinho» André Villas-Boas muss bei Tottenham aber einen ordentlichen Aderlass verkraften. Mit Niko Kranjcar, Vedran Corluka und Steven Pienaar haben einige Schlüsselspieler den Klub verlassen, der im letzten Jahr noch unter Harry Redknapp mit attraktivem Spiel (vor allem über die Flügel) auf Platz 4 gestürmt war. Zudem manifestiert Diva Luka Modric seit Monaten Abwanderungsgelüste Richtung Real Madrid.

Arsenal geniesst nach dem Abgang von Van Persie gar keinen Kredit mehr, die Durststrecke von sieben titellosen Jahren zu beenden. Auch Arsène Wenger, seit 16 Jahren im Amt und zuletzt als Fernseh-Analyst erfolgreicher denn als Coach, steht vermehrt im Zentrum der Kritik. Immerhin steht bei den «Gunners» mit Johan Djourou jener Schweizer im Kader, der die tragendste Rolle spielen dürfte. Philippe Senderos und Pajtim Kasami streben mit Fulham erneut einen Europa-League-Platz ein. Für Nachwuchsgoalie Raphael Spiegel (ehemals GC) wäre jeder Einsatz im Fanionteam von Aufsteiger West Ham United ein Erfolg.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • bidi am 18.08.2012 11:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Go Red Devils

    Die Red Devils holen sich die Premier League! Go United!

  • Manuel am 18.08.2012 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja...

    Warum sollte Arsenal keine Chance mehr haben? Immerhin haben sie mit Cazorla, Giroud und Podolski drei Hochkaräter verpflichtet. Ebenfalls bezweifle ich, dass RvP so sehr einschlägt bei ManU, bei Holland ging ja auch nichts. Chelsea setze ich vor ManU und denke, dass sie sich mit ManCity um den Titel streiten werden.

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  • Steven Gerrard am 18.08.2012 12:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liverpool F.C.

    Vergesst den FC Liverpool nicht. Letzte Saison in beiden Cupfinals aber bei den Medien zählt ja sowieso nur das Geld. Mit spektakulären Transfers ist man sofort Favorit und viele vergessen, dass das arbeiten im Team und Verein viel mehr ausmacht als neue Spieler. Gute Trainer arbeiten mit dem vorhandenen Material!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Wenger am 18.08.2012 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Djourou?

    Djourou wird ganz bestimmt keine tragende Rolle bei Arsenal einnehmen. Und bestimmt nicht die Tragendste! Er wird sich wohl kaum gegem Mertesacker, Vermaelen oder Koscielny durchsetzen.

  • Steven Gerrard am 18.08.2012 12:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liverpool F.C.

    Vergesst den FC Liverpool nicht. Letzte Saison in beiden Cupfinals aber bei den Medien zählt ja sowieso nur das Geld. Mit spektakulären Transfers ist man sofort Favorit und viele vergessen, dass das arbeiten im Team und Verein viel mehr ausmacht als neue Spieler. Gute Trainer arbeiten mit dem vorhandenen Material!

    • Oli Nussbaum am 18.08.2012 23:02 Report Diesen Beitrag melden

      NAJA...

      WBA 3:0 Liverpool

    • Patrick Glettig am 21.08.2012 13:18 Report Diesen Beitrag melden

      Liverpool-Kenner

      natürlich hast du das Spiel gesehen. Natürlich kennst du den ganzen Kader von Liverpool und dessen Potenzial. Natürlich sagt das Eröffnungsspiel viel über die Position des Teams Ende Saison aus. ManU hat auch verloren und war klar das schlechtere Team. Deshalb werden sie trotzdem vorne mitmischen

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  • Hans Nötig am 18.08.2012 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    Rooney

    Neben RvP wird Rooney stürmen. Dimitar Berbatov wurde ein Wechsel sehr nahegelegt, weil Sir A.F. nicht mehr auf ihn setzt. Eine Variante wäre, dass Rooney ins Mittelfeld rückt und vorne Welbeck oder Hernandez mit RvP stürmt. Mit Liga, Cup und Champions League hat Man U viele Spiele und dies wird dazu führen, dass jeder mal ran darf.

  • Manuel am 18.08.2012 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja...

    Warum sollte Arsenal keine Chance mehr haben? Immerhin haben sie mit Cazorla, Giroud und Podolski drei Hochkaräter verpflichtet. Ebenfalls bezweifle ich, dass RvP so sehr einschlägt bei ManU, bei Holland ging ja auch nichts. Chelsea setze ich vor ManU und denke, dass sie sich mit ManCity um den Titel streiten werden.

    • Oli Nussbaum am 18.08.2012 23:03 Report Diesen Beitrag melden

      ....

      Wie du sagst Naja... Schaust du auch fussball?

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  • Paul Schole am 18.08.2012 11:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rücktritt

    Paul scholes gab doch seinen rücktritt?

    • Scholes am 18.08.2012 17:43 Report Diesen Beitrag melden

      Scholes

      Kam aber Mitte Saison wieder zurück... (aus langeweile und weil ihm Fußball so fehlte)

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