Transfer-Posse

04. September 2019 09:53; Akt: 04.09.2019 10:59 Print

Bei Neymar ging es offenbar um mehr als Geld

von E. Tedesco - Das Wechseltheater um Neymar war die grösste Posse dieses Transfersommers. Weshalb der Deal mit Barça platzte.

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Als das Transferfenster in Frankreich und Spanien am Montagabend um 23.59 Uhr schloss, war Neymar schon Tausende von Kilometern entfernt. Der Brasilianer reiste am Sonntag, als sich abzeichnete, dass der Deal mit Barcelona platzen würde, nach Miami. Ab Montag bereitet sich die brasilianische Nationalmannschaft auf die Länderspiele gegen Kolumbien (7. September) und Peru (11. September) in Florida vor.

Neymar nützte den freien Sonntagabend und ging zusammen mit Dani Alves Abendessen. Alves und Neymar gelten als dicke Kollegen. Der Angreifer soll sich im letzten März bei Präsident Nasser al-Khelaifi für eine Vertragsverlängerung des Ex-Barça- und Juve-Akteurs eingesetzt haben. In Miami war Alves an der Reihe, seinen Freund zu trösten.

Denn in der Stadt der Liebe blieb man hart und beendete den Flirt zwischen dem Brasilianer und seiner katalanischen Flamme noch vor dem offiziellen Transferschluss. Barcelona bot 130 Millionen Euro plus die Spieler Ivan Rakitic (31), den 19-jährigen Youngster Jean-Clair Todibo und eine Leihe von Ousmane Dembélé (22) für ein Jahr. Neymar habe sogar angeboten, selber noch 20 Millionen Euro draufzulegen. Doch selbst das war den PSG-Verantwortlichen nicht genug.

Der Ärger des Superstars

Dabei soll es aber nicht ums Geld gegangen sein. Wie «ESPN-Journalist» Jorge Nicola in seinem Blog schrieb, soll der Grund schlicht darin zu finden sein, dass der PSG-Besitzer und Präsident Nasser al-Khelaifi sauer auf Neymar sei. Eine Vertrauensperson aus dem Kreis des Ligue-1-Clubs habe dem Journalisten davon erzählt.

«Der Traum von Nasser war es, Neymar dazu zu bringen, dass er bis zum Vertragsende nur noch Runden um das Spielfeld laufen müsse.» Er ist wütend auf Neymar, weil PSG alles für ihn getan habe. So erfüllte Paris zum Beispiel seine horrende Lohnvorstellung von knapp 40 Millionen Euro pro Saison.»

«Enttäuscht» sei auch Neymar, zumindest liess er sich in verschiedenen spanischen Zeitungen so zitieren. Die Zeitung «Sport» schrieb, der Offensivspieler sei «verärgert». Laut der französischen Sportzeitung «L'Équipe», die sich auf eine Quelle aus dem Umfeld Neymars beruft, will der Spieler aber nicht in einen Streik treten. Bei den Mitspielern habe sich Neymar aber mit seinem Sommertheater nicht beliebt gemacht.

Die französische Sport-Bibel will wissen, dass es vor einigen Tagen nach dem Training sogar Zoff gegeben habe. Der Brasilianer soll mit einem Mannschaftskollegen, dessen Name nicht genannt wird, aneinandergeraten sein. Das Misstrauen gegenüber Neymars Einstellung sei im Team gross.

Neymar hofft auf Fifa-Regel

Neymars Vertrag in Paris läuft bis 2022. Er muss nun gegen seinen Willen bei PSG bleiben. Vorerst, aber spätestens im Sommer 2020 will er wieder im Nou Camp auflaufen. Dabei profitiert der 27-Jährige von einer Fifa-Regel. Im kommenden Sommer wird der Brasilianer nämlich das einhalten, was die Fifa als «Schutzzeit» definiert, nämlich drei ganze Spielzeiten oder drei Jahre im gleichen Club.

Wenn ein Fussballprofi nach dieser Zeit das gleiche Arbeitspapier besitzt wie bei der Vertragsunterzeichnung, erkennt die Fifa das Recht an, den Verein gegen eine Ablösesumme straflos zu verlassen. Die Höhe dieser Entschädigung wird mittels einer Formel berechnet. Die Agenten von Neymar haben schon mal vorgesorgt und die Fifa gemäss «Mundo Deportivo» konsultiert. Da wurde ihnen gesagt, dass sie Neymar im nächsten Sommer für knapp 170 Millionen Euro aus dem Vertrag kaufen können. Demnach: Eine Fortsetzung folgt bestimmt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ici c'est am 04.09.2019 10:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt verdient

    Auch wenn ich kein Fan von PSG bin, finde ich es toll das der Präsident dies durchzieht! Spieler und Agenten haben viel zu viel Macht, und das könnte durchaus ein Zeichen setzen. Nur hat nicht jeder Verein soviel Geld das sie ihre bestbezahlten Spieler sitzen lassen können..

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  • Obed M. am 04.09.2019 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Versauern lassen

    Chindschop. Er wusste doch, dass PSG in der Ligue 1 spielt und die Liga nun nicht ganz so attraktiv ist wie die in Spanien, England & Italien... Ich würde ihn an einen Club in der Ligue 2 ausleihen...

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  • 1893 am 04.09.2019 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Es wird

    interessant werden, wie sich die Causa Neymar noch entwickelt. Ein ende des ganzen Theaters ist jedenfalls nicht abzusehen und viele Fragen bleiben offen. Fortsetzung folgt garantiert.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Neo am 05.09.2019 21:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Matrix

    Und wieder ein Beweis dass wir in der Matrix leben. Die Zeitung schreibt über 2022 in der Vergangenheit...

  • bnc am 05.09.2019 01:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stolz behalten !

    Ich möchte mich nicht als besser wisser bezeichnen aber der Psg Boss ist ein Stolzer man und in seiner Kultur lässt man sich nicht demütigen in seiner Position als Chef ! Mir war schnell klar warum und wieso der das mit Neymar nicht machte.Er hat so viel Geld das er in Wc putzen lassen könnte für 40 mio im jahr!! Dann würde der durchschnitt Lohn für Reinigungskräfte massiv schteigen wen man ihn vergleichen würde mit dem Medialen Gehalt .

  • Diego am 04.09.2019 20:38 Report Diesen Beitrag melden

    überbewertet

    Was hat er denn für PSG schon geleistet? In den beiden CL-Saisons war er jeweils verletzt, wenn es Ernst wurde. Meister werden sie auch ohne ihn. Aber warum Barca den zurück nehmen will, das bleibt mir ein Rätsel. Die müssten noch heute froh sein, dass sie ihn los wurden.

  • Robi K. am 04.09.2019 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fanshop such MA

    Neymar könnte doch auch im Fanshop arbeiten. Würde ihm mit Sicherheit gut tun.

  • Adrian am 04.09.2019 18:03 Report Diesen Beitrag melden

    ...dessen Name nicht genannt wird

    Was?! Neymar hat sich mit Voldemort geprügelt!?