Fifa

16. November 2018 20:50; Akt: 16.11.2018 21:00 Print

Plante Infantino grossen Rechte-Verkauf?

Der Fifa-Präsident will offenbar alle relevanten Rechte an ein Konsortium mit Verbindungen nach Saudiarabien verkaufen.

storybild

Grosse Pläne: Gianni Infantino. (Bild: Keystone/Martin Ruggiero)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Fifa-Präsident Gianni Infantino bleibt in den Schlagzeilen. Wie deutsche Medien berichten, soll die von ihm anvisierte 25-Milliarden-Offerte für die Einführung einer neuen Klub-WM und einer globalen Nations League auch den Verkauf von zahlreichen Rechten beinhalten.

Laut der «Süddeutschen Zeitung» und dem WDR beinhaltet die Offerte des Finanzkonsortiums Digital- und Archiv-Rechte, Filme und Videos, Satelliten- und Netzübertragungen, Merchandising und Spielrechte, jede Produktion in High Definition und 3-D-Format, Computerspiele, alles «Virtuelle und jedes andere Format, das noch weltweit entwickelt wird». Die Fifa teilte mit, dass es sich um ein veraltetes Dokument handle, eines von Hunderten beim Weltverband im Umlauf befindlichen Schriftstücken.

Auch Rechte an zukünftigen Fussball-Weltmeisterschaften seien mit einbezogen, schreibt die «Süddeutsche Zeitung». Die Umsetzung dieses Plans würde bedeuten, dass in Zukunft ein Finanzkonsortium das Sagen über die Vermarktung des Weltfussballs hätte: «Die Fifa bliebe als leere Hülle zurück», so die SZ.

Taskforce gegründet

Infantino wollte im Frühjahr den Deal mit den Geldgebern, dessen Namen der Schweizer bei seinem Vorstoss im März 2018 nicht nennen wollte, im Fifa-Council durchdrücken. Aufgrund grosser Skepsis der europäischen Funktionäre wurde ein Entscheid zunächst vertagt und beim Council-Meeting im Oktober in Kigali eine Taskforce gegründet.

Diese Taskforce hat inzwischen ihre Arbeit aufgenommen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur diskutierte das Gremium mit Vertretern der Fifa und der sechs Konföderationen bei einer Telefonkonferenz erstmals über die Machbarkeit der neuen Wettbewerbe. Bis zum nächsten Treffen im März in Miami soll das Gremium die Möglichkeiten der Turnierformate prüfen. Es beschränkt sich bei der Bewertung aber auf sportliche Aspekte. Die monetären Belange werden nicht diskutiert.

Bei dem ominösen neuen Partner soll es sich um britische Investmentberater mit engen Kontakten nach Saudiarabien handeln. Ein Land, das im Zuge der Ermordung des regierungskritischen saudischen Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul derzeit weltweit in der Kritik steht.

Vor kurzem hatte das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» unter Berufung auf Football-Leaks-Dokumente über die Einflussnahme Infantinos auf den FIFA-Ethikcode berichtet. Zudem soll er als Uefa-Generalsekretär Absprachen mit Paris Saint-Germain und Manchester City im Zuge der Ermittlungen wegen Verstössen gegen das Financial Fair Play getroffen haben. «Es gibt nichts, wofür man sich schämen müsste», sagte Infantino jüngst zu den Vorwürfen.

Der Walliser steht unter Druck. 2016 hatte er als Nachfolger von Joseph Blatter angekündigt, die Fifa moralisch zu erneuern. Der 48-Jährige ist bis 2019 als Fifa-Präsident gewählt.

Fussball

(sda/red)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fred am 16.11.2018 21:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blatter war noch harmlos.

    Im Vergleich zu Infantino war Blatter ein Klosterschüler.

    einklappen einklappen
  • Roman am 16.11.2018 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld verändert den Sport

    Der Fussball kommt nicht aus den Schlagzeilen. Früher wurde aus Freude gespielt. Durch Geld hat sich vieles zum schlechten gewendet.

    einklappen einklappen
  • 25'000'000'000 am 16.11.2018 21:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spende an öffentlichea TV

    Würde mich Wunder nehmen, wie die 25 Milliarden aufgeteilt werden.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ruefi Schneider am 21.11.2018 12:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fifa

    Diese beiden sauberen Herren Infantino und Lauber sollten die Konsequenz ziehen und sofort uurücktreten, aber dalli

  • Franz K. am 20.11.2018 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blatter ist besser

    Sepp Blatter war nicht nur besser, er war um sehr vieles besser und weniger mafios.

  • Rumbel am 20.11.2018 13:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Der verkauft auch seine Grossmutter, wenn es genug Geld dafür gibt.

  • TugasPro94 am 18.11.2018 21:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WitZ

    Wieso wird ein walliser von einem Anderen walliser ersetzt. Es gibt so viele nationen da kann mir doch keiner sagen, dass es keine besseren leute gäbe.

  • Unternehmer am 18.11.2018 20:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiter so

    WM ect werden seit bestehen der fifa verkauft bis hinunter zum Plastikbecher wo alles weltweit vermarktet wird. Er wäre ein ganz ganz schlechter Präsident wenn er nicht alle Möglichkeiten ausloten würde, teilweise muss er Ideen verfolgen die im angetragen werden. Und wenn er ein fähiger Präsident ist sucht, findet und präsentiert er weitere Möglichkeiten. Ich denke eher er macht nicht das wo da einige Kreise gerne haben möchte. Sind immer die üblichen wo das Gefühl haben die fifa und der Rest der Fussballwelt müssen das tun was sie wollen.