Financial Fairplay

14. Februar 2020 19:40; Akt: 14.02.2020 21:05 Print

Man City für zwei Saisons aus CL verbannt

Der englische Meister soll systematisch betrogen und gegen das Financial Fairplay verstossen haben. City wird die Strafe anfechten.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Meister Manchester City ist wegen jahrelangen Finanzbetrugs für zwei Jahre aus der Champions League ausgeschlossen worden. Nach «schwerwiegenden Verstössen» gegen das Financial Fairplay muss der Club von Startrainer Pep Guardiola zudem eine Geldstrafe in Höhe von 30 Millionen Euro zahlen. Zwischen 2012 und 2016 habe der aus Abu Dhabi alimentierte Verein Sponsoreneinkünfte weit über Gebühr bewertet und damit bewusst getäuscht, teilte die Uefa am Freitag mit.

Die Citizens reagierten in einer ersten Stellungnahme «enttäuscht, aber nicht überrascht». Der Fall sei von der Uefa initiiert, von der Uefa verfolgt und von der Uefa beurteilt worden, kritisierte der Club, der immer wieder versucht hatte, eine Urteilsfindung zu verhindern. Nach diesem «vorverurteilenden Prozess» werde man nun so schnell wie möglich eine unabhängige Untersuchung anstrengen und als ersten Schritt den Internationalen Sportgerichtshof CAS anrufen. Dieser wäre letztinstanzlich zuständig.

So könnte City betrogen haben

Haupteigner von Manchester City ist Scheich Mansour bin Zayed al-Nahyan, Halbbruder des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Chalifa bin Zayid al-Nahyan. Berichte über mögliche Verstösse gegen die Uefa-Finanzregularien gibt es seit geraumer Zeit, verdichtet hatten sich diese durch die Enthüllungen der Plattform Football Leaks.

Interne Mails und Clubdokumente legten demnach nahe, wie Man City systematisch betrogen haben könnte. Gelder, die als Einnahmen durch Sponsoren aus Abu Dhabi – darunter mit Etihad Airways die nationale Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate – deklariert wurden, sollen in Wirklichkeit von Scheich Mansour gezahlt worden sein.

Im Grundsatz soll das Financial Fairplay solche Tricks vermeiden. Die Clubs, die in den Europacup-Wettbewerben starten, dürfen nicht mehr ausgeben, als sie einnehmen. Wird die Gewinnschwelle nicht erreicht, dürfen Geldgeber nur bis zu einem begrenzten Punkt aushelfen. Auch Frankreichs aus Katar mit Hunderten Millionen unterstützter Serienmeister Paris Saint-Germain wird immer wieder beobachtet.

Bereits 2014 waren beide Clubs zu Geldstrafen verurteilt worden und durften zudem für eine Saison nur 21 statt wie üblich 25 Spieler für die Champions League melden. Um einen Königsklassen-Bann kamen aber sowohl Paris als auch Manchester herum.

Droht nun der Ausverkauf?

Die Uefa wurde nach der vermeintlich schwachen Umsetzung und Kontrolle der eigenen Regeln kritisiert. Manchester City ist – sollte der CAS das Urteil bestätigen – das erste Schwergewicht im europäischen Fussball, das für die Champions League gesperrt wird. Der frühere italienische Meister AC Milan hatte im vergangenen Jahr einen Bann für die laufende Saison der Europa League kassiert.

Welche Auswirkungen die City-Strafe für die Saisons 2020/21 und 2021/22 hat, ist derzeit kaum abzusehen – ob die mit Starspielern gespickte Mannschaft von Guardiola, die im aktuellen Achtelfinal der Champions League auf Real Madrid trifft, beisammen bleibt, erscheint fraglich. In der englischen Meisterschaft sind die Citizens weit abgeschlagen hinter dem Liverpool Zweiter.


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier:

Hier finden Sie alle Folgen an einem Ort

Fussball

(dpa)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sven am 14.02.2020 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...und PSG?

    Nimmt mich ja Wunder wie PSG das schafft?

    einklappen einklappen
  • Max Weber am 14.02.2020 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    UEFA ist nicht glaubwürdig

    Wetten, dass das nicht bestehen bleibt...

    einklappen einklappen
  • Stefan P. am 14.02.2020 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aha

    Ok. Und wieso auch nicht bei den anderen Sündern?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Grüezi am 16.02.2020 11:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    revenge

    Gerechtigkeit Nun bitte aber auch die anderen Clubs Thanks alot

  • Johnny Schmidt am 15.02.2020 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    EU ist nicht Europa

    Und CL ist kein EU Bewerb... so einfach ist das. Man City hat sich die Strafe verdient...

    • Dondo am 15.02.2020 14:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Johnny Schmidt

      Kein EU Wettbewerb??? Sondern??

    • Santschi am 15.02.2020 15:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Uefa

      Ein Uefa, hat mit EU nichts zu tun.

    • D.B./O. am 17.02.2020 09:50 Report Diesen Beitrag melden

      korrekt

      korrekt CL hat nichts mit der EU zu tun. Ansonsten würden ja keine russischen und türkischen Vereine, teilnehmen können.

    einklappen einklappen
  • Jeff G am 15.02.2020 12:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Macht nichts

    Niemand wird Man City in der CL vermissen. Das spielerische Niveau ist eher durchschnittlich, obwohl die Mannschaft gespickt mit sogenannten Superstars ist.

  • W. Bebbistar am 15.02.2020 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Siegertyp

    Das gibt mor Hoffnung das Valentin Stocker nicht zu City wechselt. Er will ja endlich die ChampignonLeague gewinnen. Verdient hätte er es schon lange.

  • Alexander Uster am 15.02.2020 10:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nostalgiker?

    es ist das Eine, wenn ein Gärtner sein sauer verdientes Geld in sein Hobby investiert. Und Freude daran hat. Oder ein "Oligarch" das Blutgeld in einem Sportverein sauber wäscht..

    • D.B./O. am 17.02.2020 09:52 Report Diesen Beitrag melden

      GC in EL oder CL ?

      GC nimmt ja auch nicht in der Europa- oder Champions League teil. GC spielt zwar in der CL (Challenge League)

    einklappen einklappen