Für fünf Spiele

15. Mai 2012 12:23; Akt: 15.05.2012 15:45 Print

Petkovic bis Ende Saison zum FC Sion

Christian Constantin hat entschieden, wer seinen FC Sion durch die Barrage-Spiele führen soll: Der ehemalige YB-Coach Vladimir Petkovic unterschreibt bei den Wallisern bis Ende Saison - mit Option auf ein weiteres Jahr.

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Wladimir Petkovic schaute sich Mitte März die Super-League-Partie zwischen Luzern und dem FC Sion an. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

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Christian Constantin ist auf seiner Suche nach einem neuen Coach fündig geworden. Der Bosnier Vladimir Petkovic (48) erhielt bei Sion einen Vertrag bis zum Saisonende mit Option für die nächste Spielzeit. Er soll die Walliser in der Barrage vor dem Abstieg retten.

Petkovic wird damit Nachfolger von Laurent Roussey, der vor drei Wochen seinen Rücktritt bekanntgegeben hat. Zuletzt wurden die Walliser von Rousseys Assistenten Sébastien Fontbonne betreut. Der von Constantin Ende April als neuer Coach vorgestellte Franzose Rolland Courbis konnte sein Amt offiziell nie antreten, weil er nicht über die nötigen Diplome verfügte. Nach der Provinzposse um Courbis ist es Constantin nun gelungen, einen Trainer zu verpflichten, der über ausgezeichnete Kenntnisse über den Schweizer Fussball verfügt.

Steiler Aufstieg

Vor drei, vier Jahren war Petkovic der Shootingstar der Schweizer Trainerszene. Mit Bellinzona erreichte er 2008 den Cupfinal und stieg kurz darauf sensationell in die Axpo Super League auf. Trotzdem verliess er die Tessiner, um kurz darauf zu den Young Boys zu wechseln. Die Berner führte er 2009 auf den 2. Platz - noch vor dem FC Basel.

Doch im folgenden Jahr begann Petkovics Stern zu sinken. Mit YB verspielte er in der Super League einen Vorsprung von 13 Punkten und verlor den Meistertitel in der «Finalissima» 2010 an den FC Basel. In der folgenden Saison wurde Petkovic in Bern entlassen. Und auch sein letztes Engagement endete vorzeitig. Nach nur einem halben Jahr setzten ihn auch die Verantwortlichen von Samsunspor mitten in der Saison vor die Tür. Petkovic und der Klub aus der Hafenstadt am Schwarzen Meer standen Anfang 2012 auf dem zweitletzten Platz der Süper Lig.

Nie einen Big Point gelandet

Petkovic hat oft die grossen Spiele verloren. Nicht nur die entscheidende Partie in der Saison 2009/2010 gegen den FC Basel. Ein Jahr zuvor unterlag er im Cupfinal mit YB gegen Sion nach einer 2:0-Führung noch 2:3. Für Constantin ist er trotzdem der richtige Mann in einer delikaten Situation. CC traut Petkovic zu, in der Barrage die Klasse zu halten. «Ich verfolge Vladimir schon seit langem. Er erreichte fast immer einen Punkteschnitt von 2,1 oder 2,2. Zweimal hat er die Meisterschaft mit dem beachtlichen Ergebnis von 73 bzw. 77 Punkten abgeschlossen.»

Ob die Zusammenarbeit zwischen Constantin und Petkovic erfolgreich sein kann, bleibt abzuwarten. Petkovic hat seinen Wohnsitz in Bellinzona immer behalten. Er hat während seiner Zeit bei YB auch schon Trainings verschoben, um länger im Tessin zu bleiben, oder er ist nach einem Auswärtsspiel nicht mit der Mannschaft nach Bern zurückgekehrt, um privat direkt nach Bellinzona zu fahren. Das ist sein gutes Recht. Doch es hat in Sion schon einige Trainer den Job gekostet, dass sie ihre Identifikation mit dem Klub und der Arbeit nicht bis zur Selbstaufgabe gelebt haben.

Constantin macht sich deshalb keine Sorgen. «Vladimir hat in Sion und Martigny gespielt. Ihn verschlägt es nicht in eine unbekannte Gegend.» Petkovic hatte in Sion in der Saison 1988/89 als Spieler unter Vertrag gestanden. In einer Zeit, als nur zwei Ausländer gleichzeitig auf dem Rasen stehen durften, war er die Nummer 3 hinter dem Belgier Michel Renquin und dem Bosnier Mirsad Baljic und kam nur zu wenigen Einsätzen. Später verliess er Sion, nicht aber das Wallis. Mit Martigny spielte Petkovic noch in der Nationalliga B, ehe er ins Tessin (Locarno, Malcantone Agno, Lugano, Bellinzona) weiterzog.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Steph am 15.05.2012 15:26 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Wahl?

    Petkovic ist ein sehr guter Trainer meiner Meinung nach. Viel Glück!

    einklappen einklappen
  • Hans am 15.05.2012 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Roy Hodgson 2.0

    Ich freue mich schon über das erste Interview in Roy Hodgson Manier: "Wir haben gut gespielt." unabhängig vom Resultat.

  • Fisu am 15.05.2012 20:02 Report Diesen Beitrag melden

    Ich glaub's ja nicht!

    Viel Vergnügen Herr Petkovic!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fisu am 15.05.2012 20:02 Report Diesen Beitrag melden

    Ich glaub's ja nicht!

    Viel Vergnügen Herr Petkovic!

  • Chrigu Gross am 15.05.2012 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Logisch...

    ....dass Petkovic auch einmal einen Titel holen will, mit YB ist dies ja ein Ding der Unmöglichkeit :-) Petkovic ist zwar nicht mein Typ aber er ist bestimmt ein guter Trainer.

  • Wahrsager am 15.05.2012 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Petkovic

    Petkovic ist allemal besser als Gross!

  • iMensch am 15.05.2012 16:53 Report Diesen Beitrag melden

    Peko hier, Peko da, Peko über den Wolken

    Ich freue mich auf Peko Fussball. Es gibt wohl kein anderer Trainer der sich getrauen würde 8 Angreifer auf den Platz zu stellen auser Peko :)

  • Hans am 15.05.2012 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Roy Hodgson 2.0

    Ich freue mich schon über das erste Interview in Roy Hodgson Manier: "Wir haben gut gespielt." unabhängig vom Resultat.