Flugzeugtragödie

19. Juni 2019 22:01; Akt: 19.06.2019 22:44 Print

Erste Festnahme nach Tod von Fussballer Sala

Die englische Polizei hat nach dem tödlichen Flugzeugabsturz von Emiliano Sala einen Mann wegen fahrlässiger Tötung festgenommen.

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Fünf Monate nach Salas Tod nahm die Polizei einen Verdächtigen fest. Tausende nahmen am Samstag, 16. Februar 2019, im argentinischen Progreso Abschied von Fussball-Profi Emiliano Sala. Auch Cardiff-CEO City Ken war an der Beerdigung dabei. Und sogar Salas Hündin Nala zollte ihrem Herrchen ein letztes Mal Tribut. Sie legte sich vor den Eingang der Turnhalle, die zur Abdankungskapelle umgewandelt worden war. In der Gemeinde Progreso, wo Emiliano Sala aufgewachsen ist, wird in der Sporthalle eine Totenwache abgehalten. Die Obduktion hat ergeben: Der argentinische Fussballprofi Emiliano Sala ist beim Flugzeugabsturz über dem Ärmelkanal an Kopf- und Rumpfverletzungen gestorben. «Wir werden eine Blume auf sein Grab legen und uns immer an ihn erinnern»: Vater Horacio Sala bricht beim Interview mit der AFP in Tränen aus. Nun ist es bestätigt: Emiliano Sala ist tot. Hier wird die Leiche aus dem abgestürztem Flugzeug geborgen. Das Wrack wurde nördlich der Kanalinsel Guernsey entdeckt. Auf Unterwasserbildern war eine Leiche im Inneren zu sehen. Die Suche war am Wochenende unter Wasser fortgesetzt worden. Die Position der beiden Schiffe, die bei der Suche nach dem verschollenen Fussballer Emiliano Sala und dem Piloten David Ibbotson eingesetzt wurden (3. Februar 2019, Stand 12:00 Uhr MEZ). Die Geo Ocean III und ... ... die Morven waren seit Sonntagmorgen nördlich der Kanalinsel Guernsey im Einsatz. (3. Februar 2019) Die erste Spur zur Unglücksmaschine? In Surtainville an der französischen Nordwestküste wurden zwei Sitzkissen gefunden, die sehr wahrscheinlich zur vermissten Piper gehören. Dies vermeldete die Abteilung für Flugunfalluntersuchung. (30. Januar 2019) Nachdem die Behörden die Suche am Donnerstagabend (24. Januar) mit der Begründung, dass die Überlebenschancen der beiden Männer «äusserst gering» seien, eingestellt hatten, appellierte Romina Sala, die Schwester des Fussballers, unter Tränen an die Suchkräfte, die Suche nicht aufzugeben. Die Suche vom Wochenende wurde privat finanziert. Lionel Messi hat den Hilferuf von Romina Sala erhört. Der Stürmerstar des FC Barcelona beteiligte sich mit einem Betrag an der Spendenaktion. Auch PSG-Angreifer und Weltmeister Kylian Mbappé trug finanziell dazu bei, dass für Sala eine private Suchaktion erfolgen konnte. Bis am Dienstagmittag (29. Januar) wurden über 366'000 Euro gesammelt, um damit eine private Suchaktion nach Emiliano Sala zu finanzieren. Grosse Hoffnungen ruhten auf David Mearns (l.), der auf Tiefsee-Such- und Bergungsoperationen spezialisiert ist. (2. Februar 2019) «Die rauen Seeverhältnisse werden die grösste Schwierigkeit bei der Suche sein», schreibt der Meereswissenschaftler auf Twitter. Am Montagabend, 21. Januar, verschwand das Kleinflugzeug über dem Ärmelkanal vom Radar, das den argentinischen Fussballer zu seinem neuen Club Cardiff City hätte bringen sollen. Bis diesen Winter spielte der Stürmer für den FC Nantes. Für die Franzosen lief er 133-mal auf. Am 19. Januar wechselte Sala nach einer erfolgreichen Hinrunde in der Ligue 1 (19 Spiele/12 Tore) in die Premier League zu Cardiff City. Der Fussballer machte sich am Montagabend auf den Weg von Nantes nach Cardiff. Das Flugzeug verschwand am späten Montagabend vom Radar. Bis am Donnerstagabend suchten Schiffe und Helikopter im Auftrag der Behörden im Ärmelkanal nördlich von Guernsey nach dem Flugzeug und den Insassen. Die französische Zivilluftfahrtbehörde bestätigte, dass Sala an Bord eines Geschäftsflugzeugs des Typs PA-46 Malibu war. Schwester Romina bangt vor dem Stadion von Cardiff City um ihren Bruder. Die Anteilnahme der Cardiff-Fans ist gigantisch, obwohl Sala nie für ihren Club gespielt hat. Club-CEO Ken Choo gibt den Medien vor Ort Auskunft. Die Spieler von Manchester City setzen im Spiel gegen Burnley mit schwarzen Armbändern ein Zeichen für Sala. Strassburgs Mittelfeldspieler Adrien Thomasson beim Heimspiel gegen Bordeaux ein T-Shirt seines Freundes Sala und betet für ihn.

Zum Thema
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Fünf Monate nach dem Tod des argentinischen Fussballers Emiliano Sala bei einem Flugzeugabsturz über dem Ärmelkanal ist in Grossbritannien ein Verdächtiger festgenommen worden. Dem 64-Jährigen aus North Yorkshire werde fahrlässige Tötung durch eine «rechtswidrige Handlung» zur Last gelegt.

Der Verdächtige kooperiere mit den Ermittlern und sei vorerst wieder auf freien Fuss gesetzt worden, teilte die Polizei der Grafschaft Dorset am Mittwoch mit. Weitere Einzelheiten zur Identität des Mannes will die Polizei erst nennen, falls der Mann angeklagt wird. Offen blieb auch, in welchem Zusammenhang er mit Salas Tod steht.

«Ich habe solche Angst»

Die einmotorige Propellermaschine mit dem 28-jährigen Fussballer und dem britischen Piloten David Ibbotson am Bord war am 21. Januar rund 20 Kilometer nördlich der Kanalinsel Guernsey vom Radar verschwunden. Sala war nach einem Millionen-Wechsel vom französischen Verein FC Nantes zum walisischen Premier-League-Club Cardiff City auf dem Weg zu seinem neuen Verein.

Anfang Februar wurde Salas Leiche schliesslich in dem Flugzeugwrack am Grund des Ärmelkanals entdeckt und ein paar Tage später geborgen. Die Leiche des Piloten wurde nicht gefunden. Berichten zufolge hatte Ibbotson keine Nachtflugberechtigung, weil er farbenblind war. Zudem hatte das Flugzeug keine Zulassung für kommerzielle Flüge.

Bevor die Maschine von den Radarschirmen verschwand und in den Ärmelkanal stürzte, hatte sich Sala laut argentinischen Medienberichten in einer WhatsApp-Sprachnachricht an Freunde sehr besorgt über den Zustand der Maschine geäussert. Das Flugzeug sehe so aus, «als ob es auseinanderfällt», sagte er demnach. «Ich habe solche Angst.»

Fussball

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bersel am 19.06.2019 22:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    R.I.P

    Ich verstehe nicht, warum man einfach nicht mit einem normalen Flugzeug fliegen kann. Klar hätte auch dann passieren können aber irgendwie hab ich das Gefühl dass da was anderes geschehen ist. Der Pilot hat man nicht gefunden....!!! ich wünsche den Angehörigen viel Kraft. Ruhe in Frieden Sala

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  • Andy Honegger am 19.06.2019 23:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unbegreiflich

    Wenn Sala schon Angst hatte, warum stieg er dann in diesen Flieger? Er hätte wohl genügend Geld gehabt, sich einen Taxiflug von einer seriösen Firma zu leisten. R.I.P., viel Kraft der Familie.

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  • Schnäppli am 20.06.2019 01:07 Report Diesen Beitrag melden

    Darwin Award

    Viele Reiche sterben durch Kleinflugzeuge. Mr. Wanger oder die reichste Russin neulich. Es wird einfach verschwiegen, dass ein solches Flugzeug nicht für Wetterveränderungen gebaut ist. Ein grosses Flugzeug fliegt wie ein Kampfjet bei jeder Wetterlage gut, weil da auch 10 Mal mehr Technik dahinter steckt :-) Es ist einfach Suizid in solch eine Maschinen zu steigen. Kein richtiges GPS, kein richtiges ILS oder TCAS oder einen Enteiser, geschweige denn die Robustheit beim Aufprall.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • tan am 20.06.2019 08:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wer profitiert?

    seine leiche vorhanden, vom pilot fehlt jede spur. unsere realität übertifft alle vorstellungen. wer hat von seinem tod profitiert? ok die geschchte wiederholt sich.

  • Pia am 20.06.2019 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unlogisch

    Schuld ist ja wirklich der Pilot. Wieso steigt Sala denn überhaupt in der Nacht in einen Flieger? Hätte ja warten können bis es hell ist. Zudem hätte er genug Geld gehabt, um mit einem richtigen Flieger zu reisen. Nach dem Piloten wird nicht gesucht? Was ist mit dessen Familie?

    • Carmen am 20.06.2019 08:23 Report Diesen Beitrag melden

      @Pia

      Seit wann darf man in der Nacht nicht Fliegen? Das ist mir das neueste!

    • Sven am 20.06.2019 08:31 Report Diesen Beitrag melden

      @Pia

      Fahren Sie nur wenn es hell ist Auto,laufen Sie nach Hause weil es Dunkel ist? Ist mir schleierhaft,warum man nach Ihnen in der Nacht nicht fliegen soll/ kann! Komische Ansicht!

    • D.R. am 20.06.2019 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Carmen

      Der Pilot war farbenblind...deswegen gschider nid in der Nacht fliegen. Lesen hilft..

    • Carmen am 20.06.2019 08:57 Report Diesen Beitrag melden

      @D.R.

      Ach ja,lesen hilft merken Sie sich das! Das der Pilot Farbenblind war konnte Sala nicht wissen,oder ist es irgendwo angeschrieben gewesen am Flugzeug? Nicht? Darum,lesen bildet merken Sie sich das D.R.!

    • Carmen am 20.06.2019 09:01 Report Diesen Beitrag melden

      @D R.

      Im Text stand es auch niergends das Sala dies im Voraus wusste! Darum D.R. ,lesen bildet! Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!

    • Pilot am 20.06.2019 12:37 Report Diesen Beitrag melden

      @D R.

      Anwärter für den Pilotenschein werden bei Nacht/Farbenblindheit nicht zugelassen!

    • Pilot am 22.06.2019 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sven

      Von Piloten anforderung für Nacht und Instrumentenflug keine Ahnung.

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  • Rebell am 20.06.2019 07:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    freiwillige Entscheidung

    Sorry, aber wenn jemand seinen Freunden mitteilt, das Flugzeug sehe aus, als ob es auseinander Falle u man trotzdem einsteigt, um ein Ziel zu erreichen, ist doch selbst schuld, wenn er abstürzt. So ein Fussballer hat doch sicher das nötige Kleingeld, um eine sichere Verbindung zu nutzen, als ein augenscheinliches Wrack? Natürlich ist der Fall tragisch, aber auch vermeidbar gewesen. Merkwürdig hingegen die Tatsache, das man den Piloten nicht fand.

    • Nein am 20.06.2019 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rebell

      Sicher nicht. Wenn sie in ein Taxi steigen, rechnen sie auch damit, dass der Fahrer fahren kann.

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  • Eidgenossin am 20.06.2019 07:30 Report Diesen Beitrag melden

    R.I. P.

    Der Tod von Sala hat mich zu tiefst betroffen,ruhe in Frieden Sala!

    • Mami eines Fussballers am 20.06.2019 18:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Eidgenossin

      Mich auch. Zutiefst.

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  • m.h. am 20.06.2019 07:29 Report Diesen Beitrag melden

    Aviatik

    @Schnäppli da haben Sie aber wirklich wenig Ahnung von Flugzeugen tut mir leid. Es kommt immer auf die Ausstattung des Flugzeugs an. Und es war ja nicht so, dass es weis ich was für ein Unwetter war. Das Problem liegt eher darin, dass die Behörden weniger auf Kleinflugzeuge schauen wärend Airline Wartungen täglich von irgend jemandem inspiziert werden sei es eine Behörde oder Kunden die auch die Pflicht der Inspektion haben. PS informiere dich mal über die F5 Tiger und deren Einsatzmöglichkeiten zum Thema Kampfjets