Bundesliga

07. April 2019 18:38; Akt: 07.04.2019 20:31 Print

Niko Kovac und das Wort zum Sonntag

Bei Bayern München gibt es nie Ruhe – selbst nach einem 5:0 gegen Dortmund nervt sich der eine oder andere.

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Niko Kovac: Pfiff Richtung Spieler – und später Richtung Medien. (Bild: Keystone/Michael Probst)

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«Das ist das Wort zum Sonntag.» So schloss Trainer Niko Kovac zuvor seine Wutrede gegen die Medien. Sein Team hatte ja nicht verloren. Im Gegenteil: Die Bayern hatten Borussia Dortmund im Spitzenkampf zuvor komplett gedemütigt und 5:0 bezwungen gehabt und grüssten neu von der Tabellenspitze.

Bayern München zerstaust den BVB

Doch Kovac störte sich, dass Journalisten generell sich nicht für den Sport interessieren würden, sondern nur noch für«Nebensächlichkeiten und Sensationen». Es ging unter anderem um Jérôme Boateng. Der Bayern-Spieler hatte bereits vor dem Spiel für einen kleinen Skandal gesorgt, weil er ausgerechnet nach dem Spitzenkampf eine Privat-Party in einer Münchner Diskothek terminiert hatte. Was er davon hielt und warum er nicht hingehen werde, sagte Bayerns Präsident Uli Hoeness schon vor dem Spiel kurz und knapp: «Weil es ein Schwachsinn ist.»

Aber zurück zu Kovac und seinem Problem mit den Medien: Er verstehe, dass es in der heutigen Zeit nur noch um Sieg oder Niederlage gehe und nicht etwa um taktische Aspekte oder Spieldetails. Das ärgere ihn aber dennoch, wollte Kovac festgehalten haben. Und das müsse auch einmal gesagt werden. Sein Tipp an die schreibende Zunft: Menschlichkeit! Was er nicht möchte, das ihm einer antut, das tue er selber keinem anderen an – oder eben, kurz zusammengefasst: «Wort zum Sonntag.»

Auch Hummels regte sich auf

Bayern München wäre nicht Bayern München, wenn nur einer sich aufregen würde. So war auch Mats Hummels trotz 5:0-Gala nicht bloss happy. Zunächst lobte der Verteidiger im Interview zwar die Leistung des Teams gegen Dortmund. Doch dann erinnerte er sich auch an das Pokalspiel unter der Woche gegen Zweitligist Heidenheim, das die Bayern nach 1:2-Rückstand und 4:2-Vorsprung bloss 5:4 gewonnen hatten.

Und dann legte Hummels los: Man habe viel falsch gemacht in jenem Spiel und Glück gehabt. Und sowieso, all das Negative in letzter Zeit. Ziel der Schelte von Hummels? Ebenfalls die Medien: Seit der WM werde nur noch auf Negatives geschaut. Er meinte den Umgang mit den älteren Spielern, die von Nationaltrainer Joachim Löw aussortiert worden waren: Da werde von den Medien vieles falsch gesehen.

Fussball

(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mia san Mia am 07.04.2019 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll

    Einfach ein toller sympathischer Typ der Kovac. Weiterhin alles gute.

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  • Roger zh am 07.04.2019 20:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    finde ihn gut

    Der Kovac wird bald richtig ankommen in München als Trainer. Jede wette, das er Bayern wieder weit nach vorne bringen wird. Unglaublich symphatisch und Wort gewandt. Haut nie drauf, bleibt immer sachlich.. Gut hat Bayern an ihm festgehalten und ich hoffe das dass auch so bleibt.. Auch in schlechten Zeiten....!!!

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  • stone3 am 07.04.2019 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hmmm

    Mal den Spiess umdrehen!! "Verfolgt" doch mal die Journalisten aufSchritt und Tritt, und stellt dann Samstags an der PK, sein Leben dar...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Typhoeus am 09.04.2019 06:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Offenbar klemmt das

    Dampfventil der Bayern durch zu viele Kalkablagerungen.

  • Patrick Sturzenegger am 08.04.2019 15:18 Report Diesen Beitrag melden

    Realsatire pur!

    Dass man bei den Bayern speziell diese Saison eine kurze Zündschnur hat, ist bekannt. Allerdings stimmt es schon, dass die deutschen Medien (momentan) jede Nebensächlichkeit zur Staatsaffäre aufbauschen. Am Sonntag-Vormittag mal "Doppelpass" auf Sport1 gucken: Realsatire pur!

    • 50+ am 09.04.2019 04:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Patrick Sturzenegger

      deshalb schalte ich seit Jahren ein wenn das Spiel beginnt und aus wenn der Schiedsrichter abpfeift. Das blöde Gerede brauche ich nicht, es ist Fussball, mehr nicht.

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  • Trainer am 08.04.2019 14:16 Report Diesen Beitrag melden

    Mimose

    Der Arme.Hat ihn ja niemand gezwungen Trainer von Bayern München zu werden.....

  • Lecavalier am 08.04.2019 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Wer zu allem seinen Senf gibt...

    Man könnte sich vieles ersparen, wenn nicht jeder bei Bayern zu allem seinen Senf geben müsste. Sich strikt auf das jeweile Spiel zu beschränken, und andere Fragen halt abzublocken, würde ebenfalls helfen. Niemand muss öffentlich bekanntgeben, an welche Parties er wann geht. Ansonsten steht man selber am Ursprung der permanenten Aufgeregtheit, welche insbesondere die Boulevardpresse möglichst am köcheln hält. Aber eben, Intelligenz und Eitelkeit sind da etwas einseitig verteilt.

  • Blasius am 08.04.2019 08:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kraft

    Wenn sich Kovac mit den Medien anlegt, kostet ihn das sehr viel Kraft; den Pokal und die Meisterschaft schafft er dann kaum, der BVB wird's ihm danken.