Elfmeter

10. Februar 2011 18:58; Akt: 10.02.2011 19:02 Print

Penalty - wie schlecht sind wir wirklich?

Gegen Malta verschossen mit Frei und Inler gleich zwei Schweizer einen Strafstoss. Die landläufige Meinung, wir können keine Elfmeter schiessen, scheint bestätigt.

Alex Frei nimmt Stellung zum verschossenen Elfemter. (Video: 20 Minuten Online)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Zunächst einmal ein Blick auf die nackten Zahlen: Rein statistisch landet der Ball bei ungefähr jedem vierten Penalty nicht im Netz. Die Erfolgsquote liegt irgendwo zwischen 75 und 80 Prozent. Ob verschossen oder ob der Goalie hält, spielt dabei keine Rolle. Doch auch eine gute Quote schützt nicht vor dem Versagen. Roberto Baggio versenkte 76 seiner 91 Versuche, den wichtigsten seiner Karriere knallte er im WM-Final 1994 allerdings übers Tor.

Im Spiel gegen Malta lag die Schweizer Erfolgsquote bei null Prozent. Alex Frei und Gökhan Inler versagten gegen den Fussballzwerg die Nerven. Die landläufige Meinung, die Schweizer Natispieler seien schlechte Elfmeterschützen, scheint einmal mehr bestätigt. Dass dieser Ruf im Volk vorherrscht, ist nicht verwunderlich. Das Aus im WM-Achtelfinal 2006 gegen die Ukraine hat die hiesigen Fussball-Fans traumatisiert. Damals verschossen hintereinander Marco Streller, Tranquillo Barnetta und Ricardo Cabanas. Die Schweiz verlor das Penaltyschiessen mit 0:3 und schied sang- und klanglos aus. Das Bild vom züngelnden Marco Streller bleibt in ewiger Erinnerung.

Unterdurchschnittliche Erfolgsquote

Doch manchmal täuscht die Erinnerung. Wie schlecht treffen die Schweizer Natispieler wirklich vom Penaltypunkt? Seit dem Ukraine-Trauma vor viereinhalb Jahren durfte die Nati in 50 Spielen 12 Mal zum Elfmeter antreten. Daraus resultierten insgesamt acht Treffer, viermal fand der Ball den Weg ins Tor jedoch nicht. Das ergibt eine Erfolgsquote von 66,6 Prozent - unterdurchschnittlich also. Würde man die letzten zwei Fehlversuche allerdings aus der Statistik streichen und die Quote vor dem Malta-Spiel zu Rate ziehen, sieht es nicht mehr ganz so düster aus: 80 Prozent - überdurchschnittlich.

Am häufigsten traten seit 2006 die Versager von Malta - Gökhan Inler und Alex Frei - an. Und sie sind auch die einzigen, die seit dem Ukraine-Spiel überhaupt verschossen haben. Frei verwandelte von sechs Penaltys nur gerade deren drei. Der Rekord-Torschütze traf 2006 gegen Liechtenstein, 2007 gegen Kolumbien und 2008 im wichtigen Auswärtsspiel gegen Griechenland, gescheitert ist er vor dem Malta-Spiel auch 2010 gegen Australien und 2007 gegen Kolumbien.

Vorbelastete Schützen entlasten?

Inler versenkte vor dem gestrigen Fehlschuss seine zwei Versuche gegen Wales und Uruguay im vergangenen Jahr souverän. Doch wie bei Frei ist auch seine Quote unter dem Gesamtschnitt. Übrigens: Nur dreimal traten in den letzten viereinhalb Jahren nicht Inler oder Frei zum Penalty an. Hakan Yakin (2008 an der EM gegen Portugal), Tranquillo Barnetta (2007 gegen Holland) und Blaise Nkufo (2007 gegen Japan) trafen bei ihrem einzigen Anlauf.

Vielleicht wäre Ottmar Hitzfeld also gut beraten, statt der vorbelasteten Leitwölfe immer mal wieder einen Unbelasteten schiessen zu lassen. Doch davon hält der Nati-Trainer offenbar nichts. Trotz Freis Versprechen, in der Nati nie mehr einen Elfer zu schiessen, will Hitzfeld am Captain als Penalty-Schützen festhalten. Zumindest bis im Sommer, dann muss sich der Lörracher so oder so für jemand anderen entscheiden. Denn dann wird Frei seine Nati-Karriere offiziell beenden.

(pre)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Oliver am 10.02.2011 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    Ist Hitzfeld der richtige?

