Irre Szenen in Luzern

13. Mai 2019 08:17; Akt: 13.05.2019 10:43 Print

Neonazi steckt hinter der GC-Leibchen-Erpressung

In Luzern provozieren GC-Ultras einen Spielabbruch. Angeführt werden sie dabei von einem Ultra mit Nazi-Vergangenheit.

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Mit einem 0:4-Rückstand und dem Abstieg vor dem geistigen Auge kommt es beim Spiel zwischen Luzern und GC zu einem Spielabbruch. Mehrere vermummte GC-Ultras belagern das Spielfeld der Swissporarena und lassen Schiedsrichter Dudic keine Wahl.

Selbst ein Gespräch mit Captain Heinz Lindner und Präsident Stephan Rietiker bringt die Fans nicht zur Vernunft. Im Gegensatz zu den meisten Vermummten zeigt ein Mann sein Gesicht. Wie der «Blick» schreibt, handelt es sich hierbei um einen Ultra mit Neonazi-Vergangenheit – Stefan N.

Zurück in der GC-Kurve

Bereits Anfang der 2000er-Jahre stand der Mann als Mitglied der Hooligan-Gruppierung «Hardturm Front» hinter dem Tor und feuerte die Hoppers an. Allerdings eckte der Thurgauer mit seinem Nazi-Gedankengut, das er auch in Form von Tattoos auf der Haut trägt, bei vielen Kurven-Mitgliedern an.

Neonazi führt Mob an

Mehrere Jahre war Stefan N. nicht mehr in der Kurve präsent, doch in einer der schwärzesten Stunden des Schweizer Rekordmeisters steht er an vorderster Front. Der Glatzkopf mit dem langen Bart führte den Mob an und provozierte so den Spielabbruch.

2014 sagte er in einem Interview mit 20 Minuten, angesprochen auf sein rechtsextremes Gedankengut: «Das ist kalter Kaffee. Meine Zeit in der rechten Szene ist Jahrzehnte her und ich distanziere mich schon lange von solchen Leuten.» Er sieht sich mittlerweile als Balkan-Rocker. Aktivitäten auf Facebook werfen jedoch Zweifel über seine Gesinnung auf.

Klar ist: Stefan N. war es, der Lindner und GC-Präsident Rietiker erpresste, dass die Spieler vor die Kurve traten und ihre Trikots abgeben mussten. Erst danach konnte die Situation entschärft werden.

«Die paar Dutzend Spränzel sind nicht repräsentativ für die Kurve»

Es ist nicht das erste Mal in dieser Saison, dass braunes Gedankengut in der Kurve der Hoppers auftaucht. Anhänger der GC-Fangruppe Blue White Bulldogs 98 trauerten im März öffentlich um einen verstorbenen deutschen Neonazi. Die Nähe der Gruppierung BWB 98 zu rechtsextremen Kreisen ist seit längerem bekannt. Ein Vertrauter der Szene sagt: «Bei der Gruppe sind definitiv Rechtsextreme dabei.»


GC-Captain und Goalie Lindner nimmt Stellung (Video: 20 Minuten)

Im GC-Forum wird die Kurve verteidigt. Es heisst: «Die paar Dutzend Spränzel, welche da an der Bande standen, sind nicht repräsentativ für die Kurve.» Dies zeigen auch 20-Minuten-Recherchen: Grosse Teile der restlichen GC-Kurve stünden zwar nicht hinter der Ideologie, so der Insider. Aber: «Dass die Bulldogs nach rechts offen sind und keine Berührungsängste haben, wird von vielen sehr kritisch gesehen. Weil die Kurve im Moment so schwach aufgestellt ist, werden sie aber toleriert.»

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(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • TS am 12.05.2019 19:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Korrektur

    Das sind weder Fans noch Ultras noch Chaoten. Das sind ganz einfach Verbrecher und als solche sollten sie auch behandelt werden.

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  • TommyM am 12.05.2019 20:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte schliesst den Verein.

    Diese sogenannten Fans sind eine Schande für das ganze Land. Der Club schafft es offenbar nicht seine Leute zu bändigen und ich als Steuerzahler möchte nicht dass öffentliche Gelder und Einrichtungen für sowas missbraucht werden. Schluss aus.

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  • Realist am 12.05.2019 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    "Kann GC den Abstieg vertagen"

    Wie oft will man das hier noch erwähnen? GC steigt ab. Punkt. Schluss. Rechnerisch müsste GC 4mal gewinnen und Xamax gleichzeitig 4mal verlieren. Torverhältnis ausser acht gelassen und selbst wenn, die Barrage ist auch kein Selbstläufer.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Freude herscht am 13.05.2019 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    Ich mach ein Kreuz an die Decke

    Das erstemal das C. C. etwas gutes sagt.

  • SCB Fan seit 1972 am 13.05.2019 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    Gute und schlechte Zeiten

    Ich dachte immer, dass in Zürich der FCZ der Büezerclub und GC der Intellektuellenclub ist. Da habe ich in der langen Zeit, in welcher in meiner Heimat quasi kein Fussball gespielt worden ist, etwas Wichtiges verpasst.

  • Zyniker am 13.05.2019 18:26 Report Diesen Beitrag melden

    Ist der Typ

    Nicht Mitglied in der svp.

  • Blöder Frager am 13.05.2019 18:24 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso hat

    Der FCZ weniger Probleme.

  • Pro. Peller am 13.05.2019 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schaut nach England...

    Solche "Fans" braucht niemand. Deshalb braucht es auch kein Gespräch mit ihnen. Macht es wie die Engländer, die sind mit dem Hooligan Problem fertig geworden. Hart, konsequent, transparent!