EM-Qualifikation

04. Juni 2011 10:13; Akt: 04.06.2011 10:19 Print

Montenegro träumt vom grossen Turnier

Montenegro überraschte im bisherigen Verlauf der EM-Qualifikation in der Schweizer Gruppe G. Mit einem positiven Resultat heute gegen Bulgarien ginge der Traum von der EM-Teilnahme weiter.

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Kann Mirko Vucinic (9) wie schon gegen die Schweiz auch gegen Bulgarien jubeln? (Bild: Keystone)

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Erst seit vier Jahren gehört Montenegro zum europäischen Fussballverband. Und doch haben die «Falken» aus dem Kleinstaat vom Balkan bereits Spuren hinterlassen. Montenegro liegt beim erst zweiten Versuch, sich für eine WM oder eine EM zu qualifizieren, bestens im Rennen. Drei 1:0-Siege, darunter gegen die Schweiz, sowie das torlose Unentschieden in England stellen dem Team eine ausgezeichnete Halbzeitbilanz aus.

Die Mannschaft von Zlatko Kranjcar hat seit Oktober 2009 keines seiner sieben Pflichtspiele verloren und ist, internationale Tests eingerechnet, seit 675 Minuten ohne Gegentor. «Wir hoffen, dass wir diesen unglaublichen Verlauf fortsetzen können und einen weiteren Schritt in Richtung Euro 2012 machen»", sagte Kranjcar. Im Heimspiel gegen Bulgarien im Hexenkessel von Podgorica - das erste Kräftemessen in Sofia hatte Montenegro dank einem Tor des künftigen YB-Spielers Elsad Zverotic gewonnen - kann der kroatische Trainer wieder auf drei Teamstützen zurückgreifen. Das Trio mit Fiorentinas Youngster Stevan Jovetic, Nikola Drincic (Krasnodar) und Ivan Fatic (Cesena), das die ersten vier Partien verletzungshalber verpasst hat, gehört nach langer Absenz wieder zum Kader.

Bulgariens Trainer Lothar Matthäus sah sich zuletzt wieder einmal Kritik ausgesetzt. In einem Testspiel Ende Mai gegen eine Auswahl aus Korsika hatte sich sein Team, das in beiden Halbzeiten aus elf verschiedenen Akteuren bestand, im Rahmen eines viertägigen Trainingslagers mit einem 0:1 kräftig blamiert. In Montenegro hofft der deutsche Coach nun auf neue Impulse durch einen ausländischen Spielmacher.

Mittelfeldspieler Marquinhos von CSKA Sofia erhielt in der letzten Wochen den bulgarischen Pass und wird der dritte in Brasilien geborene Spieler nach Thiago Silva und Lucio Wagner, der für die Osteuropäer auflaufen wird. Bulgarien hilft wie der punktgleichen Schweiz in England nur ein Sieg, um noch halbwegs realistische Chancen auf die Teilnahme an der Euro 2012 zu haben.

(sda)