    Finde nicht das man den Herren auf dem Platz immer nur schuld geben kann. Sonderen eher Hern Hitzfeld! gegen Malta solte man doch offensiv spielen wiso nicht zwei Stürmer und hakan als offensiven Mittelfeldspieler!! Wie schon einmal gesagt worden ist: "Die Nati geht auf den Platz zum nicht verlieren und nicht zum gewinnen!"

  • Ruedi am 10.02.2011 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    2 Dinge!

    1. Mit Otthmar verlängern - sofort 2. Jugendwahn einführen: Keine Spieler ü30 mehr einsetzen - es sei denn sie wären 'unglaublich gut', dafür schnell ü23-er einfügen. Es fehlt wohl der Konkurrenzdruck!!

  • Claudio am 10.02.2011 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    Immer das gleiche Geweine ;)

    Es ist doch staendig das selbe. Wenn die Nati gewinnt sagt keiner was, doch sobald die Nati verliert beginnt das gejammere wieder, insbesondere gegen gewisse FCB Spieler. Zum Glueck standen neben Alex noch neun andere Feldspieler auf dem Rasen, aber die spielten alle galaktisch. Ach im uebrigen Eren verschoss auch einen Elfmeter, da sagt keiner was. Ach ich vergass, er hat ja kein FCB Trikot mehr ueber ;)

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sven am 11.02.2011 11:03 Report Diesen Beitrag melden

    Einfacher geht es nicht

    Wenn man den Ball von 11 Metern, und mit nur einem Gegner (Torwart) nicht ins Tor bringt, wie will man denn ein Tor im spiel herausschiessen gegen 11 Gegner und mehr als 11 Meter Abstand?

  • Gilbert Meister am 11.02.2011 10:53 Report Diesen Beitrag melden

    Alex, das wars endgültig

    Wie will Alex Frei gegen Bulgarien oder England ein Tor schiessen, wenn er nicht einmal gegen Malta völlig unbedrängt von 11m trifft?

  • Oli am 11.02.2011 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach unglaublich !!!

    Bin ja mal gespannt, wie das Publikum und die Fans beim nächsten nationalen Auftritt von Frei reagieren wird. Ich hoffe, diese sind "nicht" ganz so hart zu ihm, sonst bekommt er dann noch einen Weinkrampf. ;-) Darum würde ich ihm vorher schon mal ein Familienpack Tempos überreichen. Sorry. Aber Frei ist einfach nicht mehr tragbar. Schaut Euch mal im Ausland Spiele an und auch die Interviews der Spieler. Das sind Profis und nicht so verzogene, überbezahlte und nichtsleistende Divas wie Frei !!! Hoffentlich erreicht die CH nicht die EM. Ich will mich nicht noch mehr schämen !!!

    • fd am 11.02.2011 12:32 Report Diesen Beitrag melden

      Bleibt mal cool...

      schweiz bleibt nun mal ein Fussballzwerg , darum sollte man sich nicht überwältigen, auch wenn mal gegen Spanien( man weiss heute noch nicht wiee ) gewonnen hat. auch die medien sollten zurückschrauben, schaut lieber ski....sorry, nicht mal hier klappt es, sow wies aussieht :O)

    • Peter am 11.02.2011 13:16 Report Diesen Beitrag melden

      Nein

      Frei beantwortet Interviews sehr professionell. Auch deswegen war er bei den BVB Fans Publikumsliebling(!).

    einklappen einklappen
  • Fan von Barca am 11.02.2011 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    Ihr seid Flaschen

    CH-Fussball ist Kasperlitheater aber nichts ernstes. Es ist zuviel Geld im Spiel als dass sich die Truppe wirklich anstrengen MUSS. National siehts zwar meistens gut aus mangels Vergleichen aber was dann im Ausland passiert, da kann man schonungslos das Niveau unserer sogennanten Stars sehen, nicht mehr als Hinterhof-Fussballl aber dafür mega gut bezahlt und Weltmeister im Schönreden inkl. Trainer.

  • oberaargauer am 11.02.2011 07:29 Report Diesen Beitrag melden

    SChweizerfussball wird überbewertet

    janu, der fusball bei uns wird definitiv überbewertet! Sorry, war der fussball je gut (in int. vergleich) ? Nicht wirklich, und doch klammern sich immer wieder alle und die medien daran........ tja leider sieht man nicht der realität ins auge. schweizerfussbal ist im internatianlen parkett einfach unterdurchschnitt.......