Vladimir Petkovic

11. Oktober 2019 20:03; Akt: 11.10.2019 20:20 Print

«Wir müssen die späten Gegentore abstellen»

von Fabian Ruch - Für das wegweisende EM-Qualifikationsspiel in Dänemark fordert Nationaltrainer Vladimir Petkovic eine konzentrierte Leistung – bis zum Schlusspfiff.

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Das Dach im Parken ist am Freitagmittag geschlossen, als die Schweizer Nationalmannschaft ihr Abschlusstraining vor dem EM-Qualifikationsspiel tags darauf gegen Dänemark bestreitet. Es ist eine Schutzmassnahme für den Rasen, weil es in Kopenhagen am Morgen geregnet hat.

Das prächtige Stadion wird am Samstag ausverkauft sein und das Dach geöffnet, das Parken bildet einen angemessen Rahmen für das wegweisende Treffen der beiden WM-Achtelfinalisten. Und für die Schweizer wäre ein Remis ein ordentliches Ergebnis, weil es ihnen alle Möglichkeiten offen lassen würde, sich direkt für die Euro 2020 zu qualifizieren.

Petkovics Forderung

An der Pressekonferenz nach dem Training hinterlassen die drei Schweizer Protagonisten einen zuversichtlichen Eindruck. «Wir müssen unsere Leistung diesmal über die gesamte Spielzeit durchziehen», sagt Verteidiger Manuel Akanji, «dann sind wir in der Lage, drei Punkte mitzunehmen.»

Captain Stephan Lichtsteiner meint, es bringe nichts, an das 3:3 im Hinspiel vor einem halben Jahr in Basel zu denken und an die drei späten Gegentore damals. «Das ist vorbei. Ich bin sicher, dass wir die richtigen Lehren daraus gezogen haben.» Lichtsteiner erwartet ein interessantes Spiel zweier Topmannschaften. «Auch die Dänen sind individuell stark besetzt und überzeugen als Team. Aber wir sind in Form und müssen uns nicht verstecken.»

Trainer Vladimir Petkovic schliesslich betont, es sei entscheidend, bis zur allerletzten Minute konzentriert zu bleiben. «Wir haben in letzter Zeit mehrmals späte Gegentore erhalten. Das müssen wir abstellen, stets konkret und mutig bleiben und auch in der Schlussphase unseren Spielplan durchziehen. Aber es passiert im Fussball oft, dass ein Treffer in der Nachspielzeit alles auf den Kopf stellt.» Petkovic erinnert sich jedenfalls stärker an die überzeugenden 80 Minuten gegen Dänemark im März als an die fatale Schlussphase. «Wir haben gezeigt, dass wir die Dänen vor Probleme stellen können.»

Warten auf den Coup

Dänemark wird am Samstag stärker unter Druck stehen, weil es sich zuletzt im September ein 0:0 in Georgien leistete. Und die Erwartungen in der Heimat sind hoch, schliesslich hat diese begabte Fussballergeneration ihre bemerkenswerte Qualität auch an der WM im letzten Jahr unter Beweis gestellt. In der Vorrunde gab es ein 0:0 gegen den späteren Weltmeister Frankreich, das Aus im Achtelfinal gegen die Kroaten, die danach den Final erreichten, kam erst im Penaltyschiessen.

Seit knapp drei Jahren haben die Dänen kein Pflichtspiel mehr nach 90 Minuten verloren. Es ist eine respektable Bilanz, und wenn man möchte, könnte man die Schweiz und Dänemark genau gleich einordnen. Beide Nationalteams sind schwer zu bezwingen, haben es aber in den letzten Jahren nicht geschafft, an grossen Turnieren einen Coup zu landen – trotz reizvoller Aussichten.

Mit grosser Wahrscheinlichkeit werden aber beide Auswahlen im nächsten Sommer an der EM eine weitere Gelegenheit erhalten, die eigenen Ansprüche zu erfüllen und endlich einen Achtelfinal zu überstehen.

Akanjis Wette

Vorerst geht es für die Schweizer in Kopenhagen jedoch darum, die gute Ausgangslage in der Qualifikation nicht zu verspielen. Trainer Petkovic sagt, er habe die Aufstellung zu 99 Prozent im Kopf, und genau dort werde sie auch bleiben. Er verrät also nicht, ob beispielsweise Lichtsteiner in der Startformation stehen wird. Oder ob er mit einer Dreierkette in der Abwehr beginnen wird, was naheliegend ist.

Ganz sicher spielen wird Manuel Akanji. Er ist mit Dänemarks Thomas Delaney, seinem Dortmunder Teamkollegen, bestimmt wieder eine Wette eingegangen. «Nach dem Hinspiel musste keiner von uns zahlen», sagt er schmunzelnd. «Aber natürlich war er zufriedener mit dem Ergebnis als ich.» Diesmal wäre es Akanji, der ein Unentschieden kaum ablehnen würde.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Katzerich am 11.10.2019 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir müssen...

    Die späten Gegentore haben eine ganz klare Ursache: der Trainerovic ist eine taktische Nullnummer. Und er wird das immer bleiben.

  • Cavi33 am 11.10.2019 21:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Erkenntnis

    Das nenn ich aber einen echten Fortschritt. War immer der Meinung dass das Spiel erst fertig ist wenn der Schiedsrichter abpfeift. Das ist ein Problem des Trainers und dessen Taktik.

  • Gregor Hhhh am 11.10.2019 20:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein Tip...

    Am besten alle Gegentore abstellen, wenn man dies schon so einfach abstellen kann.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mfala am 13.10.2019 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte Nicht löschen ,die sollten es sehen.

    Einfach eine Schande , solch eine Leistung ab zuliefern.. diese Verdienen Millionen.. ubd haben den Mut ohne Leidenschaft , ohne Herzblut in dieses Spiel zu gehen ?! Da müsste man auf einen Sieg spielen eindeutig und nicht auf dem Rasen ein bisschen rum tänzeln... keine Freude am Spiel keine Begeisterung , immVergleich zu anderen Nationen die mit Einer grossen Motivation und leidenschaft in die Spiele geht ist Die Schweiz einfach nichts und wieder nichts. Bis auf 1-2 Spieler , laufen Spieler auf die in den Vereinen nur Die getränke Flaschen auffülen für die Stars . So kann man nicht siegn

  • Koni am 12.10.2019 20:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lacher

    Ging wohl leicht daneben.

  • Weidmann Heidi am 12.10.2019 14:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Machts wie die Frauennati

    Unsere Frauen-Nati soll euer Vorbild sein. Also Männer los gehts! Aber ohne Lichtsteiner

  • H Friedlu am 12.10.2019 08:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr Petkovic hat recht

    Herr Petkovic hat recht, das Problem hat nicht nur die Nati, auch der FCB leidet darunter und sollte etwas dagegen tun Wie die Nati.

  • kein experte aber... am 11.10.2019 21:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    genialer trainer?

    wow, man muss die späten gegentore abstellen. darauf wäre ausser dem trainer niemand gekommen! genial dieser trainer!